Gasly nun doch am Monaco-Podest

Alpine-Pilot Gasly erhält Platz drei in Monaco zurück

Freitag, 12. Juni 2026 | 18:33 Uhr

Von: APA/dpa/sda/Reuters

Fünf Tage nach dem turbulenten Formel-1-Grand-Prix von Monaco hat der Franzose Pierre Gasly Rang drei zurückbekommen. Wie der Automobil-Weltverband (FIA) am Freitag mitteilte, wurden die zwei nachträglich ausgesprochenen Fünf-Sekunden-Strafen gegen den Alpine-Piloten zurückgenommen, womit Gasly hinter Sieger Kimi Antonelli (Mercedes) und Lewis Hamilton (Ferrari) wieder mit einem Stockerlplatz – dem sechsten seiner Karriere in der Königsklasse – aufscheint.

Gasly war am vergangenen Sonntag von den Stewards zweier Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Boxengasse um 0,1 respektive 0,4 km/h für schuldig befunden worden und daraufhin auf Platz sieben zurückgefallen. Alpine legte gegen die Sanktionen Einspruch ein und bekam nun recht. Grund dafür war eine Fehlberechnung von gerade einmal 77 Zentimetern, weshalb die Strafen annulliert wurden. Gaslys Landsmann Isack Hadjar muss damit weiter auf den ersten Podestplatz mit Red Bull warten.

Während des Rennens im Fürstentum hatte es zahlreiche Zeitstrafen wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse gegeben. Nicht nur Gasly wurde vorgeworfen, mehr als die vorgeschriebenen 60 km/h gefahren zu sein. Der Franzose saß im Gegensatz zur Konkurrenz seine spät ausgesprochene Strafe aber nicht ab, weshalb nach dem unverzüglichen Protest von Alpine gegen seine Versetzung auf den siebenten Rang sein Fall nach einem Einspruch auch neu untersucht werden konnte.

Alpine lieferte Beweise für regelkonforme Fahrweise

Der Rennstall konnte nun vor dem Grand Prix von Barcelona-Katalonien nachweisen, dass Gasly das Tempolimit nicht überschritten hat. Die FIA hatte wegen veränderter Streckenbegrenzungen die offizielle Messzone in der Boxengasse um 77 Zentimeter zu lang berechnet. Legt man diese Distanz Gaslys beiden strittigen Fällen zugrunde, lag er mit 58,7 km/h und 58,8 km/h stets im regelkonformen Bereich. Somit durfte sich der 30-Jährige doch über das sechste Podium seiner Karriere freuen.

Der Fall könnte aber weitergehen. McLaren und Red Bull behalten sich Medien zufolge vor, gegen die Alpine-Entscheidung noch vorzugehen. So wie Hadjar von Red Bull auf Rang vier zurückfiel, wurde McLarens Oscar Piastri nach der Neuklassifizierung auf Platz fünf gewertet. Die Rennställe haben nun 96 Stunden, um die Entscheidung zu überprüfen und vielleicht anzufechten.

Mercedes berät sich mit Anwälten

Auch Mercedes prüft Schritte, nachdem George Russell nach einer Durchfahrtsstrafe nur Zwölfter geworden war. “Natürlich gibt es gewisse zeitliche Beschränkungen. Wir würden auch sicherlich keine Berufung gegen das Ergebnis von Gasly einlegen”, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Man habe aber Anwälte eingeschaltet und wolle den Weltverband Russells Fall noch mal ansehen lassen.

“Glauben wir, dass wir realistisch gesehen eine Chance haben, das Ergebnis zu kippen? Ich glaube nicht. Aber wir müssen es auf jeden Fall versuchen, wenn wir sehen, dass auch nur die geringste Chance besteht”, sagte Wolff.

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