Anfrage im Landtag

Tägliche Fahrten zur Strahlentherapie: Team K drängt auf Anpassung

Dienstag, 14. April 2026 | 11:29 Uhr

Von: luk

Bozen – Eine Krebsdiagnose stellt das Leben von Betroffenen von einem Tag auf den anderen auf den Kopf. Neben der körperlichen und psychischen Belastung kommt für viele Patientinnen und Patienten in Südtirol eine zusätzliche Herausforderung hinzu: der tägliche Weg zur Therapie.

“Aktuelle Fälle und zahlreiche Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeigen, dass insbesondere onkologische Patientinnen und Patienten in Strahlentherapie häufig auf sich allein gestellt sind – selbst dann, wenn sie über Wochen hinweg täglich zu Behandlungen fahren müssen. Eine besondere Herausforderung stellen die Fahrten für Betroffene aus der Peripherie dar.” Deshalb bringt die Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder in dieser Woche einen Vorschlag ein, der eine Überprüfung und Anpassung der geltenden Transportkriterien vorsieht. Ziel sei eine stärkere Berücksichtigung der realen Belastungssituation der Betroffenen sowie die Prüfung ergänzender Lösungen, etwa Sammeltransporte.

Eine Betroffene aus dem Pustertal schildert ihre Situation, wie Rieder erklärt: “Trotz Krebsdiagnose und belastender Therapie hat sie keinen Anspruch auf einen Krankentransport. Tägliche Bestrahlungen innerhalb weniger Wochen bedeuten für sie tägliche Fahrten nach Bozen – organisiert auf eigene Faust, trotz Erschöpfung und körperlicher Schwäche. Die Strahlentherapien finden zentral in Bozen statt. Für viele Betroffene aus peripheren Tälern bedeutet das lange Anfahrtswege. Wenn eine Patientin oder ein Patient beispielsweise aus dem hinteren Ahrntal oder aus dem oberen Vinschgau nach Bozen zur Therapie fahren muss, kann dies eine tägliche Gesamtfahrzeit von bis zu vier Stunden bedeuten – eine enorme zusätzliche Belastung in einer ohnehin schwierigen Lebensphase. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind diese Wege oft noch schwerer zu bewältigen, da lange Fahrzeiten, Umstiege, eingeschränkte Verbindungen, aber auch überfüllte Verkehrsmittel die Situation zusätzlich erschweren. Hinzu kommt: Nicht jeder verfügt über ein soziales Netzwerk, das solche täglichen Fahrten auffangen kann. Besonders häufig sind Frauen betroffen, die neben der eigenen Erkrankung weiterhin Verantwortung für Kinder und Haushalt tragen. Gleichzeitig sind Partner vielfach berufstätig und können diese Fahrten nicht täglich übernehmen.”

Maria Elisabeth Rieder wurde in den letzten Wochen mehrfach von Betroffenen kontaktiert, die genau diese Situation schildern: “Diese Patienten erwarten sich eigentlich nur, dass ihnen ein Krankentransport genehmigt wird. Es kann nicht sein, dass Menschen, die ohnehin schon um ihre Gesundheit kämpfen, zusätzlich damit belastet werden, wie sie täglich zur Therapie kommen. Aktuell sind Krankentransporte nur in klar definierten medizinischen Ausnahmefällen vorgesehen – etwa bei Gehunfähigkeit oder schweren Begleiterkrankungen. Für viele Patientinnen und Patienten in Strahlentherapie greifen diese Kriterien jedoch nicht, obwohl die tägliche Organisation der Fahrten eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellt.“

In mehreren Anfragen an Landesrat Messner hat die Team K Abgeordnete bereits auf diese Problematik hingewiesen. Die Antworten verwiesen jedoch im Wesentlichen auf die geltenden Kriterien im  Beschluss – konkrete Verbesserungen sind bislang ausgeblieben. Aus diesem Grund hat sie nun für diese Woche einen Beschlussantrag im Landtag eingebracht. Maria Elisabeth Rieder drängt auf eine Überprüfung und Anpassung der Transportkriterien, damit die tatsächliche Belastung der Patientinnen und Patienten stärker berücksichtigt wird. Konkret geht es darum, die Häufigkeit und Dauer der Therapien einzubeziehen, die Zumutbarkeit der täglichen Fahrten realistisch zu bewerten und ergänzende Lösungen wie Sammeltransporte zu ermöglichen. „Wenn ich von Betroffenen höre, dass Strahlentherapien wegen Überforderung abgebrochen werden, dann macht mich das sehr betroffen. Wer täglich zur Strahlentherapie muss, braucht Unterstützung – und es muss alles daran gesetzt werden, hier eine Lösung im Sinne dieser Patient:innen zu finden. Ich setze dabei auf die Zusammenarbeit aller Beteiligten, um eine Lösung zu erreichen, die sich an der Realität der Menschen orientiert“, betont Maria Elisabeth Rieder abschließend.

 

Bezirk: Bozen

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