Ricky Brabec kalkulierte richtig

Honda-Pilot Brabec nach Taktik-Coup vor Dakar-Gesamtsieg

Freitag, 16. Januar 2026 | 14:57 Uhr

Von: apa

Sein taktisches Kalkül hat sich für Ricky Brabec ausgezahlt. Der Honda-Pilot steht nach einem Triumph auf der vorletzten Etappe vor seinem dritten Gesamtsieg bei der Rallye Dakar. Der US-Amerikaner hatte seine Führung am Vortag absichtlich abgegeben, um am Freitag hinter seinem Rivalen Luciano Benavides starten zu können. Diesen Vorteil nutzte Brabec. Der 34-Jährige geht mit 3:43 Minuten Vorsprung auf KTM-Pilot Benavides ins 105 km kurze Schlussteilstück am Samstag.

Benavides musste ab circa der Hälfte der 305 gezeiteten Kilometer die Navigation übernehmen und die ersten Spuren setzen, wurde aber dennoch Etappenzweiter. “Wir haben etwas Zeit verloren, aber ich bin glücklich, 100 Prozent gegeben zu haben und noch im Kampf dabei zu sein”, erklärte der Argentinier, nach dem Schlüsselbeinbruch des immer noch fünftplatzierten Australiers Daniel Sanders (58:31 Minuten zurück) die größte verbliebene KTM-Hoffnung auf den dritten Dakar-Sieg in den jüngsten vier Ausgaben.

“Wir glauben bis zum letzten Kilometer daran”, versicherte Benavides. Brabec gilt nach dem 13. Dakar-Tagessieg seiner Karriere, dem zweiten in diesem Jahr, aber als der große Favorit. Der Gesamtsieger von 2020 und 2024 startet drei Minuten vor Benavides ins Finale rund um Yanbu und kann sich als “Eröffner” zudem einige Zeitbonifikationen (bis zu 1:23 Minuten) gutschreiben lassen.

Al-Attiyah mit Rekord

Bei den Autos steht Nasser Al-Attiyah vor seinem sechsten Gesamterfolg, dem ersten seit 2023. Der Katarer meisterte das anspruchsvolle Teilstück von Al-Henakiyah nach Yanbu (720 km, davon 409 gezeitet) am besten und stellte mit dem 50. Tagessieg seiner Karriere in der Auto-Wertung die gemeinsam gehaltene Bestmarke von Ari Vatanen und Rekordchampion Stephane Peterhansel ein. Der Dacia-Pilot geht mit 15:02 Minuten Vorsprung auf seinen spanischen Verfolger Nani Roma im Ford ins Finale.

Der als Mark Mustermann in der Startliste stehende Red-Bull-Milliardär Mark Mateschitz liegt knapp zehn Stunden hinter Al-Attiyah, hat bei seiner Dakar-Premiere mit Beifahrer Michael Zajc aber die erfolgreiche Zielankunft vor Augen.

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