Rom verabschiedet neues Jagdgesetz

Unterberger fordert Verbot von Lockvögeln: “Barbarischer Brauch”

Donnerstag, 18. Juni 2026 | 13:08 Uhr

Von: mk

Rom – Im Zuge der Verabschiedung des neuen Jagdgesetzes, das derzeit im Senat in Behandlung ist, werden die Bestimmungen zu gezüchteten Lockvögeln gelockert. Dies führt dazu, dass die Kontrollen darüber, woher diese Vögel stammen, noch schwieriger werden. Davor warnt Julia Unterberger, die Vorsitzende der Autonomiegruppe im Senat, in einer Mitteilung.

Das Entfernen wildlebender Vögel aus ihren Nestern ist zwar theoretisch verboten, wird jedoch weiterhin praktiziert. Das beweisen unter anderem die zahlreichen Nesträuber, die im Mai und Juni die Obstwiesen in Südtirol aufsuchen, weil dort die Singdrossel brütet. Diese Vogelart eignet sich besonders gut als Lockvogel, weil ihr Gesang sehr laut ist.

Um Sing- und Schreilaute zu verstärken, werden die Vögel im Dunkeln gehalten, damit ihnen das Sonnenlicht anschließend heftige Schmerzen verursacht und sie laute Schreie von sich geben. Bekannt sind auch andere Torturen, z.B. das Ausstechen der Augen, um dasselbe Ergebnis zu erzielen.

Mit Hilfe dieser Lockvögel werden dann Tausende von Singvögeln gefangen, die in vielen Gegenden Norditaliens auf der Speisekarte landen. Damit sie zum Verzehr geeignet sind, können die Vögel nicht geschossen werden. Stattdessen werden sie mit Klebstoff oder anderen grausamen Fallen gefangen, obwohl dies die Vogelschutzrichtlinie der EU ausdrücklich verbietet. Italien wurde diesbezüglich mehrmals einem Vertragsverletzungsverfahren unterzogen.

“Meine Änderungsanträge, um die Jagd mit Lockvögeln zu verbieten, so wie das in Südtirol der Fall ist, wurden von fast der gesamten Opposition unterzeichnet. Sogar der Papst hat sich für einen respektvolleren Umgang mit der Schöpfung ausgesprochen. Vergebens – wie so oft überwiegen leider die wirtschaftlichen Interessen”, bedauert Unterberger.

Bezirk: Bozen

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