Gesetzentwurf vorgestellt

Team Köllensperger: Das Rodeln braucht Regeln

Mittwoch, 27. März 2019 | 13:04 Uhr

Bozen – Südtirol soll ein Gesetz zur Regulierung des Freizeitrodelsports erhalten. Das Team Köllensperger hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz einen entsprechenden Gesetzesentwurf präsentiert. Es sieht neben einer Helmpflicht für Kinder auch einen Mindeststandard in der Beschaffenheit und Instandhaltung von Rodelbahnen und Rodelwege vor.

Die verschiedenen Rodelunfälle mit Schwerstverletzten und mit teilweise tödlichem Ausgang der letzten Wochen und Jahre hätten dazu geführt, dass Südtirol immer wieder in den Schlagzeilen italienischer und ausländischer Medien negative Erwähnung findet. Südtirol habe sich im Bereich Rodeln eine starke Kompetenz im internationalen Vergleich erarbeitet. Die zahlreichen Rodelchampions (Olympiasieger, Weltmeister, Europameister) im Kunstbahn- und Naturbahnrodeln sind internationale Aushängeschilder. Sie seien die Speerspitzen für einen Breitensport, das Freizeitrodeln, das in Südtirol auf über 140 Rodelbahnen und -wegen von Einheimischen und Gästen praktiziert wird, erklärt die Bewegung.

Das Rodeln in Zahlen

Laut der bisher einzigen in Südtirol durchgeführten Erhebung zum Rodelsport aus dem Jahr 2012 geht hervor, dass an Spitzentagen auf allen Bahnen in Südtirol an die 33.000 Rodler unterwegs sind. Mittlerweile kann von einem wesentlich höheren Wert ausgegangen werden. Das bedeutet, dass an die 1,5 Millionen Rodler in einer Wintersaison aktiv sind. „Rodeln stellt mittlerweile auch einen Wirtschaftsfaktor dar, der einigen Wintersportorten und Skigebieten sogar das Überleben sichert, bzw. einen nicht unerheblichen Zusatzertrag für Aufstiegsanlagen darstellt. Nicht zu vergessen sind weitere Profiteure am Rodelsport wie Rodelhersteller und Verleiher von Rodeln“, erklärt das Team Köllensperger.

Der aktuelle Bericht zum Thema Rodeln des österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit (29.01.2019) liefert einige Zahlen über das Rodeln und die Unfallursachen beim Rodeln in Österreich. Diese Erkenntnisse ließen sich auch auf Südtirol übertragen. Mit 35 Prozent sind Kollisionen die Unfallursache Nummer eins, gefolgt von „Sturz, Stolpern, Ausgleiten“ mit 28 Prozent und Aufprall gegen ein Hindernis mit 21 Prozent. Im Zehnjahreszeitraum zwischen 2008 bis 2018 kamen 21 Personen in Österreich beim Rodeln ums Leben. Im Winter 2017/18 waren 41 Prozent der verunfallten Rodler ohne Helm unterwegs und nur 35 Prozent mit Helm. In 24 Prozent der Fälle fehlt diese Information. Der höchste Anteil der Verunfallten liegt mit 26 Prozent in der Altersgruppe der Elf- bis 20-Jährigen, es folgen die 21- bis 30-Jährigen mit 21 Prozent.

Situation in Südtirol

„Umso unverständlicher ist es, dass genau diese mittlerweile im gesamten Alpenraum, aber vor allem in Südtirol so wichtige Sportart in keinem eigenen Gesetz geregelt wird und sogar im Skipistengesetz Nr. 14 vom 23.11.2010 ausdrücklich ausgeschlossen wird (Art 2. Punkt 2 a). Angesichts der steigenden Zahl an Freizeitsportler, an Anbietern und Betreibern, ist es unumgänglich Abhilfe zu leisten und Südtirol aus dem Gesetzes- und Verordnungsvakuum zu heben. Es gilt zumindest einen Mindeststandard an Sicherheit und Qualität einzuführen, wie es z.B. das Land Tirol mit der Einführung des ‚Rodelbahn Gütesiegels‘ im Jahr 2009 gemacht hat“, erklärt das Team Köllensperger.

Seit 2009 habe sich zudem der Verein „Sicher Rodeln – Slittino sicuro“ ehrenamtlich um den gesamten Sektor gekümmert. Die Professionalisierung des gesamten Freizeitrodelsektors sei nunmehr unumgänglich und angesichts des hohen Know Hows der Initiatoren des Vereins in allen Belangen des Freizeitrodelns diesen eine Coaching-Rolle zuzuerkennen. Uta Radakovich, Mitbegründerin des Vereins „Sicher Rodeln“, begrüßt den Gesetzentwurf vom Team Köllensperger: „Es war mir bis heute unverständlich, dass trotz der schweren und zum Teil tödlichen Unfälle das Freizeitrodeln zu keiner Zeit dieselbe Aufmerksamkeit bekommen hat, wie das Skifahren. Mit diesem Vorschlag würde es gelingen, allen, die am Rodelsport Kompetenz haben, vom Verleiher bis hin zum neu zu ausbildenden Rodellehrer, eine professionelle und gesetzlichen Absicherung zu geben.“

Die Gesetzes-Initiative des Team Köllensperger

Alex Ploner, Abgeordneter des Team Köllensperger und „politische Vater“ des Gesetzentwurfs, hat in dieser Thematik Handlungsbedarf gesehen: „Angesichts der stetig steigenden Anzahl von Rodlern und der gleichzeitigen Unfälle ist es aus meiner Sicht von äußerster Dringlichkeit, ein Regelwerk für den Sektor zu schaffen, das nicht nur Betreibern von Rodelbahnen und –wegen Schutz bietet, sondern auch den Sicherheitsfaktor am Freizeitrodeln erhöht. In diesem Zusammenhang ist auch die Ergänzung des Skipistengesetzes, sowie der Verordnung für Skilehrer um Zusatzqualifikationen rund um den Rodelsport zu empfehlen.“

Das Einbinden als Berater, Experten und Coaches früherer Südtiroler Weltklasserodler biete diesen nach der Beendigung der Sportlaufbahn zudem eine Möglichkeit, weiterhin dem Rodelsport mit ihrer wertvollen Erfahrung erhalten zu bleiben. Dieser Gesetzentwurf decke sportliche, touristische und strukturelle Aspekte ab, durch die Planung von neuen oder Umbau von bestehenden Rodelbahnen/-wege, Klassifizierung der Rodelbahnen/-wege, Absicherung und Beschilderung der Rodelbahnen/-wege, Regelwerk für Rodler, Coaching für Betreiber und Hüttenwirte, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

„Ein weiterer Aspekt ist die verbindliche Helmpflicht für Kinder unter 14 Jahre, die für die Skipisten bereits gilt. Rodelbahnen gelten als weitaus gefährlicher, darum ist eine Helmpflicht zumindest für Kinder hier mehr als geboten. Der Gesetzentwurf fördert die Sensibilisierung zum Helmtragen bei den Erwachsenen, sowie die Vermittlung von Informationen rund um die Haftpflicht-Versicherungen für Betreiber, Verleiher, Hersteller, Rodellehrer und Freizeitrodler zur Risikominimierung oder –vermeidung“, so die Bewegung.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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29 Kommentare auf "Team Köllensperger: Das Rodeln braucht Regeln"


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Dor_Lupin
Dor_Lupin
Neuling
28 Tage 5 h

Helm trogen isch olles guat und recht, obor die Leit miasen unfongen wieder selber zu denken und ihren Hausverstond zu gebrauchen. 

honigdachs
honigdachs
Tratscher
27 Tage 23 h

dor lupin , jo genau Hausverstand und et noie Gesetze …..

enkedu
enkedu
Kinig
27 Tage 21 h

linke Partein nemmen dir solonge Freiheiten bis koane mehr sein.

Neumi
Neumi
Kinig
27 Tage 11 h

Hausverstand basiert auf Erfahrung. Heute fährt jeder Dödel, der bestenfalls einmal im Jahr mit Schnee in Berührung kommt. Wie oft wird ein Rodelverleiher denn gefragt, wo an dem Ding die Bremsen sind? Dass man auch ordentliches Schuhwerk brauchen könnte, fällt den Leuten nicht ein. Und wie eine Rodelbahnbeschaffen ist (mit Kurven!!!) wissen die auch nicht.
Auch sind die Rodeln von heute mit denen von Anno dazumal nicht zu vergleichen, sie erreichen z.B. deutlich höhere Geschwindigkeiten.

ahiga
ahiga
Superredner
27 Tage 10 h

ihr habt italien immer noch nicht kapiert…
neue gesetzte bringen GELD GELD GELD GELD:::
und nit glauben das irgendeinem politiker euer kopf interessiert

Gredner
Gredner
Superredner
28 Tage 4 h

Muss man alles mit Gesetzen regeln?!? Hat der Hausverstand keinen Platz mehr?

Viel wichtiger fände ich es Rodelkurse zu veranstalten. Skikurse gibt es, und jeder der Schifahren lernen will, besucht mal einen Kurs. Rodelkurse gibt es aber viel zu selten – die meisten meinen wohl das brauchen sie nicht und unterschätzen die Gefahr.

Und gegen Unvernunft (eine schwarze Skipiste mit der Rodel zu bewältigen) hift sowieso kein Gesetz.

Neumi
Neumi
Kinig
27 Tage 11 h

Gesetze braucht es, weil der Hausverstand eben NICHT ausreicht.
Oder aus welchem anderen Grund hättest du gern Rodelkurse? Die könnte man ja auch durch Hausverstand ersetzen.

Felix von Wohlgemuth
Felix von Wohlgemuth
Grünschnabel
28 Tage 3 h

…war da nicht mal jemand, der den Hausverstand zur alles überstrahlenden Maxime erhoben hatte? Muss wohl vor den Wahlen gewesen sein 🤔😉

Loewe
Loewe
Superredner
27 Tage 23 h
Hallo Felix, Meiner Meinung gibt es da viel wichtigere Themen als das obige. Was sagst du dazu? Zum Beispiel, dass ein kostenloser Rechtsbeistand für die Anwälte unbdingt lukrativ sein muss, dass diese das Geld schnell bekommen und leicht genug um sich auch für ihre Mandanten mit freude einsetzen, und nicht einfach nur “zugeben”, um einen Fall zwar anzunehmen aber ohne ihm zum Recht zu helfen, seine Unschuld zu beweisen. was sagst Du dazu? Das wäre auch ein politisches Thema. Oder eines, das das gesamte Volk betrifft, dass es jedem besser geht. Auch was das Theam Köllensberger machen wird, damit den… Weiterlesen »
Eppendorf
Eppendorf
Universalgelehrter
27 Tage 23 h

😂😂😂😂 der war gut.

Oaner
Oaner
Neuling
28 Tage 4 h

Z.B. Kinder in Watte einpacken

Loewe
Loewe
Superredner
27 Tage 23 h

Hallo Oaner
und diese dann als Gesetz verankern, dass sonst die Versicherung nicht zahlt

Staenkerer
28 Tage 1 h

wos helfn neue gsetze de nor in 10 sprochn an rodelbahnen ungebrocht wern, wenn de leit über de schipistn fohr …?

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
28 Tage 2 h

Ach ja, genau, dieses Team gibts ja auch noch.

Marco schwarz
Marco schwarz
Tratscher
27 Tage 22 h

Au weh, jetzt wirds mir klar vor Augen: der ehemalige IMS-Organisator hat nicht mehr zu tun, als komische Argumente zu bringen. Ach ja, wo grad die Wintersaison vorbei ist. Man kann sich stets in den Mittelpunkt stellen. Aber ja, was will man auch erwarten von einem zusammengewürfelten Haufen, die von Politik keine Ahnung haben, aber für Europa kandidieren wollen? Das Volk hat SIE für Südtirol gewählt, wo also bleiben Eure Leistungen. Hab bis jetzt nur Kritik hier, und Kritik da gehört. Recht viele eigene Ideen gibts wohl nicht.

Spamblocker
Spamblocker
Tratscher
27 Tage 22 h

ja dümmer geht’s nimmer, bald auch für Fußgänger 😡😡😡😡😡

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
27 Tage 11 h

Zuerst nachdenken,bevor man so einen Blöödsinn schreibt. Wer zahlt denn die ganzen Kosten in den Spitälern für die Verunfallten?????Wir Steuerzahler!!!!!!

nok
nok
Tratscher
27 Tage 22 h

Omg… und sowas haben wir gewählt….

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
27 Tage 23 h

wahlpropaganda

vfc
vfc
Neuling
27 Tage 23 h

Wer kontrolliert, die Foerster? Die Carabinieri dotiens jo sonst schon nirgends mehr va lauto Einbrueche usw

m69
m69
Kinig
27 Tage 20 h

ich würde sogar eine Helmpflicht für alle unter 18 Jahren einführen…

spinaisl
spinaisl
Grünschnabel
27 Tage 12 h

Do sig man amol, dass die leit ollaweil bleder werdn

Hausverstand
Hausverstand
Grünschnabel
27 Tage 12 h

Helmpflicht auch für abends im Bett!Man könnte ja in der Nacht runterfallen!Was habt ihr den gewählt???

Knedl
Knedl
Grünschnabel
27 Tage 13 h

Ich würde rodeln verbieten… die kinder sollten lieber zu hause vorm computer sitzten und sich in sozialen netzwerken posten und können sich ja videos und apps vom rodeln anschauen.

vfc
vfc
Neuling
26 Tage 22 h

Und vielleicht noch Freitags irgendwo mit dem Handy in der Hand rumsitzen um gegen die Umweltverschmutzung zu protestieren(zum Glueck werdn sie ja von den Eltern mit dem PKW hingebracht)

altmeraner
altmeraner
Grünschnabel
27 Tage 13 h

Wahrscheinlich hat Herr Ploner auch schon die geeigneten Personen für diesen neuen Job. Wehe dem der Böses dabei denkt.

Tanne
Tanne
Grünschnabel
27 Tage 12 h

Mit dem Team Köllensperger fährt niemand Schlitten.

nok
nok
Tratscher
27 Tage 8 h

Der nächste Antrag:

man muss das Haus mit Helm verlassen!!!

vfc
vfc
Neuling
26 Tage 22 h

Team Koellensberger setzt sich ja fuer die Sanitaet sein (Wahlprogaganda), d. H. Sie schauen die Wartezeiten bei Visiten zu verkuerzen…… Usw. In Kuerze kommt: zu Hause bleiben, Dann kannst dich nicht verletzen, braucht nicht ins Kh und schon sind die Wartezeiten verkuerzt

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