Landesfischereiverband warnt

Trockene Wasserläufe bedrohen einheimische Fischarten

Montag, 06. August 2018 | 12:41 Uhr

Bozen – Das Wasser in unseren Flüssen ist nicht nur Geld, das buchstäblich den Bach hinunterläuft, sondern vor allem Lebensgrundlage für zahlreiche Tier und Pflanzenarten. Auf dies macht der Landesfischereiverband aufgrund der anhaltenden Trockenheit aufmerksam.

„Der Verbrauch an Wasser steigt in den Sommermonaten stark an. Gerade dann führen unsere Gewässer aber Niederwasser, und es steht nicht genügend Wasser zur Verfügung“, erklärt der Präsident des Landesfischereiverbandes. Die Folge daraus sind immer mehr trockengelegte Bachläufe und hunderte verendeter Fische und Insektenlarven. Jede Woche werden neue Meldungen von trockenen Bächen an den Landesfischereiverband herangetragen, oft auch von besorgten Einwohnern, welche die toten Fische entdecken. „Die Ressource Wasser wird seit jeher vielseitig genutzt – sowohl zur Bewässerung, als auch als touristische Attraktion oder zur Erfrischung im Sommer. Dabei sollten aber vor allem der Lebensraum und die Lebewesen im Vordergrund stehen“, teilt der Landesfischereiverband mit.

Bereits in den letzten Jahren kam es aufgrund der zahlreichen Wasserausleitungen für Beregnungszwecke zum Trockenfallen mehrere Gewässer. Ein kleiner Teil der Fische konnte von den örtlichen Fischereivereinen oft noch gerettet werden, der Großteil der Fische und vor allem die Jungfische ersticken aber im trockenen Flussbett. Zudem kommt es zu gravierenden negativen Folgen für den gesamten Lebensraum, der sich nur schwer und v.a. langsam wieder erholt. Der mittlerweile kritischen Situation in den Gewässern hätte man durch rechtzeitige Kontrollen Herr werden können. Nach Absprache mit der zuständigen Forststation könnte man sicher das eine oder andere Fischsterben verhindern. Der Wassernutzungsplan sieht eine Mindestwassermenge von 2/l/s pro km2 Einzugsgebiet vor. Zur Abgabe dieses Mindestwassers sind alle Wasserableitungen aus Oberflächengewässern verpflichtet. Leider sieht man aber immer öfter provisorisch eingegrabene Schläuche und selbstgebaute Dämme, um ja kein Wasser zu verlieren. Die ökologischen Folgen bleiben dabei unbeachtet. „Die Restwassermenge muss ausreichen sein, um die ökologische Funktionsfähigkeit zu gewährleisten. Neben der Ausweisung der Trockengebiete, welche immer wieder verlangt wird, könnte der Landeshauptmann laut Wassernutzungsplan bei begründeten Bedürfnissen im Bereich der Umwelt die vorübergehende Erhöhung der Restwassermengen festlegen, und somit die Situation in den Gewässern verbessern“, teilt der Landesfischereiverband mit.

Der Landesfischereiverband Südtirol ist überzeugt, dass vor allem durch das neu verabschiedete Landesgesetz (Nr. 10/2018), welches es Bergbauern, Almen und Schutzhütten erlaubt, überschüssigen Strom einzuspeisen, zu einer maßgeblichen Verschlechterung der Situation kommt. „Bereits heute bleibt nicht mehr ausreichend Wasser in unseren Bächen für die Flora und Fauna übrig und es werden nicht alle möglichen Maßnahmen zum Schutz des Lebensraums umgesetzt. Wenn nun auch noch Möglichkeiten geschaffen werden, neue Kraftwerke zu errichten, welche nur minimal (drei Prozent) zur Gesamtproduktion beitragen, wird die Situation in unseren Gewässern nicht mehr tragbar sein“, ist sich der Landesfischereiverband sicher. Zudem zeige die momentane Gesetzgebung, dass die Grenzen des Gewässerschutzes immer wieder aufgelockert werden.

Außerdem warte der Verband immer noch auf die Einführung des Gewässerschutzplanes. Ist im Wassernutzungsplan, der 2017 in Kraft getreten und immer noch gültig ist, noch die Rede davon, dass die hydroelektrische Versorgung von Bergbauernhöfen nur „in Extremlagen nach Einzelfallprüfung“ möglich ist, wurden aus „Extremlage und der Einzelfallprüfung“ 2016 und 2018 bereits „Bergbauernhöfe mit mehr als 40 Erschwernispunkten und ein vereinfachtes Verfahren“.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

26 Kommentare auf "Trockene Wasserläufe bedrohen einheimische Fischarten"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Willi
Willi
Tratscher
9 Tage 20 h

des häng ober ned mit der stromproduktion o?

Igor
Igor
Tratscher
9 Tage 18 h
@Willi Nein, das passiert, wenn unsere “Landschaftspfleger” zur Pflege der Landschaft, die kleinsten Rinnsale total ableiten, ohne Rücksicht auf Verluste, Folgen und privaten Beditzrechten, wie den Fischereirechten in den Fließgewässern!😉Wo bleibt hier eigentlich der Aufschrei der Bauern, denen das Wohl der Lebewesen so sehr am Herzen liegt? Bei den Wolfsrissen wird von den Bauern und einigen Politikern laut von Tierquälerei und Tierschutz geschriehen. Ist das qualvolle, langsame Ersticken, Verenden und Vertrocknen der Fische ein weniger leidvolles Sterben, als das eines mit durchgebissener Kehle Schafes? Oder ist es so, dass Fische ganz einfach “nutzlose” Lebewesen sind, die keinen Profit und Nutzen… Weiterlesen »
Mamme
Mamme
Superredner
9 Tage 17 h

@Igor Hier betreiben die Fischer tiequälereo,denn die setzen in jeden Bach jedes Jahr unmengen Fische ein,in jeden unnatürliche Fischbach um den Sportfischern Beute zu verschaffen und wenn ein trockener Sommer ein trifft ist es wohl natürlich weniger Wasser rinnt und ich hoffe schon sehr,dass die Bauern dann auch noch ihre Wiesen bewässern dürfen

Pic
Pic
Tratscher
9 Tage 16 h

@Igor Super Kommentar!

Igor
Igor
Tratscher
9 Tage 16 h

@Mamme
Ja, die fadenscheinigen Ausreden das kennen wir bereits zur Genüge…bei der Pestizidproblematik, bei den Großraubtieren, und jetzt auch bei den Fischsterben, wenn durch Totalableitungen Fische elendlich verrecken müssen. Und bitte zuerst ein wenig überlegen, bevor solche Behauptungen als Alibi für solche Schandtaten an Lebewesen herhalten müssen. Das mit dem Einsetzen von “Unmengen” von Fischen stimmt so nicht. Leider ist diese Behauptung zu oberflächlich recherchiert und kann ganz leicht widerlegt werden. Genaue Informationen erteilt diesbezüglich das Amt für Jagd und Fischerei.

Igor
Igor
Tratscher
9 Tage 16 h
@Mamme Das mit den Fischbesätzen wird in der Praxis so gehandhabt: Es gibt eine restriktive gesetzliche Durchführungsverordnung für die Gewässerbewirtschafter, wie viel sie pro ha Wasserfläche im Jahr besetzen dürfen und der Besatz darf nicht über der natürlichen Produktion des Gewässers liegen. In einem kleinen Gebirgsbach sind das pro ha Wasserfläche maximal 25 kg Fische. Und wie lang ein 2 m breites Bächlein sein muss, damit es ein ha Wasserfläche ergibt, ist auch leicht zu berechnen😉 Die Besätze werden von Amt für Fischerei im Vorfeld genehmigt, oder auch abgelehnt, dürfen nur im Beisein von Forstbeamten durchgeführt werden, werden durch diesen… Weiterlesen »
Mamme
Mamme
Superredner
9 Tage 15 h

@Igor Keine Behauptung,das ist so real,die Fischer parken ohne zu fragen einfach auf unseren Höfen und transportiren die Fischkontainer den Wiesen entlang zu allen möglichen Bächen,keine Fischbächen,selber gesehen!!!

Mamme
Mamme
Superredner
9 Tage 15 h

@Igor was für Ausrede ?Ich sage ,müssen jetzt die Bauern auch noch für das Wetter herhalten,weil die Fischer zu wenig zum ernten haben?

Igor
Igor
Tratscher
9 Tage 14 h
@Mamme Die Bauern sind aber genau diejenigen, welche das Wasser aus den Bächen, welche auch Fischgewässer sind, total ableiten, um zu bewässern. Ohne Rücksicht auf Verluste, die andere, wie Fischreirechtsbesitzer, in den besagten Gewässern erleiden. Diese regen sich über diese ihnen zugefügten Schäden zurecht auf, weil da ganz augenscheinlich das egoistische, selbstzweckbestimmende und rücksichtslose Denken und Handeln der Bauern ersichtlich wird. Es braucht nicht einmal den sogenannten Gewässerschutzplan des heiligen Landls Südtirol als rechtliche Vorgabe, den jeder Staat, welcher der EU angehört, ist verpflichtet die Normen und Bestimmungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie einzuhalten, ohne wenn und aber. Und diese besagt, dass… Weiterlesen »
Igor
Igor
Tratscher
9 Tage 14 h
@Mamme Das Parken auf den Höfen ohne zu fragen ist ohne Zweifel unhöflich, und gehört dich nicht, das steht außer Frage. Wie groß der zugefügte Schaden an den Bauern durch nichtgenehmigten Parken auf ihren Höfen dann letztendlich wohl sein mag, ist wieder etwas anderes. Ich nehme an, er ist beiweiten nicht so groß, als wie ein totales Fischsterben in einem Bach, ausgelöst durch das unverantwortliche Handeln der Bauern, dessen Wasser ganz egoistisch für deren Eigenzwecke total abgeleitet wird und der Bach de facto damit trocken gelegt wird.😉 Bezüglich dem Überqueren und Betreten von Privatgrundstücken, um zum Ufer eines Fischwassers zu… Weiterlesen »
Mamme
Mamme
Superredner
9 Tage 13 h

@Igor Erzähl mier mal ,welchen natürlichen Fischbach die Bauern total ableiten für die Beregnung!

Igor
Igor
Tratscher
9 Tage 13 h

@Mamme
Die besagten Gewässer sind in der gestrigen Ausgabe der Zett nachzulesen.
Ich hoffe du liest in der Zeitung nicht nur ausschließlich die groß aufgemachten Artikel über Wolfsrisse.😋

Landschaftspfleger
9 Tage 4 h

@Igor
darf man als Anwalt so ein großer Bauernhasser sein ???
also so parteiisch ???

Igor
Igor
Tratscher
8 Tage 20 h
@Landschaftspfleger Wer sagt denn, ich sei ein Bauernhasser? 😂 Ich spreche die Dinge an, so wie sie sind und lasse diese fadenscheinigen Antworten der Bauern, welche diese benutzen um ihr rücksichtsloses Vorgehen zu verharmlosen und zu entkriminalisieren. Ja diesbezüglich bin ich parteiisch, denn viele Fälle die ich juridisch behandle sind jene wo es gegen grosse und kleine Umweltvergehen von Landwirten geht. Und das sind nicht wenige….im Gegenteil es werden immer mehr. Und Achtung!!! Ein Jäger der im letzten Herbst beim Stammtisch lauthals verkündet hat, dass er jeden Bär und Wolf den er sieht sofort erschießen wird, hat mittlerweile keinen Jagdgewehrschein… Weiterlesen »
buggler
buggler
Grünschnabel
9 Tage 22 h

bei unseren politikern steht der profit im vordergrund,mit milionengewinne von alperia und anderen e werken wird gepralt, dabei wird auf verluste bei tieren keine rücksicht genommen

Dublin
Dublin
Kinig
9 Tage 20 h

…die Fische vertrocknen und die Wölfe werden erschossen…

Kurtl
Kurtl
Grünschnabel
9 Tage 18 h

ober dass jedes Hotel muass a Schwimmbod und Wellnesbereich hobm, sog niamend. Zur Info; a Becken mit 8 × 4 × 1,2 m fosst ca. 38.000 liter. Davon werden jede Woche ca 1 Drittel, das heisst ca 12.300 liter durch frisches Trinkwasser ersetzt. Und net der Bauer wos Strom mocht, weil sell rinnt jo weiter….

xXx
xXx
Tratscher
9 Tage 14 h

Das Eine macht das Andere nicht besser. Wenn jeder die Schuld nur auf die anderen schiebt wird es nie besser, nur schlimmer.

@
@
Tratscher
9 Tage 12 h

@Kurtl
Das Wasser fließt zwar wieder weiter,aber dazwischen fehlen einige hundert Meter, wo das Wasser ausgeleitet wird. Leider schaffen es einige Fische nicht zu Fuß die Stelle zu erreichen,von das Wasser wieder eingeleitet wird.

Aurelius
Aurelius
Superredner
9 Tage 22 h

der Klimawandel lässt grüssen

Loewe
Loewe
Superredner
9 Tage 22 h

Arme Fische!! 😒

Dann bin ich auf den Gewässerschutzplan mal neugierig, wann der kommt!

wir sehen, dass auch wir da ab und zu mit der Wasserknappheit zu kümpfen haben, da würde es in Afrika auch einen Gewässerschutzplan brauchen, dann sind sicher auch weniger Flüchtlinge aus Afrika und sie können zu Hause bleiben um dort in der gewohnten Umgebung zu wohnen und zu leben!

Igor
Igor
Tratscher
9 Tage 13 h

@Loewe
nettes “Ausweichmanöver” um von der eigentlichen Problematik der Totalausleitungen in unserem Lande abzulenken.😊

Aurelius
Aurelius
Superredner
9 Tage 22 h

der Klimawandel lässt grüssen

Dagobert
Dagobert
Superredner
9 Tage 21 h

Die Profitgier hat die Menschen voll im Griff, wer denkt da schon ob ganze Tier und Pflanzenarten ausgerottet werden?

xXx
xXx
Tratscher
9 Tage 14 h

Unsere Bauern schauen doch nicht auf Profit, es geht ihnen ja nur darum unsere schöne Flora und Fauna zu erhalten und ohne Sie gäbe es diese schöne Natur bald nicht mehr…oder wie war das nochmal gleich?
Komische Ruhe von den typischen Kommentar schreibern.

Igor
Igor
Tratscher
9 Tage 13 h

@xXx
👏👏👏👍

wpDiscuz