Angriff auf Region Saporischschja (Archivbild)

Selenskyj: Ukrainische Unterhändler treffen US-Vertreter

Mittwoch, 25. Februar 2026 | 12:15 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Ukrainische Unterhändler treffen sich am Donnerstag mit US-Vertretern. Themen sind das sogenannte Wohlstandspaket und der Wiederaufbau seines Landes, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Zudem würden die Teams die Vorbereitungen für ein trilaterales Treffen unter Einbeziehung Russlands erörtern. Auch in Wien steht am Donnerstag und Freitag das Thema Wiederaufbau der Ukraine auf dem Programm eines Treffens internationaler Sonderkoordinatoren.

Auf Initiative des österreichischen Außenministeriums werden knapp 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Europa sowie aus Kanada, Japan, Korea, der Türkei sowie internationaler Finanzinstitutionen wie Weltbank, Europäische Investitionsbank (EIB) und Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) in Wien erwartet. Ziel des Treffens sei die Steigerung der Effizienz der Wiederaufbauaktivitäten und eine stärkere internationale Koordination, teilte das Ministerium am Mittwoch in einer Aussendung mit. Eröffnet wird das Treffen von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) und Regierungskoordinator Wolfgang Anzengruber.

Bei den Beratungen in Genf stehen auch Details zum Austausch von Kriegsgefangenen auf der Agenda. Die ukrainische Delegation wird von Rustem Umjerow geleitet, dem Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates. Auf US-Seite nehmen der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump, teil. “Die erste Frage ist das Wohlstandspaket, das ist das Paket für den Wiederaufbau der Ukraine”, sagte Selenskyj. Die Regierung in Kiew hofft, in den kommenden zehn Jahren rund 800 Milliarden Dollar an öffentlichen und privaten Mitteln für den Wiederaufbau zu mobilisieren.

Wiederaufbaukosten auf 588 Mrd. Dollar geschätzt

Einer am Montag veröffentlichten Schätzung der Weltbank zufolge belaufen sich die Kosten für den Wiederaufbau der Wirtschaft derzeit auf rund 588 Milliarden Dollar (499,28 Mrd. Euro). Der Berechnung liegen Daten von Februar 2022 bis Ende 2025 zugrunde. Der Wiederaufbau der Ukraine ist zu einem zentralen Thema in den Gesprächen über eine Beendigung des Krieges geworden. Ukrainische Regierungsvertreter werben für ihr Land als künftiges EU-Mitglied und lukrativen Investitionsstandort.

Gelder dürften jedoch erst nach einem Waffenstillstand und einem Friedensabkommen fließen. Bisher blieben die unter US-Vermittlung geführten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland ohne Durchbruch in zentralen Streitpunkten wie Gebietsfragen.

Angriff auf Chemiefabrik

Bei russischen Angriffen im Süden der Ukraine wurden indes nach Behördenangaben vier Menschen getötet. Außerdem sei ein Kind bei den Attacken am Dienstagabend verletzt worden, teilte der ukrainische Zivilschutz mit. Luftangriffe auf ein Dorf im Kreis Saporischschja zerstörten den Angaben nach ein Wohnhaus und beschädigten ein weiteres. Russlands Militär griff demnach am Abend des vierten Kriegsjahrestags an.

Bei nächtlichen Angriffen der Ukraine wurden im westrussischen Gebiet Smolensk nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet. Kiew habe die Fabrik Dorogobusch für Stickstoffdünger attackiert, schrieb Gouverneur Wassili Anochin bei Telegram. Vier Mitarbeiter seien dabei ums Leben gekommen, zehn weitere seien verletzt worden. Um mögliche Gefahren für die Bevölkerung zu minimieren, werde die Evakuierung der Einwohner in umliegende Siedlungen in Erwägung gezogen.

Die Chemiefabrik Dorogobusch liegt etwa 285 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt und gehört zur Gruppe Acron. Nach deren Angaben ist sie Hersteller von Mineraldüngern und Industrieprodukten. Demnach wird dort unter anderem Ammoniak, Ammoniumnitrat und Salpetersäure produziert – Stoffe, die auch militärisch genutzt werden können.

Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge wurden in der Nacht 69 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet abgewehrt, davon 14 über der Region Smolensk. Die Ukraine verteidigt sich seit etwas mehr als vier Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg. Als Teil ihres Abwehrkampfes greift sie immer häufiger auch Ziele in Russland an.

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