Kriechmayr und Haaser flankieren Kvitfjell-Dominator Paris

Kriechmayr und Haaser bei Paris-Sieg auf dem Podest

Sonntag, 22. März 2026 | 15:32 Uhr

Von: apa

Dominik Paris hat Vincent Kriechmayr im letzten Speedrennen der Saison den Sieg weggeschnappt. Der Italiener war im Super-G am Sonntag den Hauch von 0,07 Sekunden schneller als der Oberösterreicher und holte damit wie schon im Vorjahr das Kvitfjell-Double. Raphael Haaser sorgte als Dritter (+0,38) für einen weiteren rot-weiß-roten Podestplatz, den insgesamt achten in den sieben Super-G dieses Weltcup-Winters.

Während Paris auf Weichschnee und bei Wind seinen bereits achten Kvitfjell-Sieg feierte, spielten die Schweizer Topstars beim Saisonausklang nur Nebenrollen. Olympiasieger Franjo von Allmen wurde Zehnter, Kugelgewinner Marco Odermatt landete nach einer verpatzten Fahrt außerhalb der Punkteränge (19.). Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni (ITA) belegte hinter Alexis Monney (SUI) Platz fünf. Marco Schwarz fuhr auf Platz acht, die weiteren Österreicher hatten größeren Rückstand: Lukas Feurstein, der im Vorjahr das Finale in Sun Valley vor Haaser gewonnen hatte, wurde zeitgleich mit Odermatt 19., Stefan Babinsky unmittelbar vor Daniel Hemetsberger 22.

“Sauhund” Paris gewinnt die “Windlotterie”

Wieder einmal trumpfte Kriechmayr am Saisonende auf. Bereits am Samstag hatte er in der Abfahrt Rang drei belegt. Die Saison dürfe gerne noch länger andauern, meinte der 34-Jährige. “Wir Alpinen haben immer eine kurze Saison, die Trainingsphase ist sehr lang. Aber es ist, wie es ist. Ich nehme die zwei Podien gerne mit.” In seinem möglicherweise letzten Karriere-Rennen musste er erneut Paris gratulieren. “Ich habe ihm gesagt: ‘Du Sauhund vergönnst mir auch nichts'”, erzählte Kriechmayr dennoch gut gelaunt. Er selbst habe in der norwegischen “Windlotterie” auch die nötige “Fett’n” gehabt.

Kriechmayr hatte am Vortag mit einer Forderung an den Verband aufhorchen lassen, wonach er seine Karriere fortsetzen will, wenn der ÖSV seinen bevorzugten Konditionstrainer zurückholt. Die Reaktionen darauf fand der unumstrittene Teamleader im österreichischen Speedteam “sehr amüsant – genau das, was ich erreichen wollte”. Peter Meliessnig müsste von Red Bull losgeeist werden. “Sie sind bemüht, aber meine Güte”, sagte Kriechmayr mit einem spitzbübischen Grinsen im ORF-TV-Interview. ÖSV-Cheftrainer Marko Pfeifer hatte laut eigenen Angaben vor drei Wochen mit Meliessnig Kontakt. “Ich gehe davon aus, dass wir eine Lösung finden”, sagte Pfeifer.

Super-G-Nation

Die ÖSV-Männer belegten in der Super-G-Endwertung die Plätze zwei (Kriechmayr), drei (Haaser), sieben (Babinsky) und zehn (Schwarz). “Schlussendlich war der ‘Odi’ um die 78 Punkte besser. Er ist ein herausragender Athlet und es ist ihm zu gönnen”, sagte Kriechmayr. Odermatt hielt dagegen, er halte die Kugel in der Hand, weil andere Fehler gemacht hätten. “Ich habe mich nicht als bester und konstantester Fahrer gefühlt in dieser Saison.” Zum vierten Mal in Folge gewann er die Disziplinwertung. Das hatten vor ihm nur Hermann Maier und Pirmon Zurbriggen geschafft.

Haaser schaffte es gleich fünfmal in die Top fünf. Seine Saison sei konstant, aber wieder ohne ersten Weltcupsieg verlaufen, erinnerte der Riesentorlauf-Weltmeister. “Ein weiser Mann hat einmal gesagt: ‘Der erste Sieg ist der schwierigste, danach ist es eh einfach.’ Ich lasse es auf mich zukommen.”

“Wir sind in dieser Disziplin die stärkste Nation, mannschaftlich breit aufgestellt. Irgendwer liefert meistens ab”, lobte Pfeifer. “Das gilt es in Zukunft auch in der Abfahrt breiter hinzubekommen”. Paris ist nun der alleinige Kvitfjell-Rekordsieger vor Kjetil Jansrud. Er habe wieder sein Gewicht für sich arbeiten lassen, sagte der bald 37-Jährige mit der Holzfällerstatur. “Der Wind war zu wenig stark, um mich aufzuhalten. Ich fühle mich da einfach wohl.”

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen