Von: apa
Auf Marko Arnautovic wartet am Montag (19.00 Uhr MESZ/live ServusTV) bei der Fußball-WM ein Duell mit einem speziellen Spieler. Im Dallas Stadium geht es gegen Argentinien und damit gegen Lionel Messi, den der ÖFB-Rekordspieler am Freitag in Santa Barbara als “Größten aller Zeiten” bezeichnete. “Es wird nie wieder so einen Großen geben”, sagte der Wiener über den 1,69 Meter großen Ausnahmekicker.
Die argentinische Mannschaft bestehe jedoch nicht nur aus Messi allein. “Es ist etwas Großes, gegen Argentinien, gegen ihn, zu spielen. Aber wir müssen auf uns schauen, dass wir eine Top-Performance hinlegen. Argentinien ist eine der größten Nationen, wenn nicht die größte. Man muss auf alle aufpassen, nicht nur auf Messi”, betonte Arnautovic.
Der 37-Jährige könnte gegen den Titelverteidiger in die Anfangsformation zurückkehren, nachdem er beim 3:1 gegen Jordanien erst zur Pause eingetauscht worden war. Sein Reservistendasein hatte ihm durchaus zugesetzt. “Es war ein Rollercoaster”, erzählte Arnautovic. “Ich will immer auf dem Platz stehen und spielen, aber die Entscheidung habe ich natürlich akzeptiert. Ich bin einer, der am Anfang schon ein bisschen beleidigt und sauer ist, doch es ist wichtig, den anderen von der Bank ein gutes Gefühl zu geben und wenn man reinkommt, zu performen.”
Arnautovic freut sich über WM-Tor
Das gelang – Arnautovic schoss zunächst ein vom VAR wegen eines Handspiels von Stefan Posch aberkanntes Tor, war danach zum 2:1 involviert und erzielte schließlich per Elfmeter den Treffer zum 3:1-Endstand. “Ich bin sehr glücklich über dieses Tor. Es ist nicht immer einfach, einen Elfer zu schießen, überhaupt auf dieser Bühne.”
Während die Jordanien-Partie um 21.00 Uhr Westküstenzeit gestartet wurde, beginnt das Match gegen Argentinien um 10.00 Uhr in jener Zeitzone, in der sich die ÖFB-Auswahl seit dem 4. Juni befindet. In Dallas ist es beim Anpfiff 12.00 Uhr – kein optimaler Zeitpunkt für den bekennenden Morgenmuffel Arnautovic. “In der Früh darfst du mich nicht anreden, da ist es ganz schwierig. Aber ich muss um 12.00 Uhr auf dem Platz stehen, also muss ich halt schauen, dass ich um 6.00 Uhr aufstehe”, meinte der Stürmer von Roter Stern Belgrad.
Sein ÖFB-Kollege und enger Freund Marcel Sabitzer bestreitet gegen Argentinien sein 100. Länderspiel. In Österreichs Hunderter-Club haben es bisher nur Aleksandar Dragovic (100), Andreas Herzog (103), David Alaba (114) und Arnautovic selbst (134) geschafft. “Am Anfang war er mein kleiner Junge, jetzt ist er auch schon älter geworden”, sagte der Angreifer über den 32-jährigen Sabitzer. “Wir haben eine Top-Beziehung auch außerhalb des Platzes. Wir wissen alle, wie wichtig er für uns ist. Ich hoffe, dass er gegen Argentinien performt und ein, zwei Tore macht.”
Arnautovic würde nicht in heutiger Zeit aufwachsen wollen
Eine hohe Meinung hat Arnautovic auch von Paul Wanner. “Überragender Spieler, überragendes Talent – Gott sei Dank hat er sich für uns entschieden.” Arnautovic ist der älteste, Wanner mit 20 Jahren der jüngste Kicker im ÖFB-Kader. Beneidet wird der Eindhoven-Legionär wegen seiner Jugend von Arnautovic nicht. “Ich will nicht gern in seinem Alter sein. Bei mir hat es nur den Ball und ein Tor ohne Netz gegeben, kein Internet und Social Media. Ich finde es schade, dass er in dieser Welt groß geworden ist und nicht in meiner”, erklärte Arnautovic.
Wanner meinte, in seiner Kindheit seien Smartphone und soziale Medien nicht omnipräsent gewesen, er habe sich schon immer auf den Fußball konzentriert. Über Arnautovic sagte der Youngster: “Ich kann auch als Charakter und Mensch viel von ihm lernen. Er ist eine große Persönlichkeit mit einem super Charakter, tut jedem gut und hilft jedem Einzelnen von uns.”
So wie Arnautovic sorgte auch Wanner nach seiner Einwechslung gegen Jordanien für neuen Schwung. “Ich habe mir gar nicht so viel Gedanken gemacht, wollte einfach Ruhe und Struktur reinbringen.” Vor Argentinien habe man “Respekt, aber keine Angst. Wenn wir unsere Qualitäten auf den Platz bringen, können wir jede Nation vor Probleme stellen.”
Wanner bedankte sich bei Fans
Wanner betonte außerdem, er und seine Teamkollegen hätten sich sehr über Videos aus der Heimat über euphorisierte Fans bei Public Viewings oder auch jubelnde Kinder in den Schulen gefreut. “Wie es in Österreich abgegangen ist, macht uns als Spieler stolz. Das gibt Energie und Stolz für die nächsten Spiele.”
Auch das KI-Video, das seit vielen Tagen die Social-Media-Runde macht und unter anderem die gealterten Ralf Rangnick, David Alaba und Arnautovic 30 Jahre nach einem fiktiven WM-Titelgewinn sprechen lässt, hat die ÖFB-Auswahl erreicht. Der Clip sorgte bei Arnautovic, der darin als Bundespräsident auftritt, für Emotionen und löste Gänsehaut aus. “Das Video hat etwas mit mir gemacht”, sagte der Stürmer, der dem Nationalteam nach der WM den Rücken kehren wird, im ORF-Interview.




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