Trump: "Teheran bettelt um Deal"

Trump droht Iran mit neuen Angriffen in den kommenden Tagen

Dienstag, 19. Mai 2026 | 19:20 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut mit Angriffen gedroht, falls es nicht zu einer Einigung in strittigen Fragen kommt. “Nun, ich meine, ich sage zwei oder drei Tage, vielleicht Freitag, Samstag, Sonntag, irgendetwas in der Art, vielleicht Anfang nächster Woche, ein überschaubarer Zeitraum – denn wir können nicht zulassen, dass sie eine neue Atomwaffe bekommen.” Bereits vor den Aussagen Trumps hatte sich Teheran bereit für eine militärische Eskalation gezeigt.

“Iran ist geeint und entschlossen bereit, jeder militärischen Aggression entgegenzutreten”, schrieb Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi auf X. “Für uns hat Kapitulation keine Bedeutung. Entweder siegen wir oder werden zu Märtyrern.” Trump hatte dem Iran zuletzt wieder mit Angriffen gedroht, nachdem Verhandlungen ins Stocken gekommen waren.

Vor Reportern in Washington sagte Trump am Dienstag, die Regierung in Teheran bettele um einen Deal. Der US-Präsident hat bereits mehrfach einen erneuten Militäreinsatz ins Gespräch gebracht, dies bisher aber nicht umgesetzt.

Unklar war auch, wie Trumps Äußerung zu verstehen ist, dass verhindert werden müsse, dass der Iran eine neue Atomwaffe bekomme. Es ist nicht bekannt, dass der Iran bereits eine Atomwaffe besessen hat.

Erneute Angriffe ausgesetzt

Erst am Montag hatte Trump erklärt, er habe geplante neue Angriffe auf den Iran vorerst ausgesetzt, nachdem ein neuer Vorschlag des Iran eingegangen sei und es nun sehr gute Chancen auf ein Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms gebe. Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für nationale Sicherheit im iranischen Parlament, schrieb am Dienstag auf X, die Aussetzung eines Angriffs sei darauf zurückzuführen, dass Trump erkannt habe, dass jeder Schritt gegen den Iran eine entschiedene militärische Reaktion zur Folge haben würde.

Trump sagte am Dienstag, er sei am Montag nur eine Stunde von der Entscheidung über einen Militärschlag entfernt gewesen, bevor er diesen verschoben habe. In iranischen Staatsmedien hieß es am Dienstag, Teheran fordere für ein Friedensabkommen ein Ende der Feindseligkeiten an allen Fronten, einschließlich des Libanons, sowie den Abzug der US-Truppen aus den Gebieten in der Nähe des Iran.

Teheran verlangt Sanktionen

Außerdem verlange der Iran Reparationen für die durch den Krieg der USA und Israels verursachten Zerstörungen. Weitere Bedingungen seien die Aufhebung von Sanktionen, die Freigabe eingefrorener Gelder und ein Ende der US-Seeblockade gegen das Land. Die Bedingungen unterscheiden sich offenbar kaum von einem früheren Papier des Irans, das Trump als “Müll” zurückgewiesen hatte.

Ob die USA zu Wochenbeginn tatsächlich Vorbereitungen für neue Angriffe getroffen hatten, konnte bis dato nicht überprüft werden. Trump hatte den Krieg Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnen. Aktuell ist eine Waffenruhe vereinbart.

Trump steht unter Druck, zu erreichen, dass der Iran die Straße von Hormuz wieder öffnet. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Handelsrouten für die weltweite Versorgung mit Öl und anderen Rohstoffen und wird seit Wochen vom Iran blockiert. Der Ölpreis ist dadurch deutlich nach oben geschnellt.

Iranische Führung sitzt fest im Sattel

Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatten den Krieg begonnen, um die iranische Unterstützung für regionale Milizen einzudämmen, das Atomprogramm zu zerstören und Voraussetzungen für einen Sturz der Führung in Teheran zu schaffen. Bisher wurden offenbar aber weder die iranischen Bestände an fast waffentauglichem Uran vernichtet noch die militärischen Fähigkeiten des Landes entscheidend geschwächt.

Auch die Führung überstand die Angriffe ohne Anzeichen einer organisierten Opposition. Beobachter hatten sogar erklärt, die radikalen Revolutionsgarden im Iran hätten jetzt mehr Einfluss als vor dem Krieg.

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