Von: luk
Bozen/Antholz – Nach dem positiven Dopingtest der Südtiroler Biathletin Rebecca Passler spricht CONI-Landespräsident Alex Tabarelli im Gespräch mit Südtirol News von einem “menschlichem Drama” für die junge Athletin. Nur wenige Tage vor dem Start von Olympia vor der eigenen Haustür eine solche Hiobsbotschaft mit all den verbundenen Konsequenzen zu erleben sei sehr schlimm für die Sportlerin.
Man könne sich kaum ausmalen, was sie gerade durchlebe. Auch ihre Mannschaftskollegen würden die Vorwürfe mental belasten. Das sei sicher Gesprächsthema Nummer eins, so der Landespräsident des CONI.
Keine voreiligen Schlüsse ziehen
Tabarelli mahnt dazu, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Denn eines sei klar: Noch wisse man nicht viel. So seien bei der 24-Jährigen zwar verbotene Mittel im Körper detektiert worden, allerdings sei unklar, in welchem Ausmaß. Zudem stehe im Moment auch noch die B-Probe aus.
Bei einer Testreihe vor einer Woche, bei der alle 196 italienischen Olympia-Athletinnen und -Athleten kontrolliert wurden, schlug die Probe der Antholzerin auf die Substanzen Letrozol und Methanol an. Der Verband hat Passler in der Folge vorläufig suspendiert. Ihr Olympia-Ticket verliert sie damit.
“Lege für Rebecca Hand ins Feuer”
Der CONI-Landespräsident zeigt sich über den Verdachtsfall überrascht. Er würde die Hand für Rebecca Passler ins Feuer legen, dass sie nicht die Absicht hatte, ihre Leistung mit Dopingmitteln zu steigern. Man müsse jetzt sehen, wie es wirklich zum Kontakt mit den Mitteln gekommen sei.
Tabarelli ruft dazu auf, keine Vorverurteilungen zu treffen und die endgültige Faktenlage abzuwarten.
“Sport in Südtirol steht hinter Passler”
Er macht auch deutlich, dass der Sport in Südtirol hinter Rebecca Passler steht. Man müsse nun auf die “Gitsch” schauen und herausfinden, was tatsächlich passiert sei.
Giftige Kommentare in sozialen Netzwerken
Wie schnell es zu Vorverurteilungen kommen kann, war am Montag auf dem Instagram-Account der Athletin zu sehen. Unter den aktuellen Postings von Passler schrieben einige User giftige und beleidigende Kommentare. Mittlerweile wurde die Kommentarfunktion entfernt.
Was ist Letrozol eigentlich?
Letrozol wird im Leistungssport als Dopingsubstanz missbraucht, weil es den Aromatase-Hemmer-Effekt nutzt, um den Östrogenspiegel zu senken und dadurch oft eine erhöhte Testosteronwirkung zu ermöglichen. Dieser Einsatz ist in den meisten Sportarten verboten und kann zu Sanktionen führen. Der Missbrauch zielt darauf ab, Muskelaufbau und Kraft zu steigern, birgt aber erhebliche Gesundheitsrisiken wie Hormonausgleiche, Gynäkomastie, Leberschäden und Herz-Kreislauf-Probleme.
Das Mittel wird primär in der medizinischen Therapie von hormonrezeptorpositivem Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen eingesetzt. Es dient als Therapie nach Operationen, um das Tumorwachstum durch starke Reduktion der Östrogenproduktion zu hemmen.




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