Die Schere zwischen Reich und Arm geht immer weiter auseinander

Oxfam: Superreiche werden trotz Inflation immer reicher

Montag, 15. Januar 2024 | 18:26 Uhr

Die Krisen und Kriege der vergangenen Jahre haben die Schere zwischen Arm und Reich auf der Welt noch weiter auseinandergetrieben. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Entwicklungsorganisation Oxfam vor dem Start des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlichte. Demnach haben die fünf reichsten Menschen der Welt – allesamt Männer – ihr Vermögen seit 2020 mehr als verdoppelt. Gleichzeitig wurden fast fünf Milliarden Menschen, die ärmsten 60 Prozent, noch ärmer.

Dem am Montag veröffentlichten Bericht liegen Daten aus verschiedenen Quellen zugrunde. So führte Oxfam etwa Forbes-Schätzungen zum Vermögen von Milliardären mit Schätzungen der Bank Credit Suisse zum weltweiten Vermögen zusammen.

Bei ihrer Auswertung kommt die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation zu dem Schluss, dass die Welt bei der aktuellen Wachstumsrate schon in zehn Jahren ihren ersten Dollar-Billionär haben könnte. Die globale Armut dagegen wäre auch in 230 Jahren noch nicht vollständig überwunden.

“Milliardäre werden reicher, die Arbeiterklasse hat zu kämpfen und die Armen leben in Verzweiflung. Das ist der unglückliche Zustand der Weltwirtschaft”, schreibt US-Senator Bernie Sanders im Vorwort des Berichts. Niemals zuvor habe es eine solche Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen gegeben. Auch die Gier, Arroganz und Verantwortungslosigkeit seien beispiellos.

Die fünf reichsten Männer haben den Oxfam-Daten zufolge seit 2020 einen Gewinn von durchschnittlich 14 Millionen US-Dollar (12,80 Mio. Euro) pro Stunde gemacht. Ihr Vermögen stieg von 405 Milliarden Dollar im Jahr 2020 auf zuletzt 869 Milliarden Dollar. Das Vermögen aller Milliardäre insgesamt wuchs dreimal so schnell wie die Inflationsrate.

Zugleich hätten 4,77 Milliarden Menschen, die ärmsten 60 Prozent der Menschheit, seit 2020 zusammen 20 Milliarden Dollar Vermögen verloren. Bei 791 Millionen Arbeitern hielten die Löhne laut Oxfam nicht mit der Inflationsrate mit. Jeder von ihnen habe in zwei Jahren im Schnitt fast einen Monatslohn eingebüßt. Oxfam fordert daher eine Besteuerung hoher Vermögen. Die Mittel daraus müssten in den Klimaschutz, den Ausbau von Bildung, Gesundheitsversorgung und sozialer Sicherung investiert werden.

Die Entwicklungsorganisation schlägt folgendes Vermögensteuermodell vor: Zwei Prozent auf Vermögen von mehr als fünf Millionen US-Dollar, drei Prozent auf Vermögen von mehr als 50 Millionen Dollar und fünf Prozent auf Vermögen, die eine Milliarde Dollar überschreiten. Weltweit könnte eine solche Vermögensteuer für Millionäre und Milliardäre laut Oxfam jedes Jahr 2,5 Billionen Dollar einbringen.

SPÖ-Chef Andreas Babler nahm den Bericht zum Anlass, ebenfalls “dringend” eine Millionärssteuer zu fordern. “Wenn die Ungleichheit zu groß wird, ist der soziale Frieden in Gefahr. Es ist höchste Zeit, dass Superreiche ihren Beitrag leisten – zum Wohle der Allgemeinheit”, so Babler in einer Aussendung am Montag. “Arbeit wird stark besteuert, aber Milliardenvermögen gar nicht”, kritisierte er weiter.

Von: APA/dpa

Kommentare

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15 Kommentare auf "Oxfam: Superreiche werden trotz Inflation immer reicher"


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Kasknedel
Kasknedel
Tratscher
1 Monat 18 Tage

Da stellt sich einem schon die Frage, ob bestimmte Krisen nicht von den Reichen bewusst gesteuert sind.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 18 Tage

Verschwörungstheorie pur! Lass den Quatsch!

Homelander
Homelander
Superredner
1 Monat 18 Tage

Eine sehr gute Entwicklung🙄, obo wie hotse olbm gsog, Wir schaffen das!!! 😂 
Der Mittelstand wird leider mit der Zeit verschwinden, davon bin ich überzeugt… wird schon so gewollt sein…

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 18 Tage

Was hat dieser Artikel mit Merkel und Flüchtlingen zu tun?

sophie
sophie
Kinig
1 Monat 18 Tage

Das war schon immer so,
Die Reichen wurden schon immer reicher, während viele Menschen nicht mehr wissen, wie sie alles bezahlen können, die Armut der Menschen verbreitet sich wie ein Virus,
Und die Regierungen schauen zu….

Faktenchecker
1 Monat 18 Tage

Welche Regierungen?

info
info
Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

Ja, auch die Leute schauen zu, bewundern und rechtfertigen die Reichen und stellen sich gegen Finanztransaktions-, Vermögens- und Erbschaftssteuern.

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

das einzige gute ist, dass zuletzt jeder eine Schaufel Erde darauf bekommt

Faktenchecker
1 Monat 18 Tage
Imrgschei
Imrgschei
Tratscher
1 Monat 18 Tage

Die ständige Verteuerung muss ja irgendwo ankommen lost sich ja nicht in Luft auf und wie berichtet bei den Überreichen…..

sauermachtsuess
sauermachtsuess
Grünschnabel
1 Monat 18 Tage

Jede Krise hat ihre Gewinner und Verlierer

info
info
Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

und das ganze System ist eine Umverteilungsmaschine von Arm zu Reich

sophie
sophie
Kinig
1 Monat 18 Tage

Das einzig gerechte am ganzen Dilemma ist wohl, dass auch die ganzen Reichen und auch die jenigen die mit GEIZ reich geworden sind, auch nur mit einer Schaufel Erde begraben werden und Glanz und Glimmer bleibt zurück….

Faktenchecker
1 Monat 18 Tage
Willi I.
Willi I.
Tratscher
1 Monat 18 Tage

2, 3, 5 Prozent?
Na dann legt mal los. Ruhig auch etwas mehr. – Es würde garantiert keine Armen treffen!

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