Von: mk
Auer – Der Heimatpflegeverband Südtirol, Bezirk Überetsch-Unterland, lädt am Dienstag, den 26. Mai 2026 um 20.00 Uhr zur öffentlichen Informationsveranstaltung “Zurück in die Zukunft – Ein Abend über Autobahn, BBT und Zulaufstrecken” in die Aula Magna in Auer. Der Gries am Brenner-Bürgermeister Karl Mühlsteiger und internationale Experten gehen gemeinsam der drängenden Frage nach, die Zehntausende Menschen diesseits und jenseits des Brenners unmittelbar betrifft: Wie kann die Brennerachse endlich wirklich entlastet werden – und wessen Stimme zählt dabei?
Brenner-Bürgermeister spricht wenige Tage vor der Blockade
Besonderes Gewicht erhält der Abend durch die Teilnahme von Karl Mühlsteiger, Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner. Er wird aus erster Hand berichten, warum die Luegbrücke neu gebaut wird und was der tagtägliche Transitverkehr für die Gemeinden entlang der Brennerroute bedeutet – für Anwohner, Gesundheit und Lebensqualität. Sein Auftritt kommt zu einem politisch hochbrisanten Zeitpunkt: Nur wenige Tage später, am 30. Mai, findet die angekündigte Brennerblockade statt.
Versäumnisse der Verkehrsplanung – und was jetzt nötig wäre
Verkehrsexperte Prof. Dipl.-Ing. Hermann Knoflacher (Wien), einer der renommiertesten Verkehrsplaner in Europa und weltweit, wird laut Heimatpflegeverband strukturellen Versäumnisse der bisherigen Verkehrsplanung benennen: Warum gelingt es trotz Bau des Brenner Basistunnel nicht, Transit- und motorisierten Individualverkehr entlang der Brennerachse ernsthaft zu reduzieren? Und welche Weichenstellungen wären überfällig?
BBT: Versprechen und Wirklichkeit
Mag.iur. Lothar Gamper (Innsbruck) beleuchtet die rechtlichen und planerischen Probleme rund um den Brenner Basistunnel – ein Mammutprojekt, das als Schlüssel zur Verkehrswende angekündigt wurde, dessen Zulaufstrecken im Norden und Süden zunehmend auf Widerstand in der Bevölkerung stoßen.
Stimmen aus Bayern: Was die Bürgerinitiativen fordern
Lothar Thaler (Brennerdialog) und Thomas Unger (Bürgerforum Inntal) vertreten die wachsende Bewegung der Bürgerinitiativen in Bayern, die erhebliche Bedenken gegenüber der geplanten Trasse der BBT-Zulaufstrecken im Norden haben. Sie präsentieren einen alternativen Nordzulauf und zeigen, dass die Skepsis gegenüber dem Projekt kein isoliertes lokales Phänomen ist.
Kurzimpulse zu konkreten Alternativen für den Südzulauf geben Andrea Eccher, Heinrich Filippi und Marlene Roner. Moderiert wird der Abend von Eberhard Daum.
Ein Abend, der Fragen stellt – und Antworten einfordert
Die Brennerachse ist laut Heimatpflegeverband kein abstraktes Verkehrsproblem. Sie ist Lebensraum für viele Tausende Menschen entlang des Brenner-Korridors – vom Unterland über das Eisack- und Wipptal bis ins Trentino. Der Heimatpflegeverband lädt alle Interessierten ein, sich zu informieren, mitzudiskutieren und gemeinsam zu überlegen: Welche Zukunft wollen wir für unsere Dörfer und Täler? Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.




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