Von: luk
Bozen – Mit Nachdruck reagiert die Südtiroler Volkspartei auf die jüngsten Äußerungen des Südtiroler Schützenbundes und des Südtiroler Heimatbundes zur Autonomiereform.
„Wer mehr Eigenständigkeit für Südtirol, die Stärkung unserer Autonomie und eine ausdrücklich verankerte Schutzklausel öffentlich als bedeutungslos oder wertlos darstellt, verkennt entweder die politische Tragweite dieser Reform oder wird der Verantwortung seiner Funktion nicht gerecht“, hält die Südtiroler Volkspartei mit Blick auf die Aussagen des Landeskommandanten des Südtiroler Schützenbundes bei der Bundesversammlung am Samstag sowie in einem heutigen Zeitungsinterview fest.
Die SVP zeigt sich insbesondere darüber enttäuscht, dass Teile der Führung des Schützenbundes den Weg einer sachlichen und konstruktiven Begleitung offenbar verlassen haben. „Es ist bedauerlich, wenn ein traditionsreicher Verband, der historisch eng mit den Anliegen unseres Landes verbunden ist, sich zunehmend einer Rhetorik bedient, die mehr auf pauschale Abwertung als auf ernsthafte politische Auseinandersetzung setzt. Damit wird weder der Sache gedient noch dem Ansehen des Verbandes. Vor allem aber wird damit einem gemeinsamen Ziel geschadet: der Absicherung und Weiterentwicklung der Südtiroler Autonomie im Interesse unseres Landes und seiner deutschen und ladinischen Volksgruppen.“
Mit Blick auf die bevorstehende Behandlung im Senat unterstreicht die Volkspartei die historische Bedeutung der Reform. „Diese Autonomiereform ist die bedeutendste Weiterentwicklung unseres Statuts seit Jahrzehnten. Das ist keine parteipolitische Behauptung, sondern eine Einschätzung, die von namhaften Verfassungsexperten geteilt wird. Wer das kleinredet oder bewusst entwertet, blendet die politische und historische Dimension dieses Schrittes aus. Gerade in verantwortungsvollen Funktionen sollte es jedoch um Augenmaß, Ernsthaftigkeit und Urteilsvermögen gehen – nicht um Zuspitzung um ihrer selbst willen.“
Auch zu den Aussagen des Heimatbundobmanns Roland Lang bezieht die SVP klar Stellung: „Die Geschichte Südtirols zeigt deutlich, dass unser Land immer dann vorangekommen ist, wenn Verantwortung, Verhandlungskraft und politische Klugheit den Kurs bestimmt haben – und nicht Fundamentalopposition als Selbstzweck.“
Abschließend bekräftigt die Südtiroler Volkspartei ihren politischen Auftrag: „Die Verteidigung und Weiterentwicklung der Autonomie war und ist der historische Auftrag der Südtiroler Volkspartei. Diesem Auftrag kommen wir mit Ernsthaftigkeit, Beharrlichkeit und Verantwortung nach. Wir wissen dabei die große Mehrheit der Bevölkerung hinter uns. Umso bedauerlicher ist es, wenn Organisationen wie der Schützenbund oder der Heimatbund positive Entwicklungsperspektiven für Südtirol nicht kritisch begleiten, sondern von vornherein verwerfen, sobald diese nicht in jeder Einzelheit ihrer eigenen Vorstellung entsprechen. Südtirol braucht in entscheidenden Momenten keine reflexhafte Konfrontation, sondern Haltung, Verantwortung und politischen Weitblick.“




Aktuell sind 3 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen