Julia Unterberger erfreut

Senat genehmigt Antrag der Autonomiegruppe gegen Gewalt an Frauen

Donnerstag, 29. November 2018 | 16:15 Uhr

Rom – „Auch unser Beschlussantrag ist genehmigt worden“, freut sich die Vorsitzende der Autonomiegruppe Julia Unterberger, die diesen Antrag heute Vormittag im Senat vorgestellt hat. „Die Regierung verpflichtet sich dadurch zu einer entschiedenen Politik, die wirksame Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen setzt.“

„Seit mittlerweile 20 Jahren beschäftige ich mit dem Thema Gewalt an Frauen“, berichtet Julia Unterberger. „Mir scheint, dass sich die Situation in dieser Zeit in keiner Weise verbessert hat – im Gegenteil: Oft habe ich den Eindruck, dass die Zahl der entsprechenden Delikte sogar zugenommen hat.“ Zurückzuführen sei dies wahrscheinlich auch auf den positiv zu bewertenden Umstand, „dass die Frauen mutiger geworden sind und sich heute nicht mehr schämen, Anzeige zu erstatten“.

Als positiv bewertet Senatorin Julia Unterberger, dass dem Thema in der öffentlichen Diskussion vermehrt Beachtung geschenkt werde. „Vor zwei Jahrzehnten waren es nur einige wenige Frauen, welche die Gewalt gegen Frauen thematisierten und für die Rechte der Frauen kämpften – heute diskutiert immerhin der ganze Senat über diese Problematik.“

Zudem seien diesbezüglich in den vergangenen Jahren unzählige internationale Konventionen abgeschlossen worden, etwa jene von Istanbul: „Diese verpflichtet die Staaten, die verschiedenen Formen von Gewalt an Frauen in ihrer Rechtsordnung als strafbare Handlungen vorzusehen“, erklärt Julia Unterberger. Das Istanbul-Übereinkommen des Europarates sei auch die italienische Rechtsordnung übernommen worden.

Trotz der rechtlichen Bemühungen sind die Daten über die Gewalt an Frauen alarmierend. „Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel“, meint Julia Unterberger: „Jede Form von Gewalt, ob in Worten oder Taten, ist entschieden zu verurteilen.“ Dabei müssten gerade politische Entscheidungsträger mit gutem Beispiel vorangehen. „Leider geschieht dies nicht immer – gerade jüngst haben sich Posts von Politikern als regelrechte Einladungen zu hasserfüllten sexistischen Kommentaren erwiesen, das andere Geschlecht in seiner Würde herabzusetzen.“

„Solange das Verhältnis zwischen den Geschlechtern von Ungleichheit und Abhängigkeit geprägt ist“, betont Julia Unterberger, „wird es Gewalt an Frauen immer geben“. Deshalb brauche es einen überzeugten Einsatz der Politik, der das Problem an der Wurzel angeht.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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