Von: APA/dpa/Reuters
Im Krieg der USA und Israels gegen den Iran sind Staatsmedien zufolge bei einem Luftangriff auf eine religiöse Anlage im Nordwesten des Landes drei Menschen ums Leben gekommen. Infolge der Attacke in der Stadt Zanjan seien zwölf weitere Menschen verletzt und in Kliniken gebracht worden, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna.
Bei der Bombardierung des Komplexes sollen dem Irna-Bericht zufolge ein Verwaltungsgebäude, ein Gästehaus, die Bibliothek sowie umliegende Gebäude beschädigt worden sein. Ein Video der Nachrichtenagentur zeigte ein völlig zerstörtes Gebäude, Trümmer und Rauch. Die Moschee selbst wurde den Aufnahmen zufolge nicht beschädigt.
Entsalzungsanlage auf Insel Qeshm außer Betrieb
Eine Entsalzungsanlage im Süden des Iran ist nach Raketenbeschuss außer Betrieb. Eine Reparatur der Anlage auf der Insel Qeshm sei nicht möglich, berichtete die Zeitung “Shargh” unter Berufung auf das Zentrum für Umweltschutz. Die konkreten Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung auf der landschaftlich spektakulären Insel, die auch ein beliebter Touristenort ist, war zunächst unklar.
Unterdessen meldete die Nachrichtenagentur Mehr einen weiteren Angriff auf Qeshm. Bei der Bombardierung eines Hafenabschnitts habe es keine Opfer gegeben, hieß es unter Berufung auf die Verwaltung der zuständigen Provinz Hormusgan.
Ex-Außenminister: Pharmaunternehmen im Iran bombardiert
Im Iran ist nach Worten des früheren Außenministers Mohammad Javad Zarif ein Pharmaunternehmen Ziel eines Angriffs geworden. “Nach einem Monat voller Kriegsverbrechen wurde heute die Firma Tofigh Daru Research & Engineering zum Ziel”, schrieb der ehemalige Minister auf der Plattform X. “Die verzweifelten Angreifer – denen es nicht gelungen ist, ihre teuflischen Wahnvorstellungen zu verwirklichen – haben nun gezielt einen Hersteller von pharmazeutischen Wirkstoffen, darunter auch Krebsmedikamente, angegriffen.” Er veröffentliche dazu ein Foto, das ein zerstörtes und ausgebranntes Stockwerk der Einrichtung zeigt.
Mehrere Einschläge nach iranischem Raketenangriff auf Israel
Nach einem neuen iranischen Raketenangriff auf Israel hat es unterdessen nach Polizeiangaben mehrere Einschläge im Großraum Tel Aviv gegeben. Polizei und Sprengstoffexperten arbeiteten an der Absicherung der Einschlagsorte, hieß es in der Mitteilung der Polizei. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden sechs Menschen verletzt. Gebäude und Fahrzeuge seien beschädigt worden, berichteten israelische Medien. Das Nachrichtenportal “ynet” berichtete, Teheran habe erneut Streumunition eingesetzt.
Im Umkreis der Stadt Tel Aviv hatte es zuvor Raketenalarm gegeben, Einwohner berichteten von Explosionsgeräuschen. Auch der staatliche Rundfunk im Iran berichtete von einer neuen Welle von Raketenangriffen auf Israel.
Israels Militär auf “weitere Wochen” von Kämpfen vorbereitet
Israel ist nach Angaben eines Militärsprechers auf “weitere Wochen” der Kämpfe im Iran vorbereitet. Die Entscheidung darüber liege allerdings bei den Politikern, sagt Militärsprecher Nadav Shoshani vor Reportern. “Aber wir sind bereit, noch wochenlang weiterzumachen. Wir haben die Ziele dafür, die Munition dafür, die personellen Ressourcen dafür.” Der Angriff Israels und der USA auf den Iran hat Ende Februar begonnen. US-Präsident Donald Trump hatte damals gesagt, der Einsatz werde vier Wochen oder weniger dauern.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, die Krise im Nahen Osten könne sich zu einem noch größeren Konflikt ausweiten. Die USA und Israel hätten kein Interesse an einer Normalisierung der Beziehungen zwischen dem Iran und dessen Nachbarn. Die US-Pläne für einen Regierungsumsturz im Iran hätten ebenso wie die des Umsturzes in Venezuela das Ziel, mehr Kontrolle über die jeweiligen Öl- und Gasreserven zu bekommen.




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