Platz fünf beim Finale des FIL-Alpin-Rodel-Weltcups reicht

Daniel Gruber kürt sich erstmals zum Gesamtsieger

Samstag, 21. Februar 2026 | 22:16 Uhr

Von: ka

Ridnaun – Der FIL-Alpin-Rodel-Weltcup 2025/2026 ist am Samstagabend mit dem Finale in Jaufental/Val di Giovo (ITA) zu Ende gegangen. Im Einsitzer der Damen feierten die „Azzurri” einen Vierfachsieg, im Einsitzer der Herren gab es einen Dreifachsieg für die Gastgeber.

Die 660 Meter lange Tonnerboden-Bahn im Wipptaler Rodelzentrum ist ihrem Ruf als Garant für unvorhersehbare Ergebnisse auch beim Saisonfinale 2025/2026 gerecht geworden. Beim Night Race bei starkem Schneefall feierte Europameisterin Nina Castiglioni (ITA) ihren ersten Weltcupsieg, vor ihrer älteren Schwester Jenny Castiglioni (ITA) und Nadine Staffler (ITA). Mit einem perfekten zweiten Lauf setzte sich die nach dem ersten Lauf Drittplatzierte Nina Castiglioni in 1.46,33 Minuten an die Spitze, Nadine Staffler, zur Halbzeit Zweite, musste sich mit einem Rückstand von 0,53 Sekunden hinter der Newcomerin im Weltcup einreihen. Jenny Castiglioni, die Führende des ersten Laufes, erwischte nicht die schnellste Linie und verpasste um 0,30 Sekunden ihren ersten Weltcupsieg. Beim Premierensieg von Nina Castiglioni musste sich Gesamtsiegerin Riccarda Ruetz (AUT/+1,24 Sekunden) mit Platz fünf zufriedengeben.

Ulrich Wilhelm/Unterholzner Hannes

„Mir fehlen die Worte. Der zweite Lauf war wirklich extrem gut, mit dem ersten Weltcupsieg die Saison zu beenden ist einfach nur schön“, sagte Nina Castiglioni unter Tränen. „Natürlich hätte ich gerne gewonnen, der zweite Lauf aber ist mir nicht so gut gelungen. Aber ich freue mich riesig für meine Schwester“, erklärte die 20-jährige Jenny Castiglioni.

Im Einsitzer der Damen stand Riccarda Ruetz bereits vor dem Finale als Siegerin fest, am Ende hatte die Österreicherin mit 610 Punkten über 100 Punkte Vorsprung auf Nina Castiglioni (501) und Lisa Walch (GER/480), die mit Platz sechs beim Finale noch auf den dritten Platz im Gesamtweltcup zurückgerutscht ist.

„Die Luft war nicht draußen, ich fahre eigentlich jedes Rennen um zu gewinnen. Aber heute haben wir uns im ersten Lauf wohl bei der Materialabstimmung vergriffen. Schade, dass die Saison jetzt schon vorbei ist“, erklärte Ruetz nach dem Empfang ihrer ersten großen Kristallkugel: „Der Sieg im Gesamtweltcup bedeutet mir sehr viel. Es war meine bislang beste Saison“.

Ulrich Wilhelm/Gruber Daniel

Gruber kürt sich zum Gesamtsieger

Im Einsitzer der Herren kämpften mit Daniel Gruber (ITA) und Fabian Achenrainer (AUT) beim Finale noch zwei Rodler um den Gesamtsieg im Weltcup. Beide zeigten im ersten Lauf Nerven: Gruber lag zur Pause „nur“ auf Zwischenrang vier, Achenrainer auf Zwischenrang fünf. Nach dem zweiten Lauf reihte sich Achenrainer auf Platz vier ein, zwei Hundertstel vor Gruber auf Platz fünf. Somit stand Gruber mit insgesamt 580 Punkten erstmals als Gesamtsieger fest, vor Achenrainer (530) und Hannes Unterholzner (ITA/424).

„Die Erleichterung bei mir ist riesig, bei der Anreise zum Finale ist mir erstmals bewusst geworden, dass ich den Gesamtsieg gewinnen könnte. Das war keine gute Idee, so habe ich mir selbst Druck auferlegt und hätte es beinahe vergeigt. Jetzt will ich nur noch feiern“, lachte Gruber. „Der Schneefall und das weiche Eis haben mir nicht in die Karten gespielt. Solche Bedingungen kommen meiner Fahrweise nicht entgegen, daran muss ich arbeiten“, gab Achenrainer zu Protokoll, der Gruber zu seiner hervorragenden Saison gratulierte: „Er ist ein verdienter Gesamtsieger“.

Den Tagessieg schnappte sich Hannes Unterholzner (ITA) mit einer Gesamtzeit von 1.43,90 Minuten, der in beiden Läufen Bestzeit fuhr. Seine Teamkollegen Matthias Lambacher (ITA/+0,51 Sekunden) und Alex Oberhofer (ITA/+0,53) belegten die Ehrenplätze.

„Das waren zwei starke Läufe, die Bedingungen waren schwierig, aber ich konnte mich gut darauf einstellen“, analysierte Unterholzner seinen zweiten Saisonsieg. „Die Bahn in Jaufental liegt mir offenbar“, freute sich Doppelspezialist Matthias Lambacher, der in der Saison 2023/2024 beim Weltcup im Jaufental erstmals im Einsitzer am Podium stand: „Das ist auch ein Grund dafür, dass wir zu 90 Prozent im Doppelsitzer nicht mehr fahren werden. Mein Bruder Peter und ich, wir wollen uns einfach mehr auf den Einsitzer konzentrieren, denn mittlerweile ist es nahezu unmöglich, beide Disziplinen erfolgreich zu bestreiten“.

Die Nationenwertung gewinnt Italien mit 5.372 Punkten, vor Österreich (3.798) und Deutschland (1.030). Insgesamt kamen 12 Nationen in die Weltcupwertung.

Ulrich Wilhelm/Podium Damen

Eine durchwegs positive Bilanz des Alpin Rodel Weltcups 2025/2026 zieht Andreas Castiglioni, Direktor für Sport und Technik Alpin Rodeln: „Die neue Generation hat geliefert, wir hatten eine extrem spannende Saison, mit vier Premierensiegerin sowohl im Einsitzer der Damen als auch im Einsitzer der Herren. Und die ausrichtenden Vereine haben mit den bestens organisierten Rennen den Alpin Rodel Weltcup auf ein neues Niveau gehoben“.

Der Chef des Organisationskomitees in Jaufental, Walter Volgger, zeigt sich mit dem erstmals auf der Tonnerboden-Bahn ausgetragenen Weltcupfinale sehr zufrieden: „Der Wettergott meinte es vielleicht nicht wirklich gut. Nassen Schneefall braucht es einfach nicht. Aber wir haben dadurch gesehen, dass wir den ganzen Winter über gut gearbeitet haben, das Eis auf der Bahn hat gehalten, es war ein absolut faires Rennen für alle. Das ist der Verdienst unserer freiwilligen Helfer, die Bahnarbeiter haben unermüdlich den Neuschnee aus der Bahn gefegt. Wir wollten ein würdiges Weltcupfinale organisieren, und das ist uns gelungen.“ Im „Rennkalender“ der Tonnerboden-Bahn fehlt nur noch eine Weltmeisterschaft der Allgemeinen Klasse, diese wird voraussichtlich im Jahr 2029 veranstaltet, nach den FIL Jugendspielen im nächsten Jahr.

Top-3 Einsitzer Damen, Finale Jaufental

Nina Castiglioni (ITA), 1.46,33 Minuten
Jenny Castiglioni (ITA), +0,30 Sekunden
Nadine Staffler (ITA), +0,53 Sekunden
Top-3 Einsitzer Herren, Finale Jaufental

Hannes Unterholzner (ITA), 1.43,90 Minuten
Matthias Lambacher (ITA), + 0,51 Sekunden
Alex Oberhofer (ITA), +0,53 Sekunden
Gesamtweltcup

Top-3 Einsitzer Damen

Riccarda Ruetz (AUT) 610 Punkte
Nina Castiglioni (ITA) 501 Punkte
Lisa Walch (GER) 480 Punkte
Top-3 Einsitzer Herren

Daniel Gruber (ITA) 580 Punkte
Fabian Achenrainer (ITA) 530 Punkte
Hannes Unterholzner (ITA) 424 Punkte

Top-3 Doppelsitzer

Matthias Lambacher/Peter Lambacher (ITA) 585 Punkte
Tobias Paur/Andreas Hofer (ITA) 560 Punkte
Maximilian Pichler/Nico Edlinger (AUT) 540 Punkte

Bezirk: Wipptal

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