KVW fordert fundierte Auseinandersetzung

Stoppschild für Gesetzesinitiative zum assistierten Suizid

Montag, 15. Juni 2026 | 15:48 Uhr

Von: mk

Bozen – Seit 2019 besteht in Italien der verfassungsrechtliche Anspruch auf angemessene Unterstützung sterbewilliger Menschen – unter klar festgeschriebenen Voraussetzungen. Eine gesetzliche Regelung wird wohl allein deshalb nötig, um den derzeitigen Schwebezustand für Sterbehilfe im gesetzlichen Graubereich zu beenden. In Südtirol kritisiert der Katholische Verband der Werktätigen – KVW, dass hierzulande eine derart weitreichende und in ihren Folgen weiterhin schwer abzusehende Entscheidung vorauseilend in ein sogenanntes Omnibusgesetz zur Neuregelung des Landesgesundheitsdienstes geschleust werde.

Dies wirft für KVW viele Fragen auf. „Ein so sensibles Thema braucht eine umfassende fachliche, politische und öffentliche Diskussion und keinen politischen Schnellschuss. Im Zentrum muss als wichtigste Frage stehen: Wie kann betroffenen Menschen in existenziell schwierigen Lebenssituationen bei der Bewältigung von Krankheit, Leid und Sterben bestmöglich geholfen werden? Da scheinen uns derzeit zu viele Fragen noch offen zu sein“, so der KVW-Vorsitzende Werner Steiner in einer Stellungnahme. Es bedürfe eines verantwortungsvollen Weges, bevor es zu einer gesetzlichen Regelung zum Thema Sterbehilfe und deren praktischen Umsetzung kommen könnte.

Der KVW unterstreicht damit den hohen Wert des menschlichen Lebens, den es gesetzlich in höchstem Maße zu schützen gelte, und fordert daher einen Stopp der aktuellen Gesetzesinitiative, um eine fundierte und breite gesellschaftliche Auseinandersetzung zu ermöglichen.

Bezirk: Bozen

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