Von: APA/Reuters/dpa
Die tagelangen Trauerprozessionen für Irans getöteten obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei haben das Nachbarland Irak erreicht. Tausende Menschen erwiesen ihm in der irakischen Pilgerstadt Najaf am Mittwoch die letzte Ehre. Während der Sarg auf einem Lastwagen durch die Straßen gefahren wurde, riefen viele Trauernde zum “Tod Amerikas” und “Tod Israels” auf. Zudem waren iranische und irakische Flaggen, sowie die Banner von Teheran unterstützter irakischer Milizen zu sehen.
Die sogenannten Volksmobilisierungskräfte (PMF), ein Bündnis aus vorwiegend schiitischen und Iran-treuen Milizen im Irak, meldeten gewaltige Teilnehmerzahlen. Zum Trauerzug in Najaf seien mehr als zwei Millionen Menschen erschienen, teilten die PMF mit. Eine Bestätigung aus anderen Quellen für diese Zahlen gab es nicht, der Andrang war Bildern zufolge aber enorm.
Khamenei war am ersten Tag der Angriffe der USA und Israels Ende Februar getötet worden. Sein Sarg war am Dienstagabend am internationalen Flughafen von Najaf eingetroffen. Dort nahmen ihn der irakische Ministerpräsident Ali al-Saidi, sowie hochrangige Regierungsvertreter und religiöse Würdenträger in Empfang. Zur Teilnahme an dem Trauerzug reisten auch der iranische Präsident Masoud Pezeshkian und Kommandanten der iranischen Revolutionsgarde in das Nachbarland. Der insgesamt sechstägige Trauerzug hatte zuvor im Iran riesige Menschenmengen angezogen.
Najaf für Schiiten besonders bedeutend
Dass Trauerprozessionen für Khamenei über die iranischen Grenzen hinweg bis in den Irak reichen, hat religiöse Gründe. Najaf ist für schiitische Musliminnen und Muslime weltweit von Bedeutung, da sich dort die Grabstätte von Ali ibn Abi Talib befindet. Er wird auch als Imam Ali bezeichnet und war Schwiegersohn des Propheten Mohammed. Schiiten erkennen Imam Ali als einzig göttlich legitimierten Prophetennachfolger an. Im Gegensatz dazu erkennen Sunniten die vier ersten Kalifen, die nach dem Tod des Propheten Mohammed gewählt wurden, als rechtsgeleitet an.
Der Trauerzug für Khamenei soll anschließend in die heilige Stadt Kerbala weiterziehen. Auch diese Stadt hat insbesondere für Schiiten große Bedeutung. Denn dort wurde Imam Hussein getötet. Er war der Sohn von Imam Ali und Enkel des Propheten Mohammed. Nach Ende der Prozessionen im Irak wird Khameneis Sarg in den Iran zurückgebracht. Die Beisetzung soll am Donnerstag in Mashhad stattfinden, einem religiösen Zentrum im Nordosten des Iran.




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