Unterkunft war nur vorübergehend

Obdachlose verlassen Bozner Turnhalle

Samstag, 21. Januar 2023 | 13:07 Uhr

Bozen – 25 Obdachlose haben in der Turnhalle der Wirtschaftsfachoberschule in Bozen übernachtet und auch in der Nacht auf Sonntag gibt es dort noch eine warme Bleibe für sie. Anschließend sollen sie auf außerordentliche Aufnahmezentren (CAS) im ganzen Land verteilt werden. Dies hat Landeshauptmann Arno Kompatscher am Freitagnachmittag angekündigt.

Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi begrüßt die Entscheidung. Er hatte in der Vergangenheit mehrfach gefordert, dass die Aufnahmezentren wieder eröffnet werden, berichtet die italienische Tageszeitung Alto Adige. Bekanntlich wurde die Entscheidung kurzfristig am Dienstag getroffen, die Turnhalle für die Obdachlosen zu nutzen.

Bis Dienstag waren 50 zusätzliche Plätze im Ex-Alimarket in Bozen und 34 weitere Plätze in der Mercanti-Kaserne in Eppan ausreichend. Doch innerhalb weniger Stunden hat sich die Situation dramatisch zugespitzt: Plötzlich waren die 140 Plätze im Ex-Alimarket voll. Dasselbe galt für die 90 Plätze in der Volta-Straße und auch in der Mercanti-Kasere war kein Platz mehr übrig.

Zivilschutzvertreter im Land hatten sich bereits im Dezember nach einem Lokalaugenschein dafür ausgesprochen, die Turnhalle im Notfall als Unterkunft zu gebrauchen.

Angesichts der bevorstehenden Kältewelle hat das Land Vorsichtsmaßnahmen ergriffen – nicht zuletzt, um den Tod eines weiteren Obdachlosen zu verhindern. Bekanntlich ist in Bozen Süd in der Nacht auf den 9. Dezember 2022 der 19-jährige Ägypter Mostafa Abdelaziz Mostafa Abouelela im Freien erfroren.

Die Entscheidung, die Obdachlosen vorübergehend in der Turnhalle unterzubringen, hat für Kritik von Familien gesorgt. Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren trainieren dort unter anderem Badminton. Dass die Turnhalle nun wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt werden kann, ist nicht zuletzt einer Entscheidung des Regierungskommissariats zu verdanken. 84 Personen, die einen Asylantrag stellen, haben das Recht, in einem außerordentlichen Aufnahmezentrum untergebracht zu werden.

Das Platzproblem ist allerdings nicht vom Tisch. Bis 17. Jänner waren in Bozen 787 Obdachlose untergebracht, 20 weitere schliefen im Freien. Landeshauptmann Arno Kompatscher hatte im Dezember die Gemeinden aufgerufen, bis Weihnachten geeignete Strukturen ausfindig zu machen, um die Landeshauptstadt zu entlasten. Doch nur wenige sind dem Appell nachgekommen.

Deshalb hat die Vermögensabteilung des Landes nun eine Ausschreibung veröffentlicht, um Platz für wenigstens 25 weitere Personen zu finden. Ein Ergebnis wird bis 20. Februar erwartet.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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11 Kommentare auf "Obdachlose verlassen Bozner Turnhalle"


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brunner
brunner
Universalgelehrter
7 Tage 7 h

Und jetzt wohin? Die reichen Südtiroler Touristendörfer haben ja unmöglich Platz…. da müssen dann wieder einmal die Städte herhalten, gell?

Stryker
Stryker
Superredner
7 Tage 3 h

@brunner
So a schmorrn!
De welln net in die dörfer gebrocht werdn sondern lei in bz oder Meran bleibn.
De Unterkünfte in fie Dörfer sein umsunscht zumindescht für de leit!

genau
genau
Kinig
7 Tage 2 h

Für 2,3 Millionen Euro welche diese idiotischen Nachhaltigkeitstage gekostet haben könnte man in Bozen viele Unterkünfte für Obdachlose schaffen!

Elvira 67
Elvira 67
Tratscher
7 Tage 3 Min

@genau und wieso sind sie Obdachlos?Sind bestimmt nicht wir Steuerzahler schuld.
Sind wenige die mir leid tun.Alkohol ,Drogen, Faulheit werden von den meisten bevorzugt und dann sollen die,die arbeiten wieder Erbarmen zeigen und dafür aufkommen

OrB
OrB
Kinig
6 Tage 11 h

@brunner
Im Überetsch, Burgrafenamt und Passeier wären im Winter genügend Hotelbetten frei ,warum nicht.?

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
7 Tage 7 h

,,…….. hat für Kritik von Familien gesorgt,, was ist wichtiger Badminton oder das Menschen nicht erfrieren? Herzlose Familien. Aber nicht neues im Ego Land Südtirol, wo nur die Wohlhabenden das sagen haben.

Staenkerer
7 Tage 2 h

es stimmt, a notlage muaß vorn sport gstellt wern! ollerdonge woaß i nit wem de halle gheart und wos beim umfunktioniern der sporthalle zur notunterkunft mit de betreiber ausgemocht wurde!
auf olle fälle find i es a bürokratisches totalversogn wenn man a in der gonzn zeit für de notlösung de vor weinachtn getroffn wurde, no koane dauerlösung gfundn hot!

andr
andr
Universalgelehrter
7 Tage 3 h

Südtirol hat versagt hieß es. 800 obdachlose untergebracht, wo sind diese Schreier jetzt? Südtirol macht sehr viel!

Stryker
Stryker
Superredner
6 Tage 23 h

@andr

Deutschland hot laut offizielle Zahlen 52.000 Obdachlose und München1.500.000Einwohner um die 2000.
Also für a 100.000 Einwohnerstodt isch 800 Offiziele Obdachlose a Armutszeugniss!

Eccomi
Eccomi
Neuling
6 Tage 22 h

Beschämend. Vor ein paar Wochen ist ein Mensch erfroren und es folgte ein Aufschrei. Sobald aber an der ein paar Kids einmal nicht mehr Badminton spielen können, zeigt sich der Egoismus und die Scheinheiligkeit der ach so frommen Mitbürger

Rottenburg
Rottenburg
Neuling
7 Tage 4 h

Flüchtlinge gehören in Kasernen, wo WC, Schlafgelegenheiten, usw. genügend da sind. Flüchtlinge sind auch Staatskompetenz!

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