Grüne prangern „Zeit des Raubrittertums“ an

„Wenn die Tourismuszonen sprießen und die Landschaft leidet“

Mittwoch, 15. Mai 2019 | 12:48 Uhr

Bozen/Feldthurns – Mit der Zusammenführung der Bereiche Raum und Landschaft in einem einzigen Gesetz kommt ein Prozess in Gang, bei dem am Ende die Landschaft unter die Räder kommt. Diese Befürchtung hat in der Vergangenheit die grüne Landtagsfraktion geäußert. Nun sehen sich die grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Riccardo Dello Sbarba und Hanspeter Staffler bestätigt.

„Wir hatten während der Gesetzgebungsphase darauf hingewiesen, dass in der Zeit, bis das neue Gesetz in Kraft tritt, ein erbitterter Verteilungskampf um die Grundstücke stattfinden wird, die vielleicht nach 2021 außerhalb des Siedlungsgebietes liegen und somit nur erschwert oder gar nicht verbaubar sein werden. Dieser Wettlauf, der einem Raubrittertum gleicht, lässt sich nun in aller Klarheit beobachten. Letztes Beispiel ist die neue Tourismuszone in Feldthurns, der Heimat von HGV-Vizepräsident und Landtagsabgeordneten Helmut Tauber, gestern von der Landesregierung verabschiedet“, erklären die Grünen.

Mit dem Beschluss unterstütze die Landesregierung weiterhin die touristische Expansion im Lande, die trotz aller Beteuerungen der Mäßigung auf Hochtouren weiterlaufe. „Nach den umstrittenen Tourismuszonen in Naturns und Latsch werden nun für das Eisacktal Fakten gesetzt. Die Ansiedlung von zahlreichen Chalets, weitab von Dorfnähe und Siedlungszentrum, wird das Landschaftsbild verändern und negativ prägen. Der Bodenverbrauch steigt mit dieser Bauweise übermäßig an. Nur die Landesrätin für Raumordnung hielt dagegen – auf einsamem Posten, was ihr wohl noch öfter passieren wird – der Rest der Landesregierung unterstützt dagegen weiterhin die Bemühungen von Touristikern, vor dem Greifen der gefürchteten Siedlungsgrenze ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Dies gegen die Warnungen vor drohendem Wassermangel, zu der sich der aktuelle Kongress in Brixen klar äußert und ohne Blick für die rapide Klimaveränderung. Auch die Gutachten der Ämter wurden in den Wind geschlagen, die eigenen Ankündigungen aus dem Jahr 2014, die Vorlagen der Ämter zu respektieren, sind längst Schnee von vorgestern, so die grüne Landtagsfraktion. Noch würden die Warnungen vor dem Heißlaufen der touristischen Expansion verhallen ungehört.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Eisacktal

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "„Wenn die Tourismuszonen sprießen und die Landschaft leidet“"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Dublin
Dublin
Kinig
10 Tage 12 h

…und bald gibt’s wieder die unverschuldet Verschuldeten…
😁

wpDiscuz