SVP lehnt Anträge ab

“Pflege wird in Südtirol umfassend unterstützt”

Mittwoch, 10. Juni 2026 | 16:29 Uhr

Von: mk

Bozen – Der Südtiroler Landtag behandelt in dieser Woche zwei Beschlussanträge zur Entlastung von Senioren und Familien bei den steigenden Pflegekosten. Die SVP-Fraktion wird die Anträge ablehnen und verweist dabei auf die bereits bestehenden umfangreichen Unterstützungsmaßnahmen in Südtirol sowie auf die laufenden Entwicklungen auf staatlicher Ebene.

SVP-Fraktionssprecher Harald Stauder betont, dass die Unterstützung pflegender Angehöriger seit Jahren ein zentrales Anliegen der Sozialpolitik in Südtirol sei: „Wir wissen, dass die Betreuung und Pflege eines Angehörigen eine enorme Belastung darstellen kann. Gerade deshalb wurden in Südtirol in den vergangenen Jahren zahlreiche Dienste und finanzielle Unterstützungen aufgebaut und laufend erweitert.“

Südtirol verfüge bereits über ein starkes System im Bereich der Pflege und Betreuung. Der Großteil der Finanzierung der Seniorenwohnheime werde direkt aus dem Landeshaushalt getragen. Der sogenannte Einheitsbetrag sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht worden, wodurch das Land inzwischen rund zwei Drittel der Gesamtkosten übernehme. Der verbleibende Anteil werde über den Grundtarif gedeckt, der teilweise von den Gemeinden übernommen werde.

Soziallandesrätin Rosmarie Pamer unterstreicht: „In Südtirol muss niemand aus finanziellen Gründen auf notwendige Pflege oder Betreuung verzichten. Das bestehende Tarifsystem garantiert, dass pflegebedürftige Menschen die erforderlichen Leistungen erhalten können.“

Neben finanziellen Maßnahmen gebe es bereits heute zahlreiche Dienstangebote zur Entlastung pflegender Angehöriger. Diese seien in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut worden.

Zudem verweist die SVP-Fraktion auf den derzeit im italienischen Parlament behandelten Gesetzesentwurf „Riconoscimento e tutela delle persone che assistono e si prendono cura dei propri cari“. Dieser sehe erstmals eine umfassende rechtliche Anerkennung pflegender Angehöriger sowie abgestufte Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen vor. Geplant seien unter anderem finanzielle Hilfen, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege sowie eine stärkere Einbindung pflegender Angehöriger in die Organisation sozialer und gesundheitlicher Dienste.

„Es ist sinnvoll, zunächst die staatliche Gesetzgebung abzuwarten und darauf aufbauend mögliche Ergänzungen auf Landesebene zu prüfen“, erklärt Stauder abschließend. Vor diesem Hintergrund werde die SVP-Fraktion den vorliegenden Beschlussantrag ablehnen.

Bezirk: Bozen

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