Von: APA/Reuters/dpa
Die Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah wird trotz gemeldeter Verstöße weitgehend eingehalten. Nach eigenen Angaben griff das israelische Militär am Mittwoch zwei Hisbollah-Kämpfer im Südlibanon an. Die Armee sprach von einer “Bedrohung”, die “beseitigt” worden sei. Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete darüber hinaus, dass israelische Soldaten auf zwei zivile Fahrzeuge nahe der Stadt Nabatieh geschossen hätten.
Verletzte habe es dabei nicht gegeben. Über der Küstenstadt Tyrus wurden erneut israelische Drohnen gemeldet. Sie lösten bei rückkehrenden Bewohnern Sorge vor erneuten Angriffen aus.
Gespräche in Washington gehen weiter
In der US-Hauptstadt Washington gingen unterdessen Gespräche zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern weiter. Ziel ist dabei vor allem, die Waffenruhe zu festigen. Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam betonte in einer Mitteilung seines Büros seine Ablehnung der israelischen Militärpräsenz im Südlibanon.
Präsident Joseph Aoun erklärte, die Gespräche würden unabhängig von den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran fortgesetzt. Die libanesische Regierung, die nicht Partei ist in dem Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah, will eine dauerhafte und vom Iran unabhängige Einigung mit Israel durchsetzen und den iranischen Einfluss im Land zurückdrängen.
In Washington wird auch ein Plan der USA diskutiert, wonach israelische Truppen Teile der im Krieg mit der Hisbollah besetzten Gebiete an die libanesische Armee übergeben sollen. Die beteiligten libanesischen Soldaten würden von den USA ausgebildet und überprüft, um Verbindungen zur vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz auszuschließen, sagten israelische Regierungsvertreter. Israel werde jedoch eine militärische Präsenz in einer Pufferzone entlang der Grenze aufrechterhalten.
EU-Diplomaten schlagen dreijährigen Unterstützungseinsatz vor
Der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) schlug indes einen dreijährigen zivil-militärischen Einsatz zur Beratung und Ausbildung der libanesischen Sicherheitskräfte vor. Dies geht aus einem Dokument hervor, das Reuters am Mittwoch vorlag. Die EU-Diplomaten beraten derzeit über den Entwurf zur Unterstützung der libanesischen Armee und der Einsatzkräfte für die innere Sicherheit. Damit die Mission zustande kommt, ist die Zustimmung aller 27 EU-Staaten nötig.
In dem EU-Papier vom 17. Juni, das an die Mitgliedstaaten verteilt wurde, heißt es, der Einsatz solle zunächst ein Mandat von drei Jahren erhalten. Ziel sei es, die libanesischen Behörden bei der Sicherung des Staatsgebiets und der Grenzen zu unterstützen. Konkret solle sich der Einsatz auf die Grenzregimenter, mobilen Einheiten und die regionale Gendarmerie konzentrieren. Außerdem sollten die Fähigkeiten zur Aufklärung und Überwachung sowie die maritime Sicherheit an den Seegrenzen und in den Häfen verbessert werden.




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