Von: mk
Bozen – Der Bozner Unternehmer Stefano Podini, der mit seinem Unternehmen Eneco europaweit eine Spitzenstellung genießt und mit der ersten privaten Hochspannungsleitung in der EU Pionierarbeit geleistet hat, bricht eine Lanze für die Kernkraft. Sein Argument: Wind und Sonne allein reichen nicht aus, um die Industrie wettbewerbsfähig zu halten.
Er bemängelt: Trotz eines Rekordausbaus bei den erneuerbaren Energien steckt Italien in einer Hochpreis-Falle fest – ein Paradoxon, das die italienische Wirtschaft bremst. „Obwohl Italien im Jahr 2025 mit 83 Gigawatt an installierter Leistung aus erneuerbaren Quellen einen historischen Rekord aufgestellt hat, bleiben die Strompreise im europäischen Vergleich auf einem extrem hohen Niveau“, erklärt Podini laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa.
Trotz dieser Erfolge bleibe Italien „im Klammergriff der europaweit höchsten Strompreise gefangen“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung von Podini. Dies sei eine gefährliche Hürde für die industrielle Erholung des Landes. Der nationale Einheitspreis markiert derzeit die höchsten Stände der letzten zwei Jahre.
Für Stefano Podini ist das rasante Wachstum der Photovoltaik zwar ein wichtiger Meilenstein, aber keine alleinige Lösung für das strukturelle Kostenproblem. Das Hauptproblem sieht er in der Volatilität: „Der Markt ist immer noch zu stark an die Schwankungen des Erdgases gekoppelt.“ Das bloße Wachstum von Sonne und Wind garantiere weder die Stabilität des Systems noch eine dauerhafte Senkung der Energiekosten.
Um Italien von einem Netto-Importeur in eine strategische Energiedrehscheibe im Mittelmeerraum zu verwandeln, fordert Podini Mut zur radikalen Diversifizierung. Nur durch die Kombination aus grüner Energie und Kernkraft der neuen Generation könne Italien die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und den damit verbundenen Preissprüngen endgültig hinter sich lassen.




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