Djokovic gab bei bisher bester Turnierleistung nur drei Games ab

Djokovic und Sinner locker ins Melbourne-Viertelfinale

Sonntag, 21. Januar 2024 | 13:35 Uhr

Nach anfänglichen Schwierigkeiten kommt Novak Djokovic bei den Australian Open immer besser in Schwung. Im Achtelfinale deklassierte der Titelverteidiger am Sonntag in Melbourne den Franzosen Adrian Mannarino mit 6:0,6:0,6:3 und zeigte dabei seine bisher beste Turnierleistung in diesem Jahr. Ebenfalls im Viertelfinale steht der an Nummer vier gereihte Südtiroler Jannik Sinner nach einem 6:4,7:5,6:3 über den Russen Karen Chatschanow.

Der zehnfache Melbourne-Sieger Djokovic trifft nun auf den US-Amerikaner Taylor Fritz, der den als Nummer sieben gesetzten griechischen Vorjahresfinalisten Stefanos Tsitsipas mit 7:6(3),5:7,6:3,6:3 ausschaltete. Sinner bekommt es mit Andrej Rublew zu tun – der Russe gewann gegen den Australier Alex de Minaur 6:4,6:7(5),6:7(4),6:3,6:0. Bei den Frauen zogen die Belarussin Aryna Sabalenka, die US-Amerikanerin Coco Gauff, die Ukrainerin Marta Kostjuk und die Tschechin Barbora Krejcikova in die Runde der letzten acht ein.

Djokovic benötigte lediglich 1:44 Stunden für seinen ungefährdeten Sieg. Mannarino waren die Strapazen nach drei Fünf-Satz-Siegen in den Partien zuvor deutlich anzumerken. “Die ersten beiden Sätze waren die besten, die ich seit langer Zeit gespielt habe”, sagte der 24-fache Grand-Slam-Champion nach seiner beeindruckenden Leistung. “Es war alles in allem eine großartige Vorstellung. Ich bin gesundheitlich und sportlich auf einem sehr guten Weg”, meinte der in Melbourne seit 2018 ungeschlagene 36-Jährige, der sich zu Beginn des Turniers mit einer Erkältung herumgeplagt hatte.

Mittlerweile ist Djokovic aber wieder fit und voller Tatendrang, sein Blick reicht schon weit über die Australian Open hinaus. “Solange ich die Nummer eins der Welt und auf der Höhe meines Spiels bin, habe ich nicht vor, das Tennis zu verlassen. Ich habe das Gefühl, dass ich noch nicht am Ende bin. Das Feuer brennt noch in mir”, sagte Djokovic, der zum 58. Mal bei einem Grand-Slam-Turnier im Viertelfinale steht und damit den Rekord von Roger Federer einstellte.

Im Kampf um den Halbfinal-Einzug geht es gegen Fritz und nicht gegen Tsitsipas. Der Weltranglisten-Siebente, der nun aus den Top Ten fallen wird, nahm das Ausscheiden relativ gelassen. “Ich habe keine negativen Gefühle. Es gibt in einer Karriere weit mehr schmerzhafte Momente als erfolgreiche Momente”, bilanzierte Tsitsipas.

Neben Djokovic und Fritz buchte auch Sinner das Viertelfinal-Ticket, der Wien-Sieger gab sich gegen Chatschanow keine Blöße. Sinner wird am ehesten zugetraut, Djokovic in diesem Jahr in Melbourne ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Der Südtiroler schlug den Serben Ende des vergangenen Jahres sowohl in der Vorrunde der ATP-Finals als auch bei der Davis-Cup-Endrunde und ist am Yarra River immer noch ohne Satzverlust.

Im Frauen-Bewerb gewann Titelverteidigerin Sabalenka gegen die US-Amerikanerin Amanda Anisimova 6:3,6:2 und hat damit in ihren bisherigen vier Partien nur elf Games abgegeben. Im Viertelfinale kommt es zum Kräftemessen mit Krejcikova, der gegen die 16-jährige Russin Mirra Andrejewa nach verlorenem Startsatz die Wende gelang. So wie Sabalenka ist auch Gauff beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres noch ohne Satzverlust. Die 19-Jährige deklassierte die Polin Magdalena Frech mühelos mit 6:1,6:2 und steht erstmals bei diesem Major unter den letzten acht.

“Es war heute eine große Ehre, vor den Augen von Rod Laver in seiner Arena zu spielen”, sagte Gauff nach ihrem elften Matchsieg bei einem Grand-Slam-Turnier in Serie. Der 85-jährige Australier, elffacher Sieger von Grand-Slam-Turnieren, verfolgte die Partie in der nach ihm benannten Arena aus der ersten Reihe. “Danke, dass Sie zu meinem Spiel gekommen sind”, sagte Gauff. Sie spielt nun gegen die ungesetzte Ukrainerin Kostjuk, gegen die russische Qualifikantin Maria Timofejewa 6:2,6:1-Siegerin.

Wie seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine vor nun fast zwei Jahren üblich, verweigerte Kostjuk danach den Handschlag am Netz. “Ich kann immer noch nicht verstehen, was all diese Spielerinnen und Spieler hier machen”, hatte die 21-Jährige bereits zuvor mit Blick auf die Profis aus Russland gesagt. Ihre Erfolge und die ihrer Landsfrauen – neben Kostjuk erreichten mit Elina Switolina und Dajana Jastremska zwei weitere Ukrainerinnen das Achtelfinale – machen sie daher ganz besonders stolz. “Das zeigt, wie stark die Menschen in der Ukraine sind”, sagte Kostjuk.

Von: APA/dpa/Reuters

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