Angriffe auf Kiew und Cherson

Tote und Verletzte bei russischen Luftangriffen

Samstag, 01. August 2026 | 19:09 Uhr

Von: importer

Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Region Cherson sind mindestens eine Person getötet und sieben weitere verletzt worden. Dies teilte der Leiter der regionalen Militärverwaltung am Samstag auf Telegram mit. Bei dem Angriff wurden demnach mehrere Gebäude und Fahrzeuge beschädigt. Zuvor hatte Russland in der Nacht auf Samstag die ukrainische Hauptstadt Kiew angegriffen. Dabei wurden mindestens neun Menschen getötet und 28 weitere verletzt.

In Kiew seien in mehreren Bezirken Wohnhäuser und Gewerbegebäude beschädigt worden sowie Autos in Brand geraten, berichtete Bürgermeister Vitali Klitschko auf der Plattform Telegram. Ein fünfstöckiges Wohnhaus sei durch herabstürzende Raketentrümmer beschädigt worden, in ihm seien Menschen eingeschlossen, schrieb Klitschko. Zuvor hatte er von Explosionen in der Stadt berichtet und mitgeteilt, Kiew werde mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Menschen sollten in Schutzräumen bleiben. Erneut verbrachten viele Bewohner die Nacht in U-Bahn-Stationen oder im Freien. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst noch unklar. Am Samstag meldete Russland zudem Angriffe auf Treibstofftanks im ukrainischen Hafen Odessa sowie auf einen Schlepper im Hafen von Mykolajiw.

Bei dem russischen Großangriff am Samstag schoss die Ukraine nach den Worten ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nur eine von 27 ballistischen Raketen ab. Seinem Land fehlten Abfangraketen für die US-Patriot-Systeme, sagte Selenskyj. Russland habe insgesamt 35 Raketen abgefeuert, darunter 27 ballistische Raketen und 185 Kampfdrohnen. Die Hauptstadt Kiew sei das Hauptziel des Angriffs gewesen. Dabei wurden nach offiziellen Angaben mindestens neun Menschen getötet und 28 Personen verletzt.

Ukraine versenkt russisches Containerschiff

Der russische staatliche Atomkonzern Rosatom meldete den Untergang eines Schiffs im Schwarzen Meer durch einen ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht. Die 17 Besatzungsmitglieder seien unversehrt, teilte Rosatom-Chef Alexej Lichatschow mit. Das Schiff habe Güter wie Tiefkühlkost und Baumaterialien transportiert.

Selenskyj teilte mit, die Ukraine habe die Infrastruktur von drei russischen Ölraffinerien in der Region Baschkortostan angegriffen. Die Anlagen liegen knapp 1.600 Kilometer von der Grenze entfernt. Zudem hätten ukrainische Truppen das sanktionierte russische Containerschiff “Yanina” mit einer Kapazität von mehr als 100.000 Tonnen versenkt und weitere Ziele im Schwarzen und Asowschen Meer getroffen, schrieb Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram.

Russland hat nach eigenen Angaben zwei weitere ukrainische Dörfer eingenommen. Es handle sich um Olgiwka in der nördlichen Region Charkiw und Ljubytske in der südöstlichen Region Saporischschja, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax am Samstag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Das Atomkraftwerk Saporischschja verlor am Samstag nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zum 23. Mal seit Kriegsbeginn seine externe Stromversorgung. Die Ursache des fast zweistündigen Ausfalls sei noch unklar, teilt die Behörde mit. Das ukrainische Kraftwerk ist von russischen Kräften besetzt.

Groß angelegter Angriff bereits am Donnerstag

Bereits am Donnerstag standen Kiew und andere ukrainische Städte bei einem groß angelegten Angriff im Visier Russlands. Landesweit kamen dabei ukrainischen Angaben zufolge mindestens zehn Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Auch die Stadt Lwiw im Westen des Landes nahe der polnischen Grenze beklagte schwere Schäden. Ein Flugobjekt war dabei auch in den Luftraum des NATO-Staats Polen eingedrungen und abgestürzt. Nach Angaben der polnischen Regierung handelte es sich um einen russischen Marschflugkörper.

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