Trump freut sich über Waffenruhe

Trump zur Iran-Einigung: Iran wird kein Uran mehr anreichern

Mittwoch, 08. April 2026 | 15:04 Uhr

Von: APA/Reuters/dpa

US-Präsident Donald Trump zufolge wird der Iran nach der Einigung auf eine Waffenruhe kein Uran mehr anreichern. Zudem würden die USA und der Iran das verschüttete Uran ausgraben und entfernen, schrieb Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. Ländern, die den Iran mit Waffen beliefern, drohte Trump mit Strafzöllen von 50 Prozent. Mit der Waffenruhe beanspruchen beide Seiten den Sieg für sich, auch wenn die Hauptstreitpunkte ungelöst bleiben.

Trump sprach gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP von einem “totalen und vollständigen Sieg” und erklärte auf seiner Plattform Truth Social, die USA hätten ihre militärischen Ziele erreicht. Bei vielen Punkten gebe es bereits eine Übereinkunft, man werde eng mit der Regierung in Teheran zusammenarbeiten, hieß es. Der Oberste Nationale Sicherheitsrat des Iran teilte in einer Erklärung mit: “Der Feind hat in seinem ungerechten, illegalen und kriminellen Krieg gegen die iranische Nation eine unbestreitbare, historische und vernichtende Niederlage erlitten.”

Trump droht mit neuen Zöllen

Konsequenzen kündigte Trump für jene Länder an, wenn sie dem Iran Waffen liefern sollten. Ein Zollsatz von 50 Prozent solle in diesem Fall mit sofortiger Wirkung auf alle Waren gelten, die in die USA verkauft würden, schrieb er. Das gelte ab sofort und ohne Ausnahme. Er behauptete zudem, dass das Land einen “sehr produktiven Regimewechsel” durchlaufen habe. Zugleich stellte er eine Annäherung Washingtons und Teherans in Aussicht.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth zog am Mittwoch eine positive Bilanz des Krieges gegen den Iran. Die USA hätten bei dem Einsatz “Epic Fury” einen entscheidenden Sieg errungen, sagt er vor Medienleuten. Die Regierung in Teheran habe um eine Feuerpause gebettelt. Das Raketenprogramm des Irans sei funktionell zerstört und die Fabriken des Landes seien dem Erdboden gleichgemacht worden. Nun gebe es eine echte Chance auf Frieden. An die an dem Einsatz beteiligten US-Soldaten gerichtet sagte Hegseth, sie sollten in Bereitschaft bleiben.

“Es wird viel Geld verdient werden”

Mit Waffenruhe und Öffnung der Straße von Hormuz rechnet Trump mit einem großen wirtschaftlichen Gewinn. “Es wird viel Geld verdient werden”, frohlockte der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Der Iran und die USA hatten sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von Trump auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Meerenge geeinigt. Irans Außenminister Abbas Araqchi schrieb in einer Erklärung, der Schiffsverkehr werde dort in Abstimmung mit den iranischen Streitkräften und unter Berücksichtigung technischer Einschränkungen wieder ermöglicht. Trump hatte die Öffnung der Straße zur Bedingung für eine Feuerpause gemacht.

Für den iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian sind bei der Vereinbarung die vom Iran geforderten “allgemeinen Grundsätze” akzeptiert worden. Dies schrieb er in einem Beitrag auf X. Pezeshkian habe zudem die Teilnahme an Verhandlungen mit den USA am Freitag zugesagt, hieß es aus Pakistan. Inzwischen meldete der Iran neue Explosionen am Persischen Golf. Sie ereigneten sich an einer Raffinerie auf der Insel Lawan, wie die Nachrichtenagentur Mehr berichtete. Die Ursache war zunächst unbekannt.

“Großer Tag für den Weltfrieden”

Trump hatte noch am Dienstag damit gedroht, den iranischen Energiesektor sowie Infrastruktur wie Brücken anzugreifen. “Eine ganze Zivilisation wird ausgelöscht”, hatte der US-Präsident gedroht und der Führung in Teheran eine Frist bis 2.00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit in der Nacht auf Mittwoch gesetzt. Auch Israel will sich an die zwischen Washington und Teheran vereinbarte Waffenruhe halten, wie ein hochrangiger US-Regierungsvertreter mitteilte. Die USA und Israel hatten den Krieg gegen den Iran am 28. Februar begonnen.

Die US-Nachrichtenseite “Axios” zitierte einen US-Beamten, wonach die Waffenruhe beginne, sobald der Iran die Straße von Hormuz öffne. Dem Vermittler Pakistan zufolge greift die Waffenruhe hingegen mit sofortiger Wirkung. Die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten von Amerika sowie ihre Verbündeten hätten einer sofortigen Waffenruhe einschließlich im Libanon und andernorts zugestimmt, schrieb der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif auf X. Im Libanon geht Israel massiv gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz vor. Später stellte die israelische Regierung klar, dass die Waffenruhe nicht für den Libanon gelte.

Sharif lud Delegationen beider Länder für weitere Gespräche am Freitag in die pakistanische Hauptstadt Islamabad ein, wo Vertreter aus Washington und Teheran über ein endgültiges Abkommen zur Beilegung des Konflikts aushandeln sollen. Beide Seiten hätten in den Gesprächen “bemerkenswerte Weisheit und Verständnis” bewiesen und sich konstruktiv für Frieden und Stabilität eingesetzt. Pakistan, ein Nachbarland des Iran, hatte im Krieg zwischen Vertretern aus Washington und Teheran vermittelt.

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