Von: luk
Bozen – Im Südtiroler Landtag in Bozen sollen künftig wieder ausschließlich die offiziellen Sprachen verwendet werden. Landtagspräsident Arnold Schuler hat dem Gebrauch von Dialekt in den Wortmeldungen eine klare Absage erteilt.
“Aus Respekt vor der Institution” werde man darauf bestehen, dass in der Aula nur Standarddeutsch, Italienisch oder Ladinisch gesprochen wird, erklärte Schuler nach einer Sitzung der Fraktionssprecher. Damit reagierte er auf eine Debatte, die zuletzt durch Abgeordnete der Bewegung Süd-Tiroler Freiheit – insbesondere Hannes Rabensteiner – ausgelöst worden war. Er hatte Redebeiträge im Dialekt gehalten und dies mit der Begründung verteidigt, es handle sich um seine Sprache.
Kritik kam unter anderem von Landesrat Christian Bianchi (Forza Italia), der dies als unangebracht bezeichnete. Auch im Abgeordnetenhaus von Neapel werde nicht Dialekt gesprochen. Die Frage wurde daraufhin auch offiziell im Landtag eingebracht und in der Runde der Fraktionsvorsitzenden diskutiert.
Schuler betonte, es gehe nicht nur um eine sprachliche, sondern vor allem um eine institutionelle Frage: “Wir vertreten die Bürgerinnen und Bürger und damit auch unsere Autonomie. Die Sprache, die wir verwenden, muss diesem Anspruch gerecht werden.” Ziel sei es, ein respektvolles Miteinander und gegenseitiges Verständnis in der Aula sicherzustellen.
Auch Bianchi zeigte sich mit der nun getroffenen Klarstellung zufrieden. Es sei wichtig, dass der Präsident künftig eingreife, wenn vom Gebrauch der offiziellen Sprachen abgewichen werde.
Laut Schuler kam Kritik am Dialektgebrauch nicht nur von italienischsprachiger Seite, sondern auch von deutschsprachigen Abgeordneten. In der Vergangenheit habe es vergleichbare Fälle nicht gegeben – selbst prominente Vertreterinnen der deutschen Rechten wie Eva Klotz hätten im Landtag stets die Standardsprache verwendet.
Mit der Entscheidung soll auch verhindert werden, dass sprachpolitische Spannungen das Klima im Landtag belasten. Für Schuler ist klar: “Der Landtag ist der Ort, an dem das Zusammenleben geregelt wird. Verständigung und Respekt müssen dabei immer im Mittelpunkt stehen.”




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