Holzleitner verspricht starkes Frauenbudget

Willensbekundungen, Forderungen und Maßnahmen zum Frauentag

Sonntag, 08. März 2026 | 20:52 Uhr

Von: apa

Zu Willensbekundungen, Forderungen und Ankündigungen ist auch in diesem Jahr der Frauentag am 8. März genutzt worden. Dabei waren sich die Parteien darin einig, dass es auf dem Weg in Richtung Gleichstellung noch einiges zu tun gibt. Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) kündigte in der ORF-“Pressestunde” zudem an, mehr Geld in die Frauengesundheitsforschung zu stecken. Frauen betreffende budgetäre Kürzungen soll es laut ihr nicht geben.

Mit einer neuen klinischen Forschungsgruppe setzt das Frauenministerium einen Schwerpunkt auf Gendermedizin und Frauengesundheit. Für das Programm werden rund 8,4 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Diese untersuchen etwa, welche Therapien besser wirken, wie Krankheiten früher erkannt werden können oder wie Nebenwirkungen von Behandlungen reduziert werden können. Die Forschungsergebnisse sollen laut Holzleitner möglichst rasch in den klinischen Alltag einfließen und so die Versorgung von Patientinnen verbessern.

Allgemein zum Frauentag betonte auch die zuständige Ministerin, dass noch viel zur Gleichstellung getan werden müsse und nahm dabei auch ihre eigene Partei in die Pflicht. Nicht immer seien “unterstützende Männer” im entsprechenden Ausmaß für Frauenpolitik vorhanden. Kürzungen im Frauenbereich werde es trotz weiteren enormen Spardrucks nicht geben, versicherte sie. Dafür und für ein gestärktes Budget will sich die Ministerin bei den kommenden Verhandlungen einsetzen.

Parteien einig

“Wir müssen weiter daran arbeiten, Mädchen und Frauen in allen Lebens- und Berufsfeldern zu stärken und sichtbarer zu machen”, lautete auch die Forderung von ÖVP-Frauensprecherin Juliane Bogner-Strauß. Frauen sollten ein selbstbestimmtes Leben führen, in dem sie ihre Vorstellungen frei verwirklichen können. “Dafür braucht es echte Wahlfreiheit bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie”, umfassende Bildungs- und Fortbildungsangebote, flächendeckende Kinderbetreuung und einen konsequenten Schutz vor Gewalt.”

Einen “Kampftag” sieht die SPÖ-EU-Abgeordnete und frauenpolitische Sprecherin Elisabeth Grossmann im Weltfrauentag: “Er erinnert uns daran, dass kein frauenpolitischer Fortschritt je vom Himmel gefallen ist.” Viel sei zwar bereits erreicht worden, “doch der Kampf für echte Gleichstellung ist noch lange nicht vorbei”. Gerade jetzt würde man weltweit einen “gefährlichen Backlash” gegen Frauenrechte sowie einen besorgniserregenden Anstieg bei Anti-Gender-Bewegungen erleben.

Auch FPÖ für Stärkung

Für die Freiheitlichen äußerte sich unter anderem die Wiener FPÖ-Stadträtin Ulrike Nittmann. Sie forderte, Frauenpolitik wieder stärker in den Mittelpunkt politischer Entscheidungen zu rücken: “Gerade am Weltfrauentag wird deutlich: Echte Frauenpolitik ist heute wichtiger denn je. Frauenpolitik darf nicht zur Nebensache werden und auch nicht in ideologischer Genderpolitik untergehen.” So seien Frauen etwa über den gesamten Lebensverlauf hinweg häufig finanziell benachteiligt.

“Der Weltfrauentag darf nicht bei politischen Willensbekundungen stehen bleiben. Solange Politik männlich gedacht wird, bleiben Chancen für Frauen begrenzt”, reagierte NEOS-Frauensprecherin Henrike Brandstötter. Denn Gleichstellung entstehe nicht durch Appelle, sondern durch konkrete Veränderungen der Strukturen.

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