Bettenstopp

Robert Alexander Steger stärkt Walcher den Rücken: “Ökoparty ist vorbei”

Freitag, 13. März 2026 | 16:43 Uhr

Von: mk

Bozen – Der Präsident der Bezirksgemeinschaft Pustertal und Bürgermeister der Gemeinde Prettau, Robert Alexander Steger bricht, eine Lanze für Landesrat Luis Walcher in der Diskussion um den Bettenstopp in Südtirol. Zuvor hatte die Meldung vor allem bei den Grünen und bei Umweltverbänden für Unmut gesorgt, dass es für 56 von 116 Gemeinden eine Ausnahmeregelung geben soll. Laut Steger verdiene Walcher Rückhalt statt ideologischer Attacken.

Wörtlich schreibt er in einer Aussendung:

Die aktuelle Debatte rund um den Bettenstopp und die künftige Entwicklung des Tourismus in Südtirol zeigt einmal mehr, wie schnell in unserem Land mit Schlagworten, Verzerrungen und ideologischen Reflexen gearbeitet wird.

Ich halte es deshalb für notwendig, Tourismuslandesrat Luis Walcher ausdrücklich den Rücken zu stärken. Er versucht in einer schwierigen Zeit, Ordnung, Vernunft und Augenmaß in ein Thema zu bringen, das für viele Gemeinden, für viele Familien und für weite Teile unserer Wirtschaft von existenzieller Bedeutung ist.

Gerade jetzt braucht Südtirol keine ideologisch aufgeladene Stimmungsmache gegen den Tourismus, sondern Sachlichkeit und Verantwortung. Was wir derzeit von linker und grüner Seite erleben, ist vielfach nichts anderes als ein mediales Tourismusbashing, das mit der Realität in vielen Tälern und Randgemeinden nur noch wenig zu tun hat. Es wird so getan, als wäre Tourismus per se ein Problem.

In Wahrheit ist er in vielen Gemeinden ein unverzichtbarer Teil der wirtschaftlichen Lebensgrundlage, ein Garant für Arbeitsplätze, Wertschöpfung, Nahversorgung und Zukunftsperspektiven.

Wer den Tourismus pauschal schlechtredet, redet auch die Menschen schlecht, die in Hotels, Gastbetrieben, Handwerksbetrieben, im Handel, bei Dienstleistern und in den Zulieferketten Tag für Tag ihre Arbeit leisten. Gerade in peripheren Gebieten ist der Tourismus nicht Luxus, sondern oft schlicht Voraussetzung dafür, dass junge Menschen im Tal bleiben können, dass Betriebe investieren und dass Dörfer lebendig bleiben.

Deshalb ist der von Luis Walcher eingeschlagene Weg richtig: mehr Verantwortung für die Gemeinden, mehr Differenzierung, mehr Entscheidungskraft vor Ort. Das entspricht dem Subsidiaritätsprinzip, das für mich ein zentrales politisches Leitbild ist. Entscheidungen sollen dort getroffen werden, wo die Folgen spürbar sind und wo die Menschen die örtlichen Gegebenheiten kennen – in den Gemeinden, nicht in einer fernen zentralen Steuerungslogik.

Südtirol braucht keine Zentralplanung wie im Kommunismus, sondern Vertrauen in die kommunale Verantwortung und in die Urteilskraft der gewählten Gemeindeverwaltungen.

Wer aus ideologischen Gründen alles deckeln, verbieten und zentral vorschreiben will, verkennt die Wirklichkeit unseres Landes. Zwischen einer strukturschwachen Berggemeinde, einer Pendlergemeinde, einem Tourismusort und einem städtischen Zentrum bestehen große Unterschiede. Genau deshalb kann es keine Einheitslösung von oben geben. Wer dennoch eine solche anstrebt, betreibt keine moderne Politik, sondern bevormundet die Gemeinden mit der lokalen Bevölkerung und ignoriert die Vielfalt Südtirols.

Hinzu kommt: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa trüben sich ein. Die Industrie schwächelt vielerorts, die Konsumlaune ist gedämpft, Investitionen werden zurückgestellt, internationale Unsicherheiten nehmen zu. Südtirol wird sich diesem Abschwung nicht entziehen können. Gerade deshalb wäre es grob fahrlässig, einen der tragenden Pfeiler unserer Wirtschaft aus ideologischen Gründen weiter unter Druck zu setzen.

Wer in einer solchen Phase gegen Tourismus, Entwicklung und Investitionen polemisiert, handelt nicht verantwortungsvoll, sondern realitätsfern. Natürlich braucht es klare Regeln, Nachhaltigkeit, Rücksicht auf Raumordnung, Umwelt, Mobilität und Lebensqualität. Aber genau darum geht es: um Ausgewogenheit, nicht um Verhinderungspolitik. Der richtige Weg ist ein geordneter, verantwortungsvoller und gemeindenaher Rahmen – nicht die pauschale Verteufelung eines ganzen Wirtschaftssektors.

Ich sage daher sehr deutlich: Liebe Ökosozialisten, mit Hinblick auf europäische und weltweite Trends: Eure Ökoparty ist vorbei!

Die Menschen erwarten sich Lösungen statt Belehrungen, Realitätssinn statt Ideologie und Perspektiven statt Dauerblockaden. Südtirol muss wirtschaftlich stark, sozial stabil und kommunal selbstbestimmt bleiben.

Dafür braucht es keine politische Kampagne gegen den Tourismus, sondern Hausverstand, Augenmaß und den Mut, Verantwortung dorthin zurückzugeben, wo sie hingehört: in die Gemeinden.

Luis Walcher verdient in dieser Debatte nicht parteipolitische Schützenhilfe, sondern faire Unterstützung für einen Kurs, der unserem Land mehr nützt als schadet. Wer Südtirol ernsthaft weiterentwickeln will, muss den Gemeinden vertrauen und aufhören, ihnen aus ideologischen Gründen ständig neue Fesseln anzulegen.

Bezirk: Bozen, Pustertal

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