Von: apa
Radprofi Felix Gall radelt seinem bisher größten Erfolg entgegen. Auf dem 20. und vorletzten Abschnitt des Giro d’Italia von Gemona del Friuli nach Piancavallo behauptete der Osttiroler am Samstag über 201 km als Tageszweiter seinen zweiten Gesamtrang souverän und dürfte diesen am Sonntag aller Voraussicht nach auch über die Ziellinie in Rom bringen. Tagessieger und Leader Jonas Vingegaard war einmal mehr unantastbar, der Däne steht damit vor seinem ersten Giro-Triumph.
Den fünften zweiten Tagesrang bei diesem 109. Giro – stets hinter Vingegaard (Visma) – hatte Decathlon-Fahrer Gall einer Willensleistung im Finish zu verdanken, als er sich nach zwei fordernden Anstiegen auf den letzten Metern im Sprint gegen den Australier Jai Hindley (Red Bull) und Derek Gee-West (Lidl) aus Kanada durchsetzte. Nur Vingegaard war für den 28-Jährigen außer Reichweite. Der zweifache Tour-de-France-Sieger setzte sich auf den letzten Kilometern ab, Gall musste ihn ziehen lassen und hatte schließlich 1:15 Min. Rückstand. Im Ziel war die Erleichterung jedenfalls deutlich spürbar. “Die mentale Ermüdung ist sehr groß, ich war schon sehr angespannt heute”, sagte er.
“Habe ständig meinen Namen gehört”
Kraft spendeten nicht zuletzt zahlreiche Fans an der Strecke. “Ein bisschen gefährlich”, resümierte Gall, der sich aber über “Familie, Freunde, zahlreiche bekannte Gesichter” freute: “Ich habe ständig meinen Namen gehört. Das war extrem cool.” Die Leistung der vergangenen drei Wochen sei ihm durchaus bewusst, betonte Gall. So richtig genießen können werde er es aber erst “in den nächsten Tagen, wenn ich ein bisschen zur Ruhe komme”.
Auf seinen bisher größten Erfolg nach Platz fünf bei der Tour de France im Vorjahr wird er am Sonntag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach 131 km durch die Ewige Stadt anstoßen dürfen. In der Gesamtwertung führt Vingegaard vor dem Finale, in dem die Spitze traditionellerweise nicht mehr attackiert wird, mit 5:22 Min. vor Gall. Der einstige Giro-Sieger Hindley ist mit einem Rückstand von 6:25 Min. Dritter. Mit Gregor Mühlberger schaffte ein zweiter Österreicher den Sprung in die Top 15. Galls Freund und Teamkollege hatte am Samstag 3:21 Min. Rückstand und verbesserte sich auf Platz 15 (+23:53).




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