Von: APA/dpa/Reuters
Russland hat die benachbarte Ukraine in der Nacht auf Donnerstag erneut mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. Schwere Schäden und Verletzte gab es nach Behördenangaben in Kiew und im Schwarzmeerhafen Odessa. Zwei Menschen seien bei dem Raketenangriff auf Kiew verletzt worden, einer davon schwer, teilte Hauptstadt-Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mit. Einen Verletzten gab es auch in Odessa nach einem massiven russischen Drohnenangriff.
Nach Klitschkos Angaben waren erneut Infrastrukturobjekte Ziel der Raketenangriffe. Es habe aber auch Einschläge in privaten Wohnhäusern gegeben. Infolge des massiven russischen Angriffs auf Kiew waren dem Bürgermeister zufolge fast 2.600 weitere Wohngebäude in der Hauptstadt ohne Heizung. Mehr als 1.100 Wohnblöcke könnten nach früheren russischen Angriffen immer noch nicht beheizt werden, teilte Klitschko mit.
Hunderttausende in Odessa ohne Strom und Wasser
Der Gouverneur von Odessa, Serhej Lyssak, schrieb auf Telegram, 23 Personen werde nach einem Einschlag in einem neunstöckigen Wohnhaus psychologische Hilfe geleistet. Im Visier der Russen waren demnach auch dort Energieanlagen. In einem Infrastrukturobjekt sei ein Feuer ausgebrochen, teilte Lyssak weiter mit. Schäden durch die Drohnenattacken gab es demnach zudem in einem Supermarkt und an mehreren Marktständen.
In Odessa waren nach einem russischen Angriff fast 300.000 Menschen von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten, wie der stellvertretende Ministerpräsident Oleksij Kuleba mitteilte. Zudem seien fast 200 Gebäude in der Stadt ohne Heizung. Auch in der südöstlichen Stadt Dnipro hätten 10.000 Verbraucher keine Heizung mehr. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland in der Nacht 219 Drohnen und 24 ballistische Raketen ein.
Russland beschießt systematisch die Energieversorgung der Ukraine. Nach Darstellung Moskaus handelt es sich um militärische Ziele, da der erzeugte Strom von der Rüstungsindustrie genutzt werde. Millionen Ukrainer sind wegen der andauernden Attacken mitten im Winter Dunkelheit und Kälte ausgesetzt.
Militärobjekt und Raffinerie in Russland angegriffen
Die Ukraine griff unterdessen nach Behördenangaben ein Militärobjekt in der Region Wolgograd und eine Raffinerie in der nordrussischen Teilrepublik Komi an. In der Nacht habe die Flugabwehr einen Raketenangriff abgewehrt, teilte der Gouverneur von Wolgograd, Andrej Botscharow, mit. “Durch herabfallende Trümmer auf das Territorium eines Objekts des Verteidigungsministeriums nahe der Ortschaft Kotluban ist ein Brand ausgebrochen”, wurde Botscharow im Telegramkanal der Gebietsverwaltung zitiert.
Wegen anhaltender Detonationen sei die Evakuierung des Ortes veranlasst worden, hieß es weiter. Verletzte und Schäden an ziviler Infrastruktur habe es nach bisherigen Informationen nicht gegeben. Auf Bildern und Videos waren mehrere Explosionen zu sehen. Ukrainische Medien berichteten, dass in der Region Wolgograd Depots der Raketenartilleriestreitkräfte getroffen worden seien.
Verletzte in Tambow gemeldet
Angriffe gab es auch weiter im Norden Russlands. In der Region Tambow gab es nach Behördenangaben zwei Verletzte. Drohnentrümmer seien auf ein technisches College und ein Geschäft in der Stadt Mitschurinsk gestürzt, teilte Gouverneur Jewgeni Perwyschow mit.
In der nordrussischen Region Komi wurde nach ukrainischen Angaben eine Raffinerie angegriffen. Den auf sozialen Netzwerken veröffentlichten Bildern zufolge gab es dort auch Schäden. Überprüfbar waren die Angaben zunächst nicht. Der örtliche Katastrophenschutz bestätigte zumindest einen Drohnenangriff, machte aber bisher keine Angaben zu den Folgen. Wegen der anhaltenden Gefahr wurde der Flugplatz in der Stadt Uchta für den Luftverkehr gesperrt.




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