Stressometer des AFI

Arbeitswelt in Südtirol: Stress schlägt unterschiedlich zu Buche

Freitag, 31. Januar 2020 | 10:44 Uhr

Bozen – Seit Juni 2019 ist das „Stressometer“ von AFI und INAIL im Netz. Tausende Südtiroler haben ihre persönliche Stressbelastung im Job gemessen und verglichen. Was dabei alles herausgekommen ist, das zeigt jetzt die Auswertung der Testergebnisse.

Das AFI-Stressometer ist ein anspruchsvoller Onlinefragebogen, der den Stresslevel im Job anhand einer arbeitswissenschaftlich geprüften Methodik ziemlich genau einschätzen kann. „Unser Test soll das Bewusstsein für die eigene Stresssituation schärfen. Er beruht auf konsolidierten Erfahrungswerten und ist nicht nur Ausdruck eines momentanen Gefühls“, betont AFI-Präsident Dieter Mayr. Der große Zuspruch für das AFI-Stressometer war überraschend. Fast 10.000 Fragebögen wurden vollständig ausgefüllt. Online gab es an die 23.000 Aufrufe.

Welches Stressbild uns der Onlinetest des AFI zeigt

Zu über 80 Prozent wurde der Test von Südtirolern gemacht, obwohl er über Internet im gesamten deutschen und italienischen Sprachraum abrufbar war. „Unseren Test haben nur diejenigen gemacht, denen der Stress unter den Nägeln brennt – insofern darf man die Ergebnisse keinesfalls auf die gesamte Südtiroler Bevölkerung umlegen“, schickt der Arbeitspsychologe Tobias Hölbling voraus. Er berichtet: Jeder zweite, der den Test mit allen seinen 31 Fragen zu den insgesamt sechs Belastungsebenen vollständig durchgemacht hat, beklagt am Arbeitsplatz Probleme in den sozialen Beziehungen, sei es mit Chef oder Arbeitskollegen. Auf diesen häufigen und wichtigsten Stressgrund folgen eine belastende Körperhaltung (29 Prozent), danach kommen bei 26 Prozent der Testteilnehmer hohe Arbeitsintensität bzw. kritische emotionale Belastung – also Dinge wie Termindruck, Arbeitstempo, Umgang mit schwierigen Kunden oder in der Arbeit seine Gefühle verbergen müssen.

Stress schlägt unterschiedlich zu Buche

Bei Männern schlägt die Arbeitsintensität höher aus (Männer 31 Prozent, Frauen 21 Prozent), bei Frauen die kritische emotionale Belastung (Frauen 30 Prozent, Männer 23 Prozent). „Das erklärt sich aus der Tatsache, dass Frauen häufiger in sozialen Berufen arbeiten, in denen emotional belastende Situationen häufiger vorkommen und Männer mehr in Industrie und Handwerk, wo von vorneherein die höchste Arbeitsintensität herrscht“, sagt Hölbling. Für Südtirol ergibt der AFI-Onlinetest zum Stress im Job eine weitere Differenzierung nach Sprache. Deutsch- und italienischsprachige Test-Teilnehmer werten nämlich bestimmte Stressfaktoren unterschiedlich. Bei Italienischsprachigen sind emotionale Belastungen (36 Prozent) und sogar soziale Beziehungen (58 Prozent) ein häufigerer kritischer Stressfaktor als bei deutsch- und ladinischsprachigen Südtirolern, von denen 21 Prozent emotionale und 45 Prozent soziale Belastungen beklagen.

Lehrtipps gegen Stress gut angekommen

„Wir sind mit dem Test ja nicht bei der Diagnose stehen geblieben, sondern geben mit Online-Videos zu jedem Stressbereich drei Tipps, die sich einfach und mit wenig Aufwand in den Arbeitsalltag einbauen lassen“, erklärt Hölbling. „Jeder zweite Teilnehmer, der beim ganzen Test mitgemacht hat, hat auch das ihn betreffende Lehrvideo aufgerufen“. Die Tipps sind auf dem You-Tube-Kanal des AFI abrufbar. Wer den gesamten Test machen will, findet ihn unter www.stressometer.it

Stellungnahme von Dieter Mayr, AFI-Präsident

„Als Gewerkschafter ist uns das Wohlbefinden der arbeitenden Bevölkerung ein wichtiges Anliegen. Zu diesem Wohlbefinden tragen neben angemessenen Vertrags- und Entlohnungsbedingungen auch die Arbeitsbedingungen bei. Die Zahlen im Stressometer sprechen für sich: Fast 10.000 ausgefüllte Fragebögen zeigen, dass Arbeitsbelastung für sehr viele Südtiroler ein wichtiges Thema ist. Deshalb heißt es für uns dranbleiben!“

Stellungnahme von Sebastian Wieser, Leiter des Fachbereichs Institutionelle Tätigkeiten im INAIL Bozen

„Das Stressometer ist ein wichtiges Instrument und ein erster Schritt für die Bewusstseinsbildung. Nur wer sich der stressbezogenen Gefahren bewusst ist, kann etwas dagegen unternehmen und dadurch das Risiko für Arbeitsunfälle, Krankheitstage und Fehlzeiten senken – letztlich spart das der Allgemeinheit bares Geld!“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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11 Kommentare auf "Arbeitswelt in Südtirol: Stress schlägt unterschiedlich zu Buche"


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Blitz
Blitz
Universalgelehrter
17 Tage 16 h

Stressfrei sein oanzig und alloan , insre Politiker !

nuisnix
nuisnix
Superredner
17 Tage 15 h

…außer in de poor Monat, wo sie Wohlkompf mochn miassn, weil sie’s in der restlichen Zeit mit “gscheider” Orbet net drtun hobn…

sepp2
sepp2
Superredner
17 Tage 15 h

die kann man aber auch nicht zur Arbeitswelt zählen

george
george
Superredner
16 Tage 18 h

Ein billiger Allgemeinplatz!

Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
16 Tage 18 h

sepp2 sondern zu di Abkassierer ohne Gewissen und Anstand 🙁

Psycho
Psycho
Grünschnabel
17 Tage 15 h

Statistiken und weitere Statistiken….und wem hilfts?Personal geht in Pension, wegen Einsparungen der Firmen wird der fehlende Platz nicht ersetzt….also verdoppelt sich die Arbeit u.s.w ….wen wunderts, dass so einige in Depressionen fallen😡

idenk
idenk
Superredner
17 Tage 14 h

Dafür bleibt der Gehalt immer konstant, stabil, gleich😉

Lorietta12345678
Lorietta12345678
Grünschnabel
17 Tage 14 h

Stress ist rein subjektiv, es kommt darauf an ob man damit umgehen kann! Lernt es euren Kindern. Ich wundere mich oft wieviel Stress schon in der !Grundschule! von Mamis gemacht wird. Mir ist es egal ob bei einem Test 8 9 oder 10 steht! ( habe 3 Kinder). Das Grundschulzeignis schaut eh nie keiner mehr an, ausser die Eltern! Take it easy😀

nuisnix
nuisnix
Superredner
17 Tage 14 h

Beim Mittel- und Oberschulzeugnis ist es auch nicht viel anders!
Die schwarze 6 muss stehen!

Staenkerer
17 Tage 4 h

mein sohn hot schun in der schual gsog: gib ollm lei 80% nor konsch ba bedorf no zualegn, wenn 100% gibsch, verlongen se eh lei 120% .. . des mocht er heit no!
recht hot er!

george
george
Superredner
17 Tage 15 h

starke Partner gehn oder bleiben von vornherein lieber draußen, schwache lässt man nicht gehn oder droht ihnen mit unwahrscheinlichem Rausschmiss!

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