Grüne verlangen Auswertung

Wiedereröffnung der Claudia-Augusta-Straße

Donnerstag, 05. Februar 2026 | 10:37 Uhr

Von: Ivd

Bozen – Die Wiedereröffnung der Claudia-Augusta-Straße war als zeitlich begrenzter Versuch angekündigt worden. Monate später liegen jedoch weiterhin keine veröffentlichten Daten oder offiziellen Auswertungen zu den Auswirkungen der Maßnahme vor. Darauf machen die Grünen aufmerksam und fordern mehr Transparenz von der Stadtverwaltung.

Die Straße verläuft durch ein Wohngebiet mit mehreren Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen. Seit der Öffnung habe der Verkehr – insbesondere der Pendlerverkehr – zugenommen, so die Grünen. Damit verbunden seien mögliche Auswirkungen auf Luft- und Lärmbelastung, Verkehrssicherheit und Lebensqualität. Zudem werde der öffentliche Verkehr auf der einspurigen Straße ausgebremst, obwohl dessen Förderung erklärtes Ziel der Stadt sei.

Kritisiert wird außerdem, dass ein Teil des Verkehrs vom angrenzenden Gewerbegebiet in ein bereits stark belastetes Wohngebiet verlagert worden sei. Gleichzeitig werde weiterhin der Individualverkehr begünstigt – trotz der Investitionen in den neuen Bahnhof St. Jakob, der als nachhaltige Alternative für Pendler dienen soll.

Aus Sicht der Grünen haben die Bürger ein Recht auf transparente Information. Die Stadt sei verpflichtet, die Auswirkungen der Maßnahme zu erheben und öffentlich zu bewerten. Konkret fordern die Grünen unter anderem:

  • die Erhebung der Verkehrszahlen der vergangenen 24 Monate
  • eine Bewertung der Lärm- und Luftbelastung
  • einen Abgleich mit den Messdaten der APPA-Station in der Via Claudia Augusta
  • Angaben zu Maßnahmen zur Einhaltung der EU-Richtlinie 2024, die bis 2030 eine Halbierung der Grenzwerte für PM10 und PM2,5 vorsieht

Solange diese Daten nicht vorliegen, sprechen sich die Grünen für eine erneute Sperrung der Via Claudia Augusta aus, mit Durchfahrt nur für Anrainer. Zudem fordern sie die Einrichtung einer verkehrsbeschränkten Zone (ZTL) mit Kameraüberwachung.

Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität müssten wieder stärker in den Mittelpunkt der städtischen Verkehrspolitik rücken, so Andrea Tomasi, Stadtviertelrat von Oberau-Haslach, im Namen der Bozner Grünen.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen