Von: APA/Reuters
Die USA haben kurz vor einem Treffen von Präsident Donald Trump mit der venezolanischen Oppositionsführerin Maria Corina Machado einen weiteren Tanker mit Verbindungen zu dem südamerikanischen Land beschlagnahmt. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von zwei US-Regierungsvertretern. Die Beschlagnahmung habe in der Karibik stattgefunden. Den Namen des Schiffes nannten die Insider, die anonym bleiben wollten, nicht.
Es handelt sich um das sechste Schiff in den vergangenen Wochen, das ins Visier der US-Behörden geraten ist. Die betroffenen Tanker hatten entweder venezolanisches Öl geladen oder in der Vergangenheit transportiert. Die US-Regierung versucht mit Sanktionen und der Beschlagnahmung von Öllieferungen den Druck auf die dortige Regierung zu erhöhen. Die Einnahmen aus dem Ölverkauf sind die wichtigste Devisenquelle für Venezuela. Das Treffen zwischen Trump und Machado soll die Unterstützung der USA für die Opposition unterstreichen.
Zuvor hatten die Republikaner im US-Senat Trump in seiner Venezuela-Politik den Rücken gestärkt und eine Resolution blockiert, die ihm Militäraktionen ohne Zustimmung des Kongresses untersagt hätte. Die Abstimmung am Mittwoch endete mit 51 zu 50 Stimmen, nachdem Vizepräsident JD Vance den Ausschlag gegeben hatte. Zuvor hatte Trump Druck auf Mitglieder seiner Partei ausgeübt, die die Vorlage unterstützt hatten. Nur drei republikanische Senatoren stimmten letztlich mit den Demokraten für die Resolution. Die US-Regierung argumentiert, es befänden sich keine Truppen in Venezuela, da die Gefangennahme von Präsident Nicolas Maduro ein juristischer und kein militärischer Einsatz gewesen sei.
Trump lobt Präsidentin Rodriguez
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters hatte Trump die amtierende Präsidentin Delcy Rodriguez gelobt. Er habe ein faszinierendes Gespräch mit ihr geführt und sie sei sehr umgänglich, sagte Trump.
Unterdessen haben die USA mit dem Verkauf von venezolanischem Öl auf Grundlage eines neuen Abkommens begonnen. Die Einnahmen aus den ersten Transaktionen im Wert von rund 500 Millionen Dollar werden auf von der US-Regierung kontrollierten Bankkonten verwahrt, sagte ein Insider. Das Gesamtvolumen der Vereinbarung zwischen Washington und Caracas beläuft sich auf zwei Milliarden Dollar. Einer mit den Plänen vertrauten Person zufolge befindet sich das Hauptkonto in Katar, das als neutraler Ort für die Transfers diene.
Die Entwicklungen folgen auf einen US-Militäreinsatz, bei dem der venezolanische Präsident Maduro Anfang Jänner gefangen genommen wurde. Als Reaktion auf die Wiederaufnahme der Exporte unter US-Aufsicht fährt der venezolanische Staatskonzern PDVSA Insidern zufolge seine Ölproduktion wieder hoch. Zuvor hatte ein striktes US-Embargo die Ausfuhren des OPEC-Mitglieds fast vollständig zum Erliegen gebracht. Es wird erwartet, dass der US-Ölkonzern Chevron noch in dieser Woche eine erweiterte Lizenz zur Ölförderung in dem südamerikanischen Land erhält.




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