Luftalarm auch in russischen Regionen

Tote und Verletzte nach russischem Drohnenangriff in Ukraine

Mittwoch, 13. März 2024 | 08:35 Uhr

In der Ukraine hat es nach neuerlichen russischen Drohnen- und Bombenangriffen in der Nacht Tote und Verletzte gegeben. In der Großstadt Sumy im Norden des Landes sei ein Wohnhaus durch eine Drohnenattacke schwer beschädigt worden, teilte die Gebietsverwaltung am Mittwoch auf Telegram mit. In der russischen Region Rjasan südöstlich von Moskau brach nach einer ukrainischen Drohnenattacke ein Feuer in einer Ölraffinerie aus. Es gab Verletzte.

“Vorläufigen Informationen nach wurden zehn Menschen aus den Trümmern geborgen, acht davon haben Verletzungen unterschiedlicher Schwere erlitten. Leider gibt es auch einen Toten”, hieß es zu Sumy vonseiten der Gebietsverwaltung. In dem fünfstöckigen Gebäude seien 30 Wohnungen beschädigt, die Hälfte davon völlig zerstört worden. Am späten Abend bereits seien durch einen Bombenangriff im Landkreis Welyka Pysariwka zudem fünf minderjährige Kinder verletzt worden, hatte die Gebietsverwaltung von Sumy zuvor mitgeteilt.

In der Kleinstadt Myrnohrad im ukrainisch kontrollierten Teil des Gebiets Donezk seien zwei Menschen getötet und weitere fünf durch nächtlichen Beschuss verletzt worden, schrieb der Gouverneur der Region, Wadym Filaschkin, derweil auf Telegram. Aus den Trümmern des Wohnhauses sei zudem eine 13-Jährige glücklicherweise physisch unverletzt gerettet worden. Seinen Angaben nach erfolgte der Angriff mithilfe von gelenkten Fliegerbomben.

Russland hat vor mehr als zwei Jahren seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine gestartet. Regelmäßig beschießt das russische Militär dabei auch zivile Objekte im Hinterland. So ist die Zahl der Toten in Krywyj Rih nach einem Raketenangriff am Vortag auf vier, die Anzahl der Verletzten auf mehr als 40 gestiegen. Zugleich klagen auch russische Regionen vermehrt über Beschuss der ukrainischen Seite. Die Anzahl der Opfer und die Höhe der Schäden sind aber mit dem Ausmaß der von Russland angerichteten Zerstörungen nicht zu vergleichen.

Zum ukrainischen Beschuss in Rjasan teilte der Gouverneur der russischen Region, Pawel Malkow, am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal mit: Ersten Informationen zufolge habe der Angriff auch Verletzte gefordert. Medienberichten zufolge sind drei Drohnen in der Fabrik eingeschlagen. Auch aus mehreren anderen russischen Regionen wurden Drohnenangriffe gemeldet. Erst in der Nacht hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Vergeltung für den russischen Raketenangriff auf die Stadt Krywyj Rih mit Toten und Verletzten angekündigt.

Nach Angaben des Gouverneurs der westrussischen Region Woronesch, Alexander Gussew, wurden dort mehr als 30 ukrainische Drohnen abgefangen. Die herabfallenden Trümmer hätten in einer Reihe von Ortschaften allerdings “unbedeutende Beschädigungen an Infrastruktur und Wohnraum” verursacht, räumte er ein. So seien im Landkreis Buturlinowka ein privates Wohnhaus und eine Transformatorenstation getroffen worden. Im Netz verbreitete Bilder zeigen auch Schäden an einem Markt.

Luftalarm wurde zudem in den Regionen Kursk, Brjansk und Lipezk sowie im Leningrader Gebiet rund um die Millionenstadt St. Petersburg ausgelöst. In der oft in Mitleidenschaft gezogenen Region Belgorod sind offiziellen Angaben zufolge nach Artilleriebeschuss in einem Landkreis etwa 45.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Die ukrainischen Streitkräfte haben in Belgorod örtlichen Behörden zufolge zudem das Gebäude des Inlandsgeheimdienstes FSB mit einer Drohne angegriffen. Es gebe keine Verletzten, meldet die staatliche Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf die Behörden. Allerdings sei das Gebäude beschädigt worden.

Insgesamt haben die russischen Streitkräfte in der Nacht auf Mittwoch nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau 58 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Betroffen waren demnach die Verwaltungsregionen (Oblaste) Belgorod, Brjansk, Woronesch, Kursk und Rjasan sowie die Region Leningrad, die Sankt Petersburg umgibt.

Der russische Machthaber Wladimir Putin sieht in den jüngsten ukrainischen Angriffen auf russische Regionen einen Versuch, die bevorstehenden Präsidentenwahlen in Russland zu stören. “Das Hauptziel, daran habe ich keinen Zweifel, besteht darin, wenn nicht die Präsidentschaftswahlen in Russland, so doch zumindest den normalen Prozess der Willensäußerung der Bürger in irgendeiner Weise zu beeinträchtigen”, sagte Putin in einem Interview mit der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA und dem staatlichen Fernsehsender Rossija-1. Bei den Präsidentenwahlen vom 15. bis 17. März wird Putin voraussichtlich wiedergewählt, zumal keine maßgeblichen Konkurrenten zugelassen wurden.

Von: APA/dpa/Reuters

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