Großer-Flock-Jubel im Eiskanal von Cortina

Flock gewinnt Olympia-Gold im Skeleton

Samstag, 14. Februar 2026 | 21:26 Uhr

Von: apa

Janine Flock hat olympisches Gold im Skeleton gewonnen und späte Genugtuung erfahren. Die 36-jährige Tirolerin verwaltete am Samstag ihren Vorsprung nach drei Läufen im Eiskanal von Cortina auch im finalen Run und setzte sich vor den Deutschen Susanne Kreher (+0,30 Sek.) und Jacqueline Pfeifer (+0,44) durch. 2018 hatte Flock eine Olympia-Medaille als Führende nach drei Läufen noch um zwei Hundertstelsekunden verpasst, dies passierte ihr 2026 nicht mehr.

“Ich kann es nicht glauben”, sagte Flock im ORF-TV-Interview, während sie die Medaille betrachtete. “In den ganzen Jahren war einiges dabei. Viele Erfolge, viele schöne Momente, Verletzungen, Umorientierungen, so viel, das mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich jetzt bin.” Sie habe gespürt, dass dies ein guter Platz für sie sei. “Ich habe loslassen können, ich habe alle vier Läufe gut erwischt, ich bin die Schlüsselstellen gut gefahren. Ich bin echt überglücklich.” An den vierten Lauf von Pyeongchang 2018 habe sie sich vor dem vierten Lauf erinnert, auch weil sie den Jubel an der Bahn für die vor ihr fahrenden Konkurrentinnen hörte. “Aber das war pure Energie, die ich gespürt habe.”

Für das ÖOC-Team war es die vierte Goldmedaille bei diesen Olympischen Spielen nach den Snowboardern Benjamin Karl (Parallel-Riesentorlauf) und Alessandro Hämmerle (Cross) sowie den Skirennläuferinnen Ariane Rädler/Katharina Huber in der alpinen Teamkombi. Insgesamt war es das 13. Edelmetall 2026 (4 Gold/6 Silber/3 Bronze). Im Skeltonsport war es das zweite Edelmetall für Österreich, das erste für eine Frau, 2002 in Salt Lake City gewann Martin Rettl Silber.

Flock legte mit Fortdauer jedes Laufes zu

Flock zeigte von Beginn an, dass sie die Herrin dieser Bahn ist. Die vierfache Europameisterin stellte am Freitag im ersten Lauf mit 57,22 Sek. einen Bahnrekord auf, den ihr allerdings im zweiten Pfeifer mit 57,18 abnahm. Trotzdem reichte es zur Halbzeitführung für die ÖOC-Athletin, die im Jänner wegen einer Gehirnerschütterung den Kampf um den Gesamtweltcup aufgeben musste. Diesen hatte sich die Belgierin Kim Meylemans gesichert, die in Cortina nicht in die Medaillenentscheidung eingreifen konnte.

An Tag zwei legte Flock nach verhältnismäßig zögerlichem Start (22. Zeit) wie in jedem Lauf kontinuierlich zu, war bei der dritten Zwischenzeit bereits Sechste und am Ende Laufschnellste. “Sie hat mentale Stärke gezeigt, der dritte Lauf ist der schwierigste”, sagte Teamkollege und Trainingspartner Samuel Maier, der mit Flock am Sonntag im Mix-Teambewerb antreten wird.

“Es sind so viele Teile, die zusammenstimmen müssen. Wir haben ein super Teamgefüge, wir haben viele Betreuer dabei, jeder hat einen Superjob gemacht. Das ist so viel wert. Es hat sich über die letzten Jahre entwickelt, jetzt dürfen wir ernten, ich habe sie endlich in der Hand”, sagte Flock, die die Liebe zum Sport und zur Arbeit als Erfolgsfaktoren nannte. “Ich bin immer dran geblieben. Nach den Spielen in Peking habe ich mein Umfeld neu aufgestellt.”

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