Trump, Grönland und Co - ein Kommentar

Pokerspiel

Dienstag, 20. Januar 2026 | 01:09 Uhr

Von: mk

Bozen – Immer wieder hört man: Trump eskaliert, zuletzt vor allem in Zusammenhang mit Grönland. Doch im Grunde provoziert er – und hat in manchen Fällen sogar Recht hat. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni übt unterdessen einen schwierigen Drahtseilakt.

Wie berichtet, weiten China und Russland ihre militärische Präsenz in der Arktis aus und verfolgen damit eindeutig militärische Ziele. Trump kritisierte unterdessen Dänemarks mangelndes Engagement in Sachen Sicherheit auf Grönland – und siehe da: Dänemark reagiert und erhöht seine militärische Präsenz, während Frankreich und Deutschland ebenfalls Soldaten entsenden. Ob Trump damit zufrieden ist, bleibt unklar.

Zumindest schlägt Trump mit der Debatte gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Einerseits erreichte er ein stärkeres Engagement der Europäer, andererseits vergrößert sich die Abschreckung in Richtung Russland.

Bereits bei der Diskussion um die nationalen Verteidigungsausgaben der einzelnen Mitgliedsstaaten für die NATO bezeichnete Trump die Europäer als Trittbrettfahrer und erreichte eine Erhöhung auf drei bzw. fünf Prozent. Auch hier hatte Trump mit seiner Provokation Erfolg.

Unterdessen werden die Bemühungen von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, Brücken zwischen der EU und US-Präsident Donald Trump, zu schlagen, immer schwieriger. Bislang gelang ihr dies unter anderem durch die ideologische Nähe und ihrer guten Beziehung zu Trump auf persönlicher Ebene. In der Vergangenheit kritisierte sie Trump nie. Doch der Grönland-Konflikt fordert auch Meloni heraus, zumal für sie als Nationalistin das Prinzip der politischen Selbstbestimmtheit einzelner Nationen als wesentlicher politischer Leitstern gilt.

So hat sie die gemeinsame Erklärung der EU-Regierungschefs zu Grönland mitunterzeichnet und lehnte bei ihrer traditionellen Konferenz zum Jahresbeginn einen militärischen Eingriff der USA klar ab.

Italien wird selbst allerding keine Soldaten nach Grönland schicken. Meloni will damit aber wohl weniger bei Trump punkten, sondern vor allem innenpolitische Probleme vermeiden – sowohl innerhalb ihrer Koalition und als auch bei den Wählern.

Bezirk: Bozen

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