Von: luk
Bozen – Der Schlachthof in Bozen bleibt weiterhin länger geschlossen als ursprünglich geplant. In der Aktuellen Fragestunde des Südtiroler Landtags thematisierte der SVP-Abgeordnete Franz Locher erneut die Situation rund um die seit Juli 2025 stillstehende Struktur. Eigentlich hätte der Betrieb bereits im November wieder aufgenommen werden sollen, nun ist laut Medienberichten frühestens Ende Februar oder Anfang März mit einer Wiedereröffnung zu rechnen.
Locher verwies in seiner Anfrage auf die zunehmenden Probleme für die Südtiroler Fleischwirtschaft. Die bestehenden Schlachtstrukturen in Meran, Brixen, Ritten und Deutschnofen könnten die Ausfälle in Bozen nicht kompensieren. Es fehle an Personal und Kühlkapazitäten, zudem müssten Tiere längere Transportwege in Kauf nehmen. Dies werfe auch Fragen des Tierwohls auf. Nach jahrelangen Verzögerungen und Ankündigungen forderte Locher klare Fakten und verbindliche Entscheidungen.
Laut Angaben von Landesrat Luis Walcher wurden inzwischen rund 739.000 Euro von der Gemeinde Bozen in die außerordentliche Instandhaltung des Schlachthofs investiert. Dabei seien unter anderem Krananlagen statisch überprüft und zertifiziert sowie Maßnahmen zur Sicherung der Kühlkette umgesetzt worden. Die Sanierungsarbeiten befänden sich laut Walcher in einer fortgeschrittenen Phase.
Derzeit gibt es jedoch keinen Betreiber für den Schlachthof. Weder die Stadtgemeinde Bozen noch die SEAB seien in der Lage, die Struktur selbst zu führen, erklärte der Landesrat. Dennoch hoffe man, den Betrieb Ende Februar oder Anfang März wieder aufnehmen zu können. Mit rund 13.000 Schlachtungen pro Jahr habe der Schlachthof Bozen eine zentrale Bedeutung für die Fleischversorgung in Südtirol.
Offen bleibt weiterhin die langfristige Zukunft der Einrichtung. Für einen möglichen Neubau soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, die voraussichtlich im Juni vorliegen wird. Die Ausarbeitung der Studie wurde Landesrat Bianchi übertragen. Für Locher sind die bisherigen Antworten unzureichend: Der Schlachthof Bozen dürfe nicht weiter aufgeschoben werden, vielmehr brauche es rasch eine Entscheidung, um den Betrieb langfristig abzusichern.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen