Landesregierung legt Richtlinien fest

Wirtschaft: 280 Millionen Euro für Corona-Fixkostenzuschüsse

Dienstag, 27. April 2021 | 16:40 Uhr

Bozen – Mit 280 Millionen Euro stellen die Fixkostenzuschüsse den Löwenanteil des 500-Millionen-Euro-Pakets an Corona-Hilfen, das das Land Südtirol in diesem März geschnürt hat, “um die Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern, Existenzen und Arbeitsplätze zu sichern und Liquidität zu schaffen”. Dies bekräftigte Landesrat Philipp Achammer, der heute gemeinsam mit Landesrat Arnold Schuler der Landesregierung die Richtlinien für die Gewährung dieser Corona-Hilfen zur Genehmigung unterbreitet hat.

Diese Fixkostenzuschüsse sind neben den sogenannten Verlustbeiträgen die zweite Unterstützungsmaßnahme für Wirtschaftstreibende. Die Kriterien für die Gewährung der Verlustbeiträge von 3000 bis 10.000 Euro hatte die Landesregierung bereits Ende März beschlossen. Seit 19. April kann darum angesucht werden. Wie Landesrat Achammer heute berichtete, sind bisher bereits 1047 Ansuchen über den E-Government-Dienst des Landes hinterlegt worden. Der Landesrat erinnerte auch daran, dass sich Wirtschaftstreibende für eine der beiden Unterstützungsmaßnahmen entscheiden müssten, da sie einander ausschließen würden.

Beihilfen bis zu 100.000 Euro

Im Sinne des heutigen Beschlusses, mit dem die Landesregierung die Kriterien für die Fixkosten-Zuschüsse festgelegt hat, können Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen aus Handwerk, Industrie, Handel, Dienstleistungen, Gastgewerbe, Privatzimmer- und Wohnungsvermietung, Schutzhütten, Gärtnereien, Milch- und Weinwirtschaft​ ab Juni und bis Ende September um diese Corona-Hilfen des Landes ansuchen. Es handelt sich um Zuschüsse von bis zu 100.000 Euro, die sich nach der Höhe der Fixkosten und dem Umsatzrückgang richtet. Bei einem dreißigprozentigen Umsatzrückgang liegt der Zuschuss bei bis zu 30 Prozent der zugelassenen Fixkosten, bei 50 Prozent Umsatzrückgang steigt der Betrag ebenfalls auf 50 Prozent an.

Umsatzrückgang von mindestens 30 Prozent

In den Genuss dieser Unterstützungsmaßnahmen von bis zu 100.000 Euro können Wirtschaftstreibende kommen, die ihre Tätigkeit vor dem 31. März 2021 aufgenommen haben und deren Gesamtumsatz in der Zeit vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum​ um mindestens 30 Prozent​ zurückgegangen ist. Des Weiteren muss für das Jahr 2019 ein Mindestumsatz von 30.000 Euro erreicht worden sein. Wirtschaftstreibende, die ihre Tätigkeit nach dem 1. April 2019 aufgenommen haben, müssen den Umsatzrückgang sowie den Mindestumsatz nicht nachweisen. Für sie hingegen ist ein Umsatz von mindestens 700 Euro im Monat vorgeschrieben.

Bei der Kostenberechnung dürfen 69 verschiedene Positionen mitberechnet werden, darunter Strom, Heizung, Telefon, Versicherungen, Werbung, Reinigungsspesen, Abfallgebühren, Pacht, Miete und Instandhaltungsspesen.

Ab Juni kann angesucht werden 

Die Ansuchen können ab Juni über den E-Government-Service der Landesverwaltung anhand der elektronischen Identität SPID eingereicht werden. Sie werden dann chronologisch bearbeitet. Die zuständigen Landesämter rechnen damit, dass die Corona-Hilfen einen Monat nach Beantragung bereits ausbezahlt werden können.

Vorfinanzierungen von bis zu 90 Prozent können Unternehmen ab Mai bei ihrer Hausbank auf der Grundlage eines Abkommens der Landesregierung mit den Südtiroler Banken (Sparkasse, Volksbank, Raiffeisen) beantragen.

Alle Informationen zu den Corona-Hilfen gibt es auf dem Portal #CoronaHilfen der Landeswebseite unter https://coronahilfen.provinz. bz.it.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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11 Kommentare auf "Wirtschaft: 280 Millionen Euro für Corona-Fixkostenzuschüsse"


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Igbo
Igbo
Neuling
9 Tage 13 h

Ohne jemanden beleidigen zu wollen, aber ich finde es fahrlässig jemanden 200 mio € für Wirtschaftshilfen anzuvertrauen, der weder eine Ahnung von Wirtschaft noch von Finanzsystemen hat. Er war Verkäufer!!!!
Bitte lasst diese Summen von Profis verwalten. Ich vertraue mein ganzes Geld ja auch nicht jemandem an, der keine Ahnung davon hat.

So ist das
9 Tage 4 h

Profis gibt es sowieso zu wenige in der LR, wenn man sieht, wie mit der Pandemie umgegangen wird.
Aber Wie lange will man noch warten, bis man die Hilfen auszahlt, das dauert viel zu lange 🤔

Neumi
Neumi
Kinig
9 Tage 2 h

Gegen Expertenregierungen wird genauso gewettert wie gegen Regierungen aus Politikern, die Experten als Berater haben, “Damned if you do, damned if you don’t”

Privatmeinung
Privatmeinung
Tratscher
8 Tage 14 h

Igbo – bin deiner Meinung!

Privatmeinung
Privatmeinung
Tratscher
9 Tage 16 h

Muß man zuerst Bankrot gehen, bis man vom Land etwas bekommt? 
Da war ich beim Staat besser dran.
Bin Selbstständig und hab auch finanzielle CORONAVERLUSTE erlitten.

hannes
hannes
Grünschnabel
9 Tage 14 h

Bravo. Habt ihr gut durchrechnen lassen (selbst schafft ihr es wahrscheinlich kaum bis 3 zu zählen). Mit eurer 30% Berechnung fallen die meisten Betriebe um einige wenige Prozente durchs Rsater und bekommen nichts. Ihr rühmt euch mit dem 500 Mio Paket finanziert mit unseren Steuergeldern.

giovanocci
giovanocci
Tratscher
9 Tage 2 h

Genau so ist es!!!
Und wenn jemand mit 1 mio Umsatz 25% Rückgang hat, kann man sich ja ausrechnen wie groß das Loch dann ist…

Hupsstupspups
Hupsstupspups
Tratscher
9 Tage 12 h

Das Geld geht nur zu den großen und zu den Millionären!!

giovanocci
giovanocci
Tratscher
9 Tage 2 h

so wird es wieder sein, die meisten kleinen fallen wegen wenigen Prozent Punkten durch…

Sehr ärgerlich dann immer von den guten Verteilern zu lesen…

Echt iaz
Echt iaz
Tratscher
9 Tage 14 h

Schnell liebe Landtags Abgeordnete tiat widor brav unsuachn und holt bitte schun die Ausrede herrichtn wenn es dorwuschn wert

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