Immer mehr Südtiroler nehmen Flüchtlinge auf

Wenn Herz und Tür offen stehen

Freitag, 02. Dezember 2016 | 12:10 Uhr

Bozen – Immer mehr Südtiroler überwinden Vorurteile und Ängste und öffnen ihr eigenes Zuhause für Flüchtlinge. Das Tagblatt Dolomiten hat einige Beispiele gesammelt.

Die Gründe, warum Flüchtlinge in Südtirol auf der Straße landen, sind vielfältig: Neuankömmlinge, für die sich zunächst keine öffentliche Stelle zuständig fühlt, kann das genauso passieren wie anerkannten Flüchtlingen, die auf dem Wohnungsmarkt keine Chance haben. Vielen bleibt dann nur ein Platz unter der Brücke oder in der Kälte-Notunterkunft. Manche haben allerdings auch Glück und finden bei Privaten ein offenes Herz.

Zum Haushalt von Cornelia dell’Eva und ihrem Partner Norberto aus Bozen gehört etwa seit geraumer Zeit auch ein junger Mann aus Pakistan. Er hat zwar einen Job, aber keine Wohnung. Als das Paar erst vor Kurzem Urlaub machte, hat der Gast in der Zwischenzeit das Haus gehütet.

Weil eine gute Freundin, die Italienisch in einem Flüchtlingsheim unterrichtet, von einem ihrer Schüler erzählt hatte, der nun die Struktur verlassen musste und buchstäblich auf der Straße stand, kam es zu einem Treffen. „Wenn man einer Person in die Augen schaut und weiß, die wird nun auf der Straße leben müssen, dann wird alles andere nebensächlich“, erklärt dell’Eva gegenüber den „Dolomiten“.

„Eine Schwangere kann man nicht auf der Straße lassen“

Ein Pärchen aus Nigeria hat hingegen Silvia Rier aus Kastelruth bei sich in ihrer Ferienwohnung untergebracht. Die Wohnung wird über den Winter nicht vermietet. „Die beiden stünden sonst auf der Straße, und sie ist doch schwanger“, erklärt Rier gegenüber den „Dolomiten“.

Eine Schwangere könne man bei diesen Temperaturen nicht auf der Straße lassen. „Wenn man dann selber alles hat, dann stellt man sich schon die Frage, warum es auf der Welt so ungerecht verteilt ist“, meint Rier laut „Dolomiten“.

Sechsköpfige Familie im Gartenhaus

Gleich einer ganzen Familie hat Katharina Strachwitz in Lana „Unterschlupf“ gewährt. Das Paar aus dem Iran und die vier Kinder mussten nach dem positiven Asylbescheid das Heim verlassen, fanden allerdings zunächst keine Wohnung. Weil die Caritas vermittelt hat, kamen die sechs den Sommer über in das Gartenhaus von Strachwitz und ihrer Familie. Im Oktober haben die Flüchtlinge eine Mietwohnung gefunden.

Katharina Strachwitz ist froh, die Erfahrung mit der netten Familie gemacht zu haben. Allerdings merkt sie laut „Dolomiten“ an: „Mit der Aufnahme übernimmt man auch Verantwortung und damit jede Menge Bürokratie, mit der selbst wir überfordert waren. Ganz zu schweigen von unseren Gästen. Da hatten wir schon manchmal das Gefühl, allein gelassen zu werden.“

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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27 Kommentare auf "Wenn Herz und Tür offen stehen"


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forzafcs
Grünschnabel
3 Tage 11 h

Flüchtlinge sein für mi Kriegsflüchtlinge und nt Wirtschoftsflüchtlinge.. Wirtschoftsflüchtlinge hoben do nix verloren! 

Kurt
Superredner
3 Tage 8 h

sou radikal siech is net😉

Staenkerer
Universalgelehrter
3 Tage 8 h

du hosch vollkommen recht!

Neumi
Tratscher
3 Tage 7 h

Der Großteil der Wirtschaftsflüchtlinge sollte eigentlich als “Klimaflüchtling” bezeichnet werden.

Durch die Erderwärmung werden breite Landstriche schlichtweg unbewohnbar, die Leute ziehen an die Küste in den Norden ab. Die Küsten sind schnell überfüllt, also ziehen von dort aus massig Leute weiter.

Staenkerer
Universalgelehrter
3 Tage 7 h

des kostat ins de hilfe vor ort …

iuhui
Grünschnabel
3 Tage 6 h

Noch dem Europa jahrelang Afrika ausgebeutet hot und weiter ausbeutet sein dei sehr wohl Wirtschoftsflüchtlinge! Teilweise sein mir olle selber Schuld,dass dei olle zu ins kemmen. Es fongt schon bei dei tausende von Handys wos olle Johre ausgetauscht werden weil nimmer ‘in’. Wo moants es, dass die Mineralien für die Mikrotechnologie herkemmen? Minderjährige wos tog und nocht in einer Mine eini und ausi kriechen unter aufsicht eines Mitragewehr!

maria zwei
Tratscher
3 Tage 2 h

@Neumi. noch nicht….aber das steht uns auch noch bevor…früher oder später

maria zwei
Tratscher
3 Tage 11 h

Ich würde keinen aufnehmen, darum muss sich der Staat kümmern, eher wäre ich bereit einem Obdachlosen Einheimischen zu helfen der vom Staat im Stich gelassen wurde!!!

Staenkerer
Universalgelehrter
3 Tage 7 h
i honn vor kurzen a bedenkliche erfahrung gemocht, kurz de geschichte: a forbiger straßenkleinkramhändler (aus senegal, jünger als meine kinder) den i seit gut 3 jaher kenn, arglos ab u. zu was abkaufe u. mit ihn plauderte, kommt seit neuesten immer wieder (leider ischt er immer dort wo ich einkaufe u. den bus nehme) mit sätze wie: ti amo … so che mi voi bene … vengo da tè a abitare … ! arumentationen wie: i honn nit plotz, i bin zu olt … so che sei sola … hai un letto largo … hai bisogno di un fusto …!… Weiterlesen »
Neumi
Tratscher
3 Tage 7 h

Es steht dir jederzeit frei, genau das zu tun.

matthias_k
Superredner
2 Tage 9 h

na dann nimm keinen auf und Punkt!! oder willst du jetzt auch am liebsten verbieten, dass man freiwillig auch niemand aufnehmen darf??
Bisher immer genau das von den ganzen “Gutmenschen” gefordert, und jetzt passts auch nicht. entscheide dich doch mal

maria zwei
Tratscher
2 Tage 9 h

@matthias_k ich spreche für mich..nicht für andere. Genau lesen vor dem Kritisieren würde nicht schaden!!

matthias_k
Superredner
2 Tage 8 h

@maria zwei “ich spreche für mich..nicht für andere.”
wo steht, dass ich dies behauptet habe? Ich glaube dieses genaue lesen solltest du beherzigen.

Ich habe das selbe Recht in Anspruch genommen wie du, und zwar Meinungsfreiheit. 
Wenn du nicht damit zurecht kommst, dass deine Meinung die du freiwillig hier im Forum kund tust, kritisiert wird, ist das dein Problem. 

Tabernakel
Universalgelehrter
2 Tage 8 h

@maria zwei
Jetzt versuchst Du Dich auch noch herauszureden

iuhui
Grünschnabel
3 Tage 10 h

Es geht nicht um Ängste und Vorurteile, sondern ganz einfach wie man Millionen Flüchtlinge LANGFRISTIG unterstützen kann; Sprache, Arbeit, Unterkunft, … Ich unterstütze viel lieber Afrika vor Ort, finde ich vieeeel sinnvoller!

Kurt
Superredner
3 Tage 8 h

richtig, zu unterscheiden kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen, wobei zunächst bei den Sofort-Einsätzen (Kurz-) gar nicht so sehr unterschieden werden kann/soll und die soziale, christliche (moderne Herbergsuche😉) Gesinnung vieler gefragt ist, dann muss die Politik verstärkt greifen und Lösungen herbeiführen

Neumi
Tratscher
3 Tage 7 h

Wäre sinnvoller, da hast du absolut recht.
Wir (Europa, Welt) hatten jahrzehntelang Zeit, das zu tun und haben es nicht getan. Die Folgen tragen wir jetzt.
Was du vorschlägst, ergibt absolut Sinn. Aber wie schaut es mit Übergangslösungen aus?

iuhui
Grünschnabel
3 Tage 6 h

@Neumi
Ein Beispiel (es gibt aber hunderte davon). Die Sushi-Mode in Europa; an der afrikanischen Westküste leben Milionen Menschen ausschließlich vom Fischfang. Doch die Meere sind von europäischen (nein, nicht japanische!) Fischfänger leergefischt worden! Wie glaubt ihr können diese Menschen noch weiter leben? In Europa! Also weiter brav Sushi essen und sich beklagen, dass so viele Schwarze nach Europa kommen.

Staenkerer
Universalgelehrter
3 Tage 40 Min

@iuhui stimmt schun, ober no abscheulicher isch das jeder beifang (ba jeder fischort de gfischt werd) vernichtet u. ins meer zruggekippt werd! so werd 20- 30 % jedes fanges als abfall entsorg!
wer solch idiotismus verschreib, de lobyisten od. de politiker de sich davon beeinflußen lossn, woas i nit, ober des isch (mit) verschwendung pur

Tabernakel
Universalgelehrter
2 Tage 23 h

@iuhui

Schwarze Syrer oder Marokkaner?

Missx
Tratscher
3 Tage 11 h

Das Paar hat einen Untermieter, der zufällig aus Pakistan stammt

heinold
Neuling
3 Tage 7 h

Na dann, viel Glück!

a sou
Grünschnabel
3 Tage 9 h

Wenn man schon in der glücklichen Situation ist so viel Wohnraum einfach “rumstehen” zu haben. Finde ich es nur richtig dass die Leute da etwas aushelfen.
Ich würde allerdings auch darauf achten, dass es wirklich Kriegsflüchtlinge sind und keine Sozialsystem- oder Wirtschaftstouristen. Das ich leider alles andere als einfach… :-/ 

maria zwei
Tratscher
3 Tage 2 h

a sou…genau darum gehts…in unserem Land sind viele viele Wirtschaftsflüchtlinge und sehr sehr wenig Kriegsflüchtlinge….gell Fr. Stocker????!!!!!

andr
Grünschnabel
3 Tage 7 h

Frage mich oft welche Chancen sie haben bei uns wenn wir doch selbst den Ansprüchen kaum mehr folgen können Fachkompetenz ist gefragter dennjeh sonst sitzt du selber auf der Straße und das nach 13 Jahren Schulausbildung

3 Tage 6 h

Alles Gute zur Geburt,DA WIRD Sicher Oberspatz Norbert Rier Pate Stehen!

helene
Superredner
3 Tage 2 h

unsere Politiker haben sicher ein großes Herz❤Sie öffnen den Herbergsuchenden ihre Tore !!!

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