Propaganda ist in Teheran allgegegnwärtig

Revolutionsgarden trotz Fortsetzung von Feuerpause wachsam

Mittwoch, 22. April 2026 | 13:31 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

US-Präsident Donald Trump hat die Feuerpause mit dem Iran auf unbestimmte Zeit verlängert, um weitere Friedensgespräche zu ermöglichen. Trump erklärte, die USA hätten einer Bitte pakistanischer Vermittler entsprochen. Die iranischen Revolutionsgarden forderten danach allerdings erhöhte Wachsamkeit. Man sei auf dem “Höhepunkt der Bereitschaft” zur Fortsetzung der Kämpfe. Sie drohten am Mittwoch mit “vernichtenden und für den Feind unvorstellbaren Schlägen”.

Die politische Führung äußerte sich bisher nicht zur Feuerpause. In Teheran herrscht großes Misstrauen gegenüber der Regierung in Washington. Ein Berater des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Baqer Qalibaf bezeichnete Trumps Vorstoß als möglichen Trick.

Unklar, ob Gespräche weitergehen

Ob der Iran nach dem Ende der zweiwöchigen Feuerpause zu weiteren Friedensgesprächen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bereit ist, blieb unklar. US-Vizepräsident JD Vance, dessen Anwesenheit von iranischer Seite gefordert worden war, hätte eigentlich am Dienstag nach Pakistan fliegen wollen. Einem Vertreter des Weißen Hauses zufolge blieb er jedoch für weitere politische Beratungen in Washington. Ein hochrangiger iranischer Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters vor Trumps jüngster Ankündigung, die Unterhändler Teherans seien zu einer weiteren Gesprächsrunde bereit, falls die USA ihre Politik des Drucks und der Drohungen aufgäben.

In der Straße von Hormuz griff der Iran am Mittwoch drei Containerschiffe an. Zwei davon wurden beschlagnahmt, ein Schiff schwer beschädigt. Die Besatzung soll in Sicherheit sein. Aus dem Iran hieß es, die Revolutionsgarden hätten die “regelwidrige” Durchfahrt der Schiffe gestoppt. Einem der Kapitäne zufolge soll die Durchfahrt zuvor aber genehmigt worden sein.

Meinl-Reisinger: Iran muss in Gespräche eintreten

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) zeigte sich am Mittwoch im Pressefoyer nach dem Ministerrat über die unbefristete Waffenruhe im Iran-Krieg erfreut. Jetzt müsse sich auch der Iran bereit erklären, in Gespräche einzutreten. Die Außenministerin unterstrich, dass neben dem wirtschaftlichen Schaden auch eine Hungerkatastrophe drohen könnte, die wiederum Migrationsbewegungen Richtung Europa auslösen könnte. Alleine daher brauche es eine Lösung des Konflikts.

Arabische Länder wollen Entschädigung vom Iran

Die arabischen Länder forderten unterdessen vom Iran Reparationen für die im Krieg entstandenen Schäden und Verluste. Teheran sei zu solchen Zahlungen dem Völkerrecht nach verpflichtet, heißt es in einer Erklärung der Arabischen Liga nach einem virtuellen Treffen. “Der Iran trägt international die volle Verantwortung für seine unrechtmäßigen und nicht gerechtfertigten Angriffe gegen arabische Staaten”, heißt es in der Erklärung der Außenminister.

Als Vergeltung für die Militärschläge der USA und Israels im Iran griff das Land seit Kriegsbeginn Ende Februar mit Tausenden Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern die Golfstaaten an. Dabei kamen US-Einrichtungen, wie etwa Botschaften und Militärstützpunkte, aber auch zivile Ziele wie Flughäfen und Wohngegenden unter Beschuss. Die meisten der Angriffe wurden in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait gemeldet.

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