Gemeinde will sich weiter für Bevölkerung einsetzen

Schotterverarbeitung in Auer: Bürgerabend zeigt große Sorgen in der Bevölkerung

Donnerstag, 21. Mai 2026 | 11:11 Uhr

Von: luk

Auer – Großes Interesse und viele kritische Fragen: Mehr als 150 Bürgerinnen und Bürger haben am Informationsabend der Gemeinde Auer zum geplanten Gewerbegebiet „Ex-Gamberoni“ teilgenommen. Diskutiert wurde über die mögliche Nutzung des Areals für Schotterverarbeitung, Betonherstellung und Bauschuttrecycling.

Die Gemeindeverwaltung hatte zu dem Bürgerabend eingeladen, um über den Stand des Verfahrens zu informieren und Sorgen der Bevölkerung aufzunehmen. Mit dabei war auch Südtirols Wirtschaftslandesrat Marco Galateo.

Bürgermeister Martin Feichter erinnerte daran, dass das Gelände ursprünglich 2006 als provisorische Baustelleneinrichtung für den Bau der Umfahrungsstraße eingerichtet worden war. Nach Fertigstellung der Straße im Jahr 2013 hätte die Fläche laut damaligen Vereinbarungen wieder in Landwirtschaftsgebiet umgewandelt werden sollen. Stattdessen seien bestehende Abkommen in den vergangenen Jahren mehrfach verlängert worden.

Die Gemeinde habe sich laut Feichter wiederholt gegen eine dauerhafte Nutzung oder eine Umwidmung in ein Gewerbegebiet ausgesprochen. Befürchtet werden vor allem zusätzliche Belastungen durch Schwerverkehr, Staub und Lärm sowie negative Auswirkungen auf Landwirtschaft, Umwelt und Lebensqualität im Dorf.

Im Dezember 2025 leitete die Landesregierung dennoch ein Verfahren zur Ausweisung eines Gewerbegebiets von Landesinteresse ein. Der Gemeinderat von Auer sprach sich einstimmig dagegen aus. Zudem gingen 17 negative Stellungnahmen von Vereinen, Verbänden und Privatpersonen ein. Auch die Landeskommission für Raum und Landschaft gab ein negatives Gutachten ab.

Landesrat Galateo erklärte beim Bürgerabend, dass die Bauwirtschaft im Bezirk Überetsch-Unterland auf Schottermaterial angewiesen sei. Nach der klaren Ablehnung aus Auer und dem negativen Gutachten werde die geplante Umwidmung derzeit jedoch nicht der Landesregierung vorgelegt. Stattdessen soll nun eine unabhängige Studie prüfen, welcher Standort im gesamten Unterland für eine solche Anlage am geeignetsten wäre.

In der anschließenden Diskussion äußerten zahlreiche Bürger ihre Sorgen über mehr Verkehr, Staub, Lärm und mögliche Folgen für Klima und Umwelt. Mehrfach wurde betont, dass eine Entscheidung dieser Größenordnung sorgfältig geprüft werden müsse. Auch der tatsächliche Bedarf an Schottermaterial sowie die mögliche Rolle der geplanten BBT-Zulaufstrecke wurden thematisiert.

Die Gemeindeverwaltung kündigte an, sich weiterhin für die Interessen der Bevölkerung einzusetzen. Ziel bleibe eine nachhaltige Entwicklung des Dorfes und der Schutz der Lebensqualität in Auer.

Bezirk: Überetsch/Unterland

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