Eine vollständige Entwaffnung wird abgelehnt

Palästinensergruppen einigen sich auf Teil-Entwaffnung

Dienstag, 09. Juni 2026 | 17:11 Uhr

Von: APA/AFP

Die radikalislamische Hamas und mehrere andere palästinensische Gruppen haben sich bei Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo darauf verständigt, dass militante Gruppen im Gazastreifen einen Teil ihrer Waffen an eine noch einzurichtende palästinensische Verwaltung abgeben sollen. Das verlautete am Dienstag aus Verhandlungskreisen. Eine vollständige Entwaffnung – wie von Israel gefordert – lehnten die Verhandler demnach aber ab.

Bei dem Treffen sei es um die Modalitäten einer möglichen Waffenübergabe gegangen. Auch wenn Israel nicht auf den Vorschlag eingehe, könnten “unter Berücksichtigung dieser Einigung neue akzeptable Formeln entwickelt werden”, sagte ein Teilnehmer.

Die Gespräche verschiedener palästinensischer Gruppen in Kairo unter Vermittlung Ägyptens, Katars und der Türkei hatten am Samstag begonnen. Sie sollen wieder Schwung in die festgefahrenen Verhandlungen über die zweite Phase eines Waffenstillstandsabkommens zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas-Miliz bringen.

Fahrplan beruht auf Vorschlägen der US-Regierung

Der Fahrplan beruht auf Vorschlägen der US-Regierung. Für die zweite Phase war unter anderem eine Entwaffnung der Hamas vorgesehen. Einen solchen Schritt hat die Miliz zwar nicht rundheraus abgelehnt – sie will ihre Waffen eigenen Angaben zufolge aber nur abgeben, wenn sich Israel vollständig aus dem Palästinensergebiet zurückzieht. Israel wiederum verlangt zunächst eine Entwaffnung der Hamas. Für Phase zwei war auch die Einrichtung einer Übergangsverwaltung aus palästinensischen Technokraten vorgesehen.

Die Hamas hatte mit einem Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 den Gazakrieg ausgelöst. Die israelische Armee startete als Reaktion darauf massive Attacken auf den Gazastreifen, bei denen laut der von der Hamas kontrollierten Behörden mehr als 70.000 Palästinenser getötet wurden. Seit Oktober 2025 gilt ein Waffenstillstandsabkommen im Rahmen des US-Friedensplans. Beide Seiten werfen sich Verstöße gegen die Vereinbarung vor.

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