Trump äußerte seine Gedanken einmal mehr auf "Truth Social"

Widersprüchliche Signale aus USA und Iran zu Verhandlungen

Donnerstag, 26. März 2026 | 12:57 Uhr

Von: APA/Reuters

Zum Stand der Bemühungen um ein Ende des seit fast vier Wochen anhaltenden Kriegs am Golf kommen aus den USA und dem Iran unterschiedliche Signale. US-Präsident Donald Trump beteuerte am späten Mittwochabend (Ortszeit) in Washington einmal mehr, dass Verhandlungen im Gange seien und die Führung der Islamischen Republik unbedingt einen “Deal” erreichen wolle. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi wies diese Darstellung jedoch entschieden zurück.

Araqchi teilte mit, es gebe zwar einen Austausch von Botschaften über befreundete Staaten. Man könne dies jedoch nicht als Dialog oder Verhandlung bezeichnen, sagte er im staatlichen Fernsehen. Der Iran prüfe aber die US-Vorschläge. Pakistans Außenminister Ishaq Dar bestätigte, dass sein Land Botschaften zwischen den USA und dem Iran vermittle.

Pakistan bestätigt Vermittlung zwischen USA und Iran

Dar teilte auf der Plattform X mit, sein Land habe Nachrichten zwischen beiden Ländern weitergeleitet. In diesem Kontext sei auch der 15-Punkte-Plan der Vereinigten Staaten geteilt und vom Iran erwogen worden, so der Minister weiter. Auch die Türkei und Ägypten sowie weitere nicht benannte Staaten unterstützten demnach die Initiative.

Trump gab auf seinem Online-Dienst “Truth Social” detaillierte Einblicke in seine Sicht des Verhandlungs-Status: Es gebe sehr wohl Verhandlungen mit dem Iran und “die iranischen Verhandler sind ganz anders und ‘seltsam’. Sie ‘flehen’ uns an, einen Deal abzuschließen, was sie auch tun sollten, da sie militärisch vernichtet wurden und null Chancen auf ein Comeback haben, und dennoch erklären sie öffentlich, dass sie unseren Vorschlag lediglich ‘prüfen’. FALSCH!!!”. Weiters schreibt Trump in einem Beitrag: “Sie sollten besser bald ernst machen, bevor es zu spät ist, denn sobald das geschieht, gibt es KEIN ZURÜCK, und das wird nicht schön werden!”

Das iranische Außenministerium hat bisher trotz anderslautender Darstellungen der US-Regierung laufende Verhandlungen mit Washington über ein Kriegsende dementiert. Die USA hätten in den vergangenen Tagen über Vermittler Botschaften überbringen lassen, auf die der Iran entweder mit der Bekanntgabe eigener Positionen oder Warnungen reagiert habe, erklärte zuletzt Außenminister Araqchi.

Pakistan hatte dem Iran einen 15-Punkte-Plan der USA übermittelt. Das Weiße Haus lehnte es ab, Einzelheiten zu nennen. Aus israelischen Regierungskreisen verlautete jedoch, gefordert würden unter anderem die Wiederöffnung der für den weltweiten Öl- und Flüssiggastransport enorm wichtigen Straße von Hormuz, die Beseitigung der iranischen Bestände an hochangereichertem Uran, die Eindämmung des iranischen Raketenprogramms sowie ein Ende der finanziellen Unterstützung für Verbündete des Iran im Nahen Osten.

Israel rechnet nicht mit Einlenken des Iran

In Israel, das gemeinsam mit den USA den Iran Ende Februar angegriffen und damit den Krieg ausgelöst hatte, ist man einem Insider zufolge jedoch skeptisch, dass die Führung in Teheran den Bedingungen zustimmt. Sechs weiteren Insidern zufolge hat der Iran Vermittlern mitgeteilt, dass der Libanon in ein etwaiges Waffenruheabkommen mit den USA und Israel einbezogen werden müsse. Israel bekämpft im Libanon die mit dem Iran verbündete radikalislamische Hisbollah-Miliz.

Trump hat bisher nicht verraten, mit wem konkret die USA im Iran verhandeln. Viele Spitzenvertreter des Iran zählen zu den Tausenden Menschen, die seit Beginn des Kriegs am 28. Februar getötet wurden. Gleich am ersten Tag der Bombardements kam der oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, ums Leben. Nachfolger wurde sein Sohn Mojtaba. Er soll bei Angriffen jedoch verletzt worden sein. Seit seiner Ernennung ist er öffentlich nicht Erscheinung getreten, auch nicht auf Fotos oder in Videos.

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