Treffen von Al-Sharaa und Trump am Rande des NATO-Gipfels

Trump will Syrien von Terrorliste streichen

Mittwoch, 08. Juli 2026 | 20:47 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

US-Präsident Donald Trump hat eine mögliche Streichung Syriens von der US-Liste staatlicher Terror-Sponsoren signalisiert. Auf die Frage eines Reporters, ob er diesen Schritt plane, antwortete Trump: “Ich denke, das werde ich, ja.” Über den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa sagte er: “Er hat großartige Arbeit geleistet.” Trump und al-Sharaa kamen am Mittwoch am Rande des NATO-Gipfels in Ankara zusammen.

Am Nachmittag (US-Ortszeit) gab das US-Außenministerium bekannt, den Kongress über eine entsprechende Maßnahme mit 45 Tagen Vorlaufzeit informiert zu haben. Dies markiere einen “Meilenstein in den wiederbelebten bilateralen Beziehungen zwischen den USA und Syrien sowie in der Geschichte Syriens als Nation”, teilte das Ressort von Marco Rubio mit.

USA sehen mit Streichung “Möglichkeit zum Wiederaufbau”

Die Liste staatlicher Sponsoren von Terrorismus der USA ist eine vom Außenministerium geführte Liste. Die Regierung in Washington wirft den Ländern vor, den internationalen Terrorismus zu unterstützen. Mit einer Streichung von der Liste dürfte es unter anderem für internationale Firmen und Banken einfacher werden, in Syrien Geschäfte zu machen. Eine Aufhebung dieses Status gilt als Voraussetzung für größere ausländische Direktinvestitionen in den syrischen Markt.

Die US-Regierung hatte bereits zuvor erklärt, den Status Syriens auf der Liste zu überprüfen. Trump ging darauf in seinen Äußerungen allerdings nicht ein und ließ damit offen, ob dazu schon ein Ergebnis vorliegt. Trump hatte zuletzt vorgeschlagen, Syrien solle sich militärisch “um die Hisbollah kümmern”. Al-Sharaa wies das jedoch zurück. Damaskus strebe “wirtschaftliche Beziehungen” mit dem Libanon an, “keine militärischen”, sagte al-Sharaa im Juni.

Trump lobte am Mittwoch Scharaa, der bis 2016 Kommandant der Al-Kaida-nahen Nusra-Front in Syrien war. Dieser führte Ende 2024 eine Koalition islamistischer Rebellen an, die den damaligen Machthaber Bashar al-Assad stürzte. Trump hat Sharaas Vorgehen gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in der Region unterstützt. “Er wird von allen respektiert, auch von mir”, sagte der US-Präsident.

Seit dem Sturz Assads im Dezember 2024 fungiert der 43-Jährige als Übergangspräsident. Im November 2025 hatte er bei einem Besuch in Washington um finanzielle Unterstützung für seine Regierung und eine Aufhebung der Sanktionen geworben. Die USA haben bereits umfassende Sanktionen gegen das Land aufgehoben. Die seit 1979 bestehende Einstufung Syriens als staatlicher Terrorismus-Sponsor ist jedoch formal weiterhin in Kraft.

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