Urteil: Trump muss wegen Verleumdung 83 Millionen Dollar zahlen

Verleumdungsprozess: Trump muss 83 Mio. Dollar zahlen

Freitag, 26. Januar 2024 | 23:51 Uhr

Der frühere US-Präsident Donald Trump ist im New Yorker Verleumdungsprozess zu 83,3 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt worden. Diese Summe müsse Trump der Schriftstellerin E. Jean Carroll zahlen, entschieden die Geschworenen eines Bundesgerichts am Freitag. Das Verfahren ist eines von mehreren, in die der führende Bewerber der Republikaner für die Präsidentschaftskandidatur verwickelt ist. Trump teilte auf seinem Online-Netzwerk Truth Social mit, Berufung einzulegen.

In diesem Prozess ging es um eine zweite Klage Carrolls gegen Trump. Der Republikaner war bereits im Mai wegen sexueller Nötigung Carrolls verurteilt worden. Die Autorin hatte ihm vorgeworfen, sie Ende 1995 oder Anfang 1996 in einem Kaufhaus vergewaltigt zu haben. Trump bezeichnete die Anschuldigungen im Juni 2019 – als er noch Präsident war – unter anderem als Schwindel und Lüge. Sie reichte daraufhin im November 2019 eine zweite Klage wegen Verleumdung ein. Trump hat alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Summe übersteigt die von Carroll verlangten mehr als zehn Millionen Dollar um ein Vielfaches. Die heute 80-jährige hatte im ersten Verfahren fünf Millionen Dollar zugesprochen bekommen, wogegen Trump Berufung eingelegt hat. Im zweiten Verfahren verlangte sie mindestens weitere zehn Millionen Dollar. Trump ist der führende republikanische Bewerber für die Wahl im November.

Bereits vor Beginn des zweiten Prozesses hatte Richter Lewis Kaplan entschieden, dass spätere Kommentare Trumps verleumderisch gewesen seien. Damit musste die Jury nun lediglich noch über die Höhe der Entschädigung entscheiden, die Trump bezahlen muss.

Trump war im zweiten Prozess – anders als im ersten – mehrfach persönlich erschienen und durch zahlreiche kommentierende Meinungsäußerungen störend aufgefallen, weswegen ihm der Richter zwischenzeitlich mit Ausschluss gedroht hatte.

Der 77-Jährige gilt bei den im November anstehenden Präsidentschaftswahlen als aussichtsreichster Bewerber der Republikaner. Er muss sich allerdings derzeit auch in zahlreichen verschiedenen Fällen mit Gerichten auseinandersetzen. Die Gerichtstermine nutzt Trump häufig als eine Art Wahlkampfveranstaltung.

Von: APA/Reuters/dpa

Kommentare

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15 Kommentare auf "Verleumdungsprozess: Trump muss 83 Mio. Dollar zahlen"


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NaSellSchunSell
NaSellSchunSell
Superredner
25 Tage 10 h

mit gesundem Hausverstand nicht zu erklären, dass einer, der zig Anklagen am Hals hat und so offensichtlich und nachweislich lügt wie gedruckt, trotzdem noch als Präsidentschaftskandidat antreten darf – und dann auch noch so erfolgreich…
Die Amis sind schon ein komisches Volk.

Doolin
Doolin
Kinig
25 Tage 6 h

…ein würdiger Präsidentschaftskandidat…die Amis verdauen alles…

Neumi
Neumi
Kinig
25 Tage 5 h

In D hätte man ihn schon zum Austritt aus der Partei bewegt.

Kasknedel
Kasknedel
Tratscher
25 Tage 4 h

@NaSellSchunSell Kannst du dich an Onkel Silvio erinnern? So viel dümmer als andere sind die US-Amerikaner vielleicht gar nicht.

NaSellSchunSell
NaSellSchunSell
Superredner
25 Tage 3 h

@Kasknedel sch, der Silvio… dem konnte man irgendwie nicht böse sein trotz seiner ganzen Fettnäpfchen, aber der Dödel…🙈

Kasknedel
Kasknedel
Tratscher
24 Tage 21 h

Ich glaube, außer den Anhängern des AC Mailand, sehen das nicht viele so.

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
25 Tage 10 h

Ich bin absolut kein Trump Anhänger, der Gedanke dass er wieder Präsident werden könnte ist für mich ein Albtraum aber 83 Millionen Schadensersatz erscheint mir schon mehr als übertrieben und zudem für eine Straftat die vor zirka 30 Jahren begannen wurde. 
Wenn ich denke welch mickrige und erfundene Gründe für einen Wahlausschuss in Russland ausreichen und was sich ein Trump alles leisten kann und trotzdem aussichtsreichster Kandidat ist dann hat man als normaldenkender Wähler schon erhebliche Zweifel an der Intelligenz des Wahlvolkes.

Hustinettenbaer
25 Tage 7 h

@Chrys
Trump wurde wegen seiner aktuellen Verleumdungen verurteilt.
“Die 83,3 Millionen Dollar setzen sich zusammen aus 7,3 Millionen Schadenersatz, 11 Millionen Dollar Schadenersatz für ein Programm, um den Ruf der Autorin zu reparieren und 65 Millionen Dollar sogenannten Strafschadenersatz, der den Verurteilten bestrafen und ihn in Zukunft von dem Verhalten abhalten soll.”

Die Strafhöhe dürfte mit dem (angeblichen ?) Trump-Vermögen von 2,6 Mrd. US-$ zusammenhängen.

Bei (politischen, religiösen…) Fanatikern setzt m. M. der Verstand (falls vorhanden) aus.

https://www.fr.de/politik/donald-trump-usa-verleumdung-klage-prozess-schmerzensgeld-entschaedigung-zr-92799285.html

Neumi
Neumi
Kinig
25 Tage 5 h

Er hätte ja die 5 aus dem ersten Verfahren akzeptieren können.

tucano2
tucano2
Tratscher
25 Tage 10 h

und so eppas dorf nu kandidieren? I glab, i hon eppas verpasst 🤔, des verstei uanfoch nit 😱

Doolin
Doolin
Kinig
25 Tage 20 h

…das wird ein liquider Präsident…

pingoballino1955
pingoballino1955
Universalgelehrter
25 Tage 10 h

Frankfurter Allgemeine: die Kaution ist 83 Millionen Dollar,die hat er LIQUID nicht zur Verfügung.Die muss er vor dem obersten Gericht hinterlegen um in Revision gehen zu dürfen !

Doolin
Doolin
Kinig
25 Tage 5 h

@pingoballino1955
…dann ist er nicht liquid…

Zugspitze947
25 Tage 3 h

Sehr gut hoffentlich verliert er die restlichen Prozesse auch ALLE und darf NICHT mehr als Präsident Kandidieren ! 👌😝

andr
andr
Universalgelehrter
24 Tage 21 h

Gerechtigkeit einmal nicht erkauft, ich hoffe der bleibt auf der Strecke

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