Protestplakat des AHB in Rovereto entfernt

Italien: Tiroler Patrioten rufen Präsident Trump zur Hilfe

Montag, 02. Februar 2026 | 11:02 Uhr

Von: idr

Bozen – Eine provokante Aktion des Andreas-Hofer-Bundes in Rovereto endet mit einer diplomatischen Beschwerde: Die Tiroler Patriotenbewegung hatte auf Privatgrund ein Plakat aufgehängt, das US-Präsident Donald Trump zur Unterstützung für ein „wiedervereinigtes Tirol von Kufstein bis Borghetto“ aufforderte. Italienische Behörden entfernten das Schild samt US-Flaggen. Nun protestiert der Bund in einem offiziellen Brief an Trump und den US-Botschafter in Wien.

Das Plakat zeigte Trumps Gesicht vor der US- und der Tiroler Fahne mit der englischen Aufschrift: „Die USA unterstützen die Einheit Tirols von Kufstein bis Borghetto.“ Daneben hing ein erklärender Text in italienischer Sprache mit der Botschaft: „Herzlich willkommen im wiedervereinten Tirol.“

Trump soll Bund als Vorbild dienen

„Trump hat gezeigt, dass eingefrorene Debatten wieder aufgenommen werden können – unabhängig davon, ob man seine Methoden gutheißt“, erklärt Alois Wechselberger, Präsident des Andreas-Hofer-Bundes. „Ein wiedervereinigtes Tirol, gegründet auf drei gleichberechtigten Sprachgruppen, könnte ein Vorbild für ein kleines Europa werden – ein Raum, in dem Vielfalt nicht spaltet, sondern vereint.“

In der Protestnote, die der Bund als „formelle Protestschrift“ bezeichnet, wird die Entfernung der Plakate scharf kritisiert. Die Schilder hätten sich auf Privatgrund befunden und seien ohne klare Rechtsgrundlage beschlagnahmt worden. Dies stelle einen „besorgniserregenden Eingriff in die Meinungs-, Kunst- und Eigentumsfreiheit“ dar.

Historischer Kontext

Der Andreas-Hofer-Bund war während des Zweiten Weltkriegs als Südtiroler Widerstandsgruppe aktiv und widersetzte sich der Option, indem er die Südtiroler aufrief, ihre Heimat nicht zu verlassen. Der Bund beruft sich auf Andreas Hofer, den Tiroler Freiheitskämpfer gegen Napoleon. Nach 1945 wurde Andreas Hofer als Schutzpatron zur Bewahrung der Einheit Tirols aufgebaut.

Die Forderung nach einer Wiedervereinigung Tirols verstehe sich nicht als feindseliger Akt, betont der Bund, sondern als friedliches, symbolisches Bekenntnis zur gemeinsamen Geschichte über heutige Staatsgrenzen hinweg. Ob die Botschaft auch beim mächtigsten Mann der Welt ankommt, der vermutlich weder jemals von Tirol noch von Andreas Hofer gehört haben wird, bleibt abzuwarten.

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