Von: mk
Bozen – Klimaschutz ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Umso wichtiger sind positive Zwischenschritte. Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz bewertet die Ergebnisse der Bonner Klimazwischenverhandlungen daher als ermutigendes Signal, dass die internationale Klimapolitik trotz vieler Herausforderungen weiter voranschreitet.
Besonders der Vorschlag des türkischen Umweltministers Murat Kurum, den globalen Anteil von Strom am Endenergieverbrauch bis 2035 von derzeit rund 20 auf 35 Prozent zu steigern, sollte auch in Südtirol als Ansporn verstanden werden, die Energiewende entschlossener voranzutreiben, erklärt der Dachverband für Natur- und Umweltschutz in einer Aussendung.
In den vergangenen zwei Wochen trafen sich in Bonn Vertreterinnen und Vertreter der 195 Vertragsstaaten des Pariser Klimaabkommens zu den jährlichen Zwischenverhandlungen der Vereinten Nationen. Rund 6.500 Delegierte aus Regierungen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bereiteten dabei die politischen Entscheidungen für die nächste Weltklimakonferenz im November 2026 in Antalya vor.
Dabei betonte UN-Klimachef Simon Stiell, dass wenn wir unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen fortsetzen, wir weiterhin Inflation und wirtschaftliche Instabilität importieren würden. Vor diesem Hintergrund ist die Ankündigung der Türkei besonders bemerkenswert. Die Gastgeberin der kommenden Weltklimakonferenz will dort ein globales Elektrifizierungsziel verabschieden lassen: Bis 2035 soll Strom weltweit 35 Prozent des Endenergieverbrauchs ausmachen. Die Elektrifizierung von Verkehr, Industrie und anderen Wirtschaftssektoren gilt als zentrale Voraussetzung, um Kohle, Öl und Gas schrittweise zu ersetzen.
„Solche globalen Ziele müssen nun durch konkrete Maßnahmen der einzelnen Staaten und der Europäischen Union untermauert werden. Das betrifft Italien ebenso wie Südtirol, wobei neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien auch die Reduktion des Energieverbrauchs enorm wichtig ist“, betont Hanspeter Staffler, Geschäftsführer des Dachverbandes.
Trotz bedeutender Fortschritte steige der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen weiterhin an. Auch Südtirol sei von den im Klimaplan festgelegten Zielen noch deutlich entfernt.
„Es ist offensichtlich, dass wir mehr als nur einen Plan brauchen, um unserer Verantwortung im Klimaschutz gerecht zu werden. Deshalb nutzen wir diese Gelegenheit, um unsere Forderung nach einem starken Landesklimagesetz erneut zu bekräftigen. Die Welt bewegt sich vorwärts – Südtirol kann es sich nicht leisten, den Anschluss zu verlieren“, erklärt Elisabeth Ladinser, Vorsitzende des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz.




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