Antifaschistische Kundgebung geplant

Widerstand gegen Demo zu “Remigration” wächst

Montag, 23. Februar 2026 | 17:11 Uhr

Von: mk

Bozen – Für die am 28. Februar in Bozen angekündigte Demonstration der neofaschistischen Gruppierung „Remigrazione e riconquista“ wächst der Widerstand. Zahlreiche Gruppierungen und Vereine haben sich zusammengeschlossen und wollen eine Gegenkundgebung veranstalten: Grund dafür ist die Idee der Remigration, die sich Kritikern zufolge auf ein Vorhaben aus dem Umfeld rechtsextremer Netzwerke bezieht und gegen verfassungsrechtliche Prinzipien verstößt.

Inhaltlich bezieht sich das Remigrationskonzept auf die Ausweisung von Menschen mit ausländischen Wurzeln, darunter auch Personen mit gültigem Aufenthaltsstatus oder italienischer Staatsbürgerschaft. Ursprung dieser Bestrebungen werden in rechtsextremen Kreisen im deutschsprachigen Raum verortet.

In einer Aussendung schreiben die Organisatoren der antifaschistischen Kundgebungen wörtlich:

Am Samstag, 28. Februar, wollen Neofaschisten, Neonazis, Nationalisten und Rassisten in Bozen auf die Straße gehen. Während die Regierung ständig neue Notstände erfindet, um repressive Maßnahmen und Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit zu legitimieren, versuchen diese ewiggestrigen Gestalten, den politischen Raum zu besetzen, indem sie ethnische Konflikte anheizen und Hass und Streit säen.

In einer Zeit, in der die politische Lage immer repressiver und autoritärer wird, verbreiten sie rassistische Propaganda und Fremdenfeindlichkeit gegen Minderheiten. Es ist eine politische Agenda, die in Südtirol bereits mehrfach Wirklichkeit geworden ist – mit verheerenden sozialen und menschlichen Folgen.

Von Trumps USA bis nach Europa konnten sich rassistische und nationalistische Positionen bereits etablieren, salonfähig gemacht durch Wirtschaftsbosse, Parteien und einflussreiche politische Akteure. In den USA sehen wir, wohin das führt: Jene, die sich den Razzien der ICE-Milizen gegen Migrant*innen widersetzen, werden unterdrückt und eiskalt ermordet.

Während weltweit Völkermorde, Kriege, Massaker, Umweltzerstörung und Gewalt aller Art normalisiert werden, wird die große Mehrheit der Bevölkerung durch das Wirtschaftssystem ausgebeutet und für den Profit weniger in prekäre Verhältnisse gedrängt.

Angesichts dieses dramatischen Szenarios liegt es an uns, an Antifaschist*innen, Antirassist*innen und allen demokratischen Kräften, auf die Straße zu gehen – für einen großen, entschlossenen und kämpferischen Demonstrationszug, der Frieden, Solidarität, Gerechtigkeit und Gleichheit an die Stelle von Krieg, Hass und Aufrüstung setzt. Wir kämpfen zusammen für eine Zukunft ohne Angst, Isolation und Vereinsamung und für eine Gesellschaft, in der die Privilegien weniger nicht von vielen Entrechteten – in Italien und weltweit – bezahlt werden.

In diesem historischen Moment, in dem die Werte von Freiheit und Gerechtigkeit stark bedroht sind, rufen wir alle dazu auf, mit uns auf die Straße zu gehen: Einzelpersonen, Initiativen, Kollektive, Parteien, Vereine, Gewerkschaften und alle, denen die Ideale der Solidarität, der Würde, des Respekts und der sozialen Gerechtigkeit wichtig sind.

Kommt alle mit auf die Straße, um der heraufziehenden Finsternis entgegenzutreten, inspiriert vom Mut und Einsatz der Partisan*innen, die ihr Leben für die Freiheit gegeben haben, mit dem Traum, eine andere, gerechtere Gesellschaft aufzubauen – im Respekt vor der Demokratie und den Menschenrechten!

Wir sind die Alternative zu ihrem Nationalismus und Rassismus!

Die antifaschistische Demonstration findet am Samstag, den 28. Februar 2026 statt. Treffpunkt ist um 15.30 Uhr in der Bahnofsallee in Bozen.

Unterzeichnet wurde das Schreiben von folgenden Vereinigungen: Bozen Solidale, Antifa Meran, Antifa Überetsch, Antifa Sarntoul, Antifa Brixen, Spazio autogestito 77, Mediterranea Bolzano, Gruppo Emergency Bolzano, Movimento per il disarmo progressivo, ANPI Alto Adige Südtirol, OMAS GEGEN RECHTS – Bozen, Scioglilingua Bolzano, Rifondazione Comunista Bolzano – federazione provinciale “Fausto Concer”, Centro sociale Bruno – Trento, Bolzano Critical Mass, Associazione per i popoli minacciati, NO EXCUSES BZ, Climate Action BZ, Alpe Libera, Repair Café Bozen-Bolzano, Ciclofficina Popolare Pedale Radicale, Pride Pride Südtirol/Alto Adige, Assemblea per la Palestina Bolzano, Arci Bolzano-Bozen, basta.suedtirol(o), sh.asus / Südtiroler Hochschüler*innenschaft, Antifa Bergfreunde Innsbruck, teatroZAPPATheater Merano, People on the Move, Sinistra die Linke, Frauen*marsch – Donne* in Marcia, Gea – Per la solidarietà femminile contro la violenza / Für die Solidarität unter den Frauen gegen Gewalt, Rete Verona Rainbow, “Donne Democratiche dell’Alto Adige /Südtirol”, ANPI del Trentino, PD Alto Adige Südtirol, PSI Alto Adige Südtirol, Verdi Grüne Vërc, Rifondazione Comunista del Trentino, Assemblea antirazzista Trento, Contro Tempo Teatro, Coworking della Memoria, Auser Vssh Alto Adige Südtirol, Oldies for Future

Bezirk: Bozen

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